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München – Die Euphorie kann man spüren, fühlen. Das Wichtigste aber: Man kann sie im Kinnick Stadium auch hören. Am Spieltag, und zwar laut. Sehr laut, auf Kettensägen-Niveau. Und das wirkt auch noch am Tag danach nach.

Als Fiepen, wenn die Ohren immer noch klingeln.

Denn 117 Dezibel, die beim dramatischen 23:20-Sieg gegen Penn State (weit oben auf der Tribüne) gemessen wurden, könnten auch von einem Presslufthammer kommen. Oder China-Böllern. Oder eben einer Kettensäge.

Knapp unter Kampfflugzeug.

Gelebt und herausgeschrien

"Ich habe noch nie erlebt, dass die Zuschauer das Spiel so sehr beeinflusst haben wie am Samstag", sagte Iowas Safety Jack Koerner. Das Publikum als zwölfter Mann – bei den Iowa Hawkeyes wird das gelebt. 

Besser gesagt: von knapp 70.000 Zuschauern herausgeschrien. So auch am Samstag (ab 21:30 Uhr exklusiv im Livestream auf ran.de) gegen die Purdue Boilermakers. So wurden gegen Penn State zum Beispiel acht False Starts bei den Gegnern provoziert. "Wir wussten, dass wir uns darauf verlassen können. Wir wussten es einfach. Und sie wissen, wenn es ein großes Spiel ist", sagte Coach Kirk Ferentz: "Aber es ist immer noch die Aufgabe der Spieler, das Spiel zu spielen."

Das Geschrei kommt sowieso nicht von ungefähr, denn für die Hawkeyes geht was in dieser Saison. Das College, das in jüngerer Vergangenheit NFL-Stars wie George Kittle (San Francisco 49ers), Noah Fant (Denver Broncos) oder Tristan Wirfs (Tampa Bay Buccaneers) hervorgebracht hat, könnte erstmals an den 2014 eingeführten College Football Playoffs teilnehmen. Den letzten von insgesamt fünf National Titles holten die Hawkeyes 1960.

 

Im Moment werden sie in der Liste der Associated Press an Nummer 2 geführt, noch vor den Big-Ten-Konkurrenten wie Ohio State (6.), Penn State (7.), Michigan (8.) und Michigan State (10.). Es ist die höchste Platzierung seit 1985, zahlreiche Bowl-Prognostiker führen Iowa sogar an Nummer eins und haben das Team für die Playoffs fest auf dem Zettel. "Wir haben sechs Spiele absolviert", sagte Ferentz, seit 1999 Coach in Iowa. "Diese Rangliste ist also noch längst nicht entschieden."

Iowas Zahlen beeindrucken

Die Zahlen der Hawkeyes beeindrucken allerdings schon jetzt. Iowa hat saisonübergreifend zwölf Spiele in Folge gewonnen. Die Gegner wurden mit 403:161 geradezu überrollt, offensiv gab es durchschnittlich 33,6 Punkte pro Spiel, zugelassen wurden nur 13,4 Punkte.

Die Boilermakers sind zwar ungesetzt, haben die Hawkeyes in den letzten vier Duellen aber drei Mal geschlagen.

"Wenn man zu sehr auf den positiven Lärm hört, entfernt man sich irgendwie von dem, was einen erfolgreich gemacht hat", sagte Quarterback Spencer Petras. Denn klar: In den sozialen Medien ist jede Menge los, und die College-Stars müssen versuchen, diesen Lärm so gut es geht auszublenden.

"Wenn es nicht aus unserem Gebäude kommt, spielt es keine Rolle", sagte Petras. 

 

Die wichtigste Rolle spielt immer der nächste Gegner. "Diese Jungs spielen hart und gut, besonders gegen uns", warnt der Quarterback. "Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Es ist ein wichtiges Spiel. Wir müssen gut spielen."

Und wenn nichts mehr geht, wird eben die Kettensäge herausgeholt.

Andreas Reiners

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