2 Touchdowns gegen die Titans: Kendrick Bourne - Bildquelle: Getty2 Touchdowns gegen die Titans: Kendrick Bourne © Getty

München/Foxborough - 35 Punkte erzielt, zehn Punkte zugelassen. Das ist die durchschnittliche Bilanz der New England Patriots während der vergangenen sechs Spiele, die sie dementsprechend alle gewonnen haben.

Hauptgrund dafür sind natürlich die opportunistische Defense, die Fumbles verursacht, Interceptions fängt und Sacks generiert, sowie Rookie Quarterback Mac Jones, der mit über 70 Prozent angekommenen Pässen Platz drei in der gesamten NFL belegt.

Doch ein Spieler mit einem immensen Anteil am Erfolg wird nur selten genannt: Kendrick Bourne.

Startschwierigkeiten und Free-Agency-Stigma

Dabei verlief der Start von "KB", wie er von allen nur genannt wird, relativ leise. In der diesjährigen Offseason unterschrieb er einen Vertrag über drei Jahre und 15 Millionen Dollar in New England, rund die Hälfte davon garantiert. Viele Experten waren der Meinung: Diesen Spieler bezahlt Bill Belichick zu hoch.

Zu Saisonbeginn sah es auch so aus: Bourne fing in den ersten beiden Spielen nur drei Pässe für 27 Yards. Das hatte aber auch viel mit Jones zu tun, der sich noch nicht von den metaphorischen Stützrädern gelöst hatte und kaum Pässe für  mehr als zehn Yards warf.

 

Sein "Breakout Game" hatte Bourne ausgerechnet bei der bis dato letzten Niederlage der Patriots gegen die Dallas Cowboys in Woche sechs.

Bei einem One Play Drive war es Bourne, der den herausragenden Cornerback Trevon Diggs vernaschte und dem Safety davonlief - 75 Yards, sein erst zweiter Touchdown für New England und Ekstase bei den Kommentatoren Jim Nantz und Tony Romo.

Die Bourne-Dimension

Es war nur ein Vorgeschmack auf das, was Bourne in der Folge für die Patriots und für seinen Quarterback Jones würde zeigen können. Es war auch eine Initialzündung für Jones selbst, der das eierförmige Leder seitdem immer öfter fliegen lässt - meistens in Richtung Bourne.

Nicht nur auf dem Platz ist Bourne ein Faktor, das sieht auch Head Coach Belichick selbst so. "'KB' ist wirklich produktiv für uns. Er bringt eine spezielle Energie ins Team, die ganze Woche über", lobt der 69-Jährige: "Es ist großartig, so jemanden im Team zu haben."

Der Receiver gibt den Patriots eine Dimension in der Offense, die im vergangenen Jahr noch nicht gegeben war, nämlich einen schnellen Receiver an der Seitenlinie, der auch regelmäßig sein Eins-gegen-eins-Duell gewinnen kann. "Die Bourne Dimension" ist also nicht der sechste Teil der gleichnamigen Filmreihe, sondern ein wichtiger Aspekt der Patriots-Offense im Jahr 2021.

Bourne als "Mister Do It All"

Doch nicht nur das kann Bourne den Patriots geben. Offensive Coordinator Josh McDaniels lässt ihn auch Sweep-Spielzüge, also Ballübergaben von Quarterback an Wide Receiver, spielen und sogar Pässe werfen. In Woche sieben warf Bourne seinen ersten Karriere-Touchdown auf Receiver-Kollege Nelson Agholor.

Beim 36:13 gegen die Tennessee Titans, dem jüngsten Auftritt der Patriots und Bourne, lieferte die Nummer 84 New Englands sein bisher stärkstes Spiel ab. 61 Yards und zwei Touchdowns sollten "Bournepoly" gelingen. Insgesamt steht er in dieser Saison bei sechs Touchdowns und 726 Total Yards, alles jetzt schon Karriere-Bestwerte.

Mittlerweile ist er ein waschechter Playmaker. Gib' ihm den Ball und er wird etwas Gutes damit machen. Bei seinem zweiten Touchdown gegen die Titans tanzte Bourne an der Seitenlinie die halbe Defense aus und machte aus einem Play, das für zwölf bis 15 Yards Raumgewinn designt war, einen 41-Yards-Touchdown.

Dass es auf einmal läuft hat auch damit zu tun, dass Bourne sich mit seinem Quarterback Jones immer wohler fühlt. "Er hat so ein Selbstvertrauen und weiß genau, was er tut. Wenn man so jemanden hat, dann färbt dieses Selbstvertrauen auf alle ab", erklärte Bourne bei "NBC".

Für Bourne sind Jones' Pässe wie "weiche Kissen"

Zuvor beschrieb der ehemalige Receiver der San Francisco 49ers Jones' Pässe wie "ein weiches Kissen". Die Chemie zwischen den beiden stimmt. Eine Sache, die bei Cam Newton im vergangenen Jahr mit keinem seiner Receiver zu spüren war.

Beim Spitzenspiel des 13. Spieltags in der NFL, wenn die New England Patriots zum wichtigen Division-Duell zu den Buffalo Bills reisen, wird es wieder auf Kendrick Bourne ankommen.

Doch mit dem gewachsenen Selbstvertrauen, mit dem Mac Jones voran geht und mit dem er auch seinen Receiver und weitere Mitspieler mitzieht, sind die Patriots auch dieser Aufgabe gewachsen.

Kai Esser

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