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München – Lane Kiffin hat keine Lust mehr. 

Dem Head Coach der Ole Miss reicht es endgültig. Zwei Jahre Aufbauarbeit sind genug. Schluss. Aus. Vorbei.

Nein, sein Team meint er nicht.  

Das steht vor dem ersten echten Härtetest der neuen College-Saison bei einer 4-0 (0-0 SEC)-Bilanz. Gegner am Samstag (ab 17:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) sind die an Nummer sieben gesetzten Kentucky Wildcats 4-0 (1-0 SEC).

Ole Miss Rebels: Miese Stimmung überrascht

Wen Kiffin meint, mit wem er sich seit Wochen anlegt, das sind die Fans. Denn die bringen den 47-Jährigen seit Saisonstart regelmäßig auf die Palme. Was angesichts der Bilanz der Rebels überrascht.

Doch die Stimmung lässt zu wünschen übrig, teilweise blieben tausende Plätze leer. 

Anfangs hat er es noch mit Humor versucht. 

"Es schien wirklich gut zu sein, vor allem in der ersten Halbzeit", sagte Kiffin über die Fans beim ersten Spiel gegen Troy. "Aber in der zweiten Hälfte wurde es ihnen wahrscheinlich langweilig. Das wäre mir mit unserer Offensive auch passiert", sagte er angesichts des Halbzeitstandes von 21:3 und dem Endergebnis von 28:10. Nach dem Sieg gegen Tulsa klang es ähnlich, nachdem es zur Halbzeit 35:17 stand und am Ende 35:27. "Wenn man in der zweiten Hälfte eines Spiels keine Punkte macht, sollte man die Fans nicht kritisieren."

Doch genau das tat er später. Denn natürlich hat die Stimmung auch einen Einfluss auf die Spieler und das Spiel. "Wenn man herauskommt und aus dem Tunnel läuft, sieht es aus wie bei einem High-School-Spiel in einem College-Stadion - davon darf man sich nicht beeinflussen lassen", sagte Kiffin. "Ich mache mir Sorgen um das, was ich kontrollieren kann. Ich habe es hier zwei Jahre lang mit den sozialen Medien versucht, also kümmern wir uns um das, was wir kontrollieren können, und das ist, unsere Spieler spielbereit zu machen."

Die Fans hat er offenbar nicht genug motivieren können. Was aber kein spezielles Ole-Miss-Problem ist, sondern sich durch die großen Ligen zieht – viele Colleges haben mit einem Fan-Verlust zu kämpfen. Seit Jahren gibt es einen stetigen Rückgang zu verzeichnen, laut CBS lag der Division-I-Schnitt 2021 bei 39.848 Zuschauern, der schlechteste Zuspruch seit 1981.

In diesem Jahr liegt der kommunizierte Schnitt bei den Rebels im Vaught Hemingway Stadium bei knapp 60.000, was bei einer Kapazität von rund 64.000 keine schlechte Zahl ist. Allerdings hat sich das Rund in der zweiten Halbzeit oft schon deutlich vor Spielende geleert. Ein echtes Phänomen, das für Kiffin durchaus ein Problem ist, wie man an seinen Kommentaren erkennt.

Lane Kiffins Spieler müssen gegen die Situation ankämpfen

Das habe etwas mit Psychologie zu tun, erklärte Kiffin: "Es gibt nicht ohne Grund einen Heimvorteil. Wenn es andersherum ist, hat man irgendwie das Gefühl: 'Oh, spielen wir hier wirklich noch ein Spiel?' Dagegen müssen die Spieler ankämpfen."

Es ist nicht nur aufgrund des Saisonstarts verwunderlich. Die Rebels haben die letzten zwölf Heimspiele gewonnen, die beste Serie seit 1964. Außerdem hat Kiffin wieder ein Siegerteam geformt. Nach einem 5-5-Jahr zu seinem Einstand 2020 folgte 2021 eine 10-3 (6-2 SEC)-Saison – die dritte Saison mit zehn Siegen für Ole Miss seit 1971. Sugar Bowl und eine Niederlage inklusive.

Doch 2022 soll der nächste Anlauf folgen, und der Start ist geglückt, wenn auch gegen schwächer eingestufte Teams. So gesehen sind die Wildcats eine echte Standortbestimmung. Sportlich.

Aber auch für die Fans. Das Stadion ist 2022 zum ersten Mal ausverkauft.

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