Vikings Wide Receiver Justin Jefferson wurde im ersten London Game 2022 zum ... - Bildquelle: IMAGO/USA TODAY NetworkVikings Wide Receiver Justin Jefferson wurde im ersten London Game 2022 zum Spieler des Spiels gekührt © IMAGO/USA TODAY Network

London – Es war 17:09 Uhr englischer Ortszeit, als Justin Jefferson im Tottenham Stadion von London endlich den "Griddy" auspacken durfte.

Nur wenige Sekunden zuvor schnappte er sich den Ball von Vikings-Quarterback Kirk Cousins und spazierte locker und flockig zum zwischenzeitlichen 24:22 in Richtung Endzone der New Orleans Saints.

Greg Joseph verwandelte den darauffolgenden Extra-Punkt sicher zum 25:22.

Nach zuletzt zwei Spielen ohne Touchdown, durfte Jefferson im Vereinigten Königreich endlich wieder tanzen. Er hatte sich so sehr danach gesehnt und seinen "Griddy" schon Tage vor der Partie angekündigt. "Ich bin keine acht Stunden hierher geflogen, um dann nicht zu gewinnen und den englischen Fans keinen 'Griddy' zu zeigen", so der Passempfänger.

Und er sollte Wort halten. Am Ende gewannen die Vikings nach einem kurios vergebenen Field-Goal-Versuch der Saints in allerletzter Sekunde mit 28:25. Will Lutz kickte den Ball dabei unglücklich gegen das Gestänge.

 

Justin Jefferson: Star-Wide Receiver in London mit nächster Show für die Vikings

Im Gespräch mit ran hatte Jefferson noch vor dem London Game gegen New Orleans darüber geklagt, dass "es manchmal schon frustrierend ist, wenn man es mittlerweile mit zwei oder drei Gegenspielern gleichzeitig auf dem Rasen zu tun hat. Denn man will im Spiel ja eine Hauptrolle spielen, Yards einsammeln und Punkte machen".

Kurz: Jefferson hatte die Nebenrolle der vergangenen Spiele satt. Der 23-Jährige ist seinem Selbstverständnis nach nur für Hauptrollen gemacht. Und genau diese spielte er gegen die Saints nun endlich wieder.

Daran konnte auch sein direkter Gegenspieler Marshon Lattimore nichts ändern. Wobei der Cornerback an diesem Nachmittag vor 60.639 lautstarken Fans wirklich alles dafür tat, um Jefferson das Leben schwer zu machen.

Lattimore gegen Jefferson – ein wahrlich feuriges Duell in England.

Schon an der Line Of Scrimmage schauten sich die beiden Widersacher jedes Mal aufs Neue ganz tief in die Augen und sobald der Ball im Spiel war, verfolgte der Saints-Star den Passempfänger der Vikings wie ein Schatten, wie eine Klette, war nicht abzuschütteln – also fast.

Denn Jefferson fand in London immer wieder Mittel und Wege, seinem "Bewacher" zu entwischen. Schon Mitte des dritten Viertels hatte Jefferson mehr Yards eingesammelt, als in den beiden vorigen Partien zusammen: 82 zu 62 Yards hieß es zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zu den beiden Duellen mit den Philadelphia Eagles und den Detroit Lions in den Wochen zuvor zusammengerechnet.

Am Ende sollten es für Jefferson insgesamt zehn gefangene Bälle, 147 Yards und ein Touchdown sein. Starke Zahlen. Standesgemäß für einen Wide Receiver wie ihn, würde Jefferson wohl selbst sagen.

Minnesota Vikings: Teamkollegen mit viel Lob für Jefferson 

"Für mich ist er der beste Wider Receiver der Liga", sagte Teamkollege Adam Thielen nach dem Spiel im Bauch der Arena. "Es ist überragend, so einen Spieler im Team zu haben, der immer für besondere Momente gut ist und der spezielle Fähigkeiten hat."

Dabei sei Jefferson nicht nur ein sensationeller Sportler, sondern auch noch ein überaus angenehmer Mensch. "Das ist eine wunderbare Kombination. Deswegen drückt man solchen Menschen noch mehr die Daumen, dass ihre Träume wahr werden." Und Jefferson ist definitiv auf dem besten Weg dazu.

"Ich habe ihm heute einen 'Game-Ball' gegeben", verriet Vikings-Head Coach Kevin O’Donnell auf ran-Nachfrage.

Und er schob schnell noch die entsprechende Erklärung hinterher: "Aber nicht nur, weil er heute vorangegangen ist und eine sehr gute Leistung gebracht hat, sondern auch aufgrund seiner ganzen Einstellung, was die vergangenen Wochen betrifft. Er ist trotz der letzten zwei Spiele gegen die Lions und Eagles ruhig geblieben, als es nicht so für ihn lief. Er hat weiter an sich gearbeitet, innerhalb des Teams Verantwortung übernommen und wir wollten ihm heute gegen einen absoluten Top-Cornerback der Liga, Marshon Lattimore, nun wieder ein paar Eins-gegen-eins-Situationen geben, in denen er sich beweisen konnte – das hat er sehr beeindruckend gemacht. Aus diesem Grund hat Justin sich diesen 'Game-Ball' heute aus vielerlei Gründen auch mehr als verdient."

 

Minnesota-Vikings-Star Jefferson "muss einfach mal wieder in die Endzone"

Auch der Hauptdarsteller selbst, der standesgemäß zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde, war hochzufrieden mit seiner Vorstellung. "Es war mal wieder an der Zeit, den 'Griddy' zu zeigen – vor allem hier in London. Ich musste einfach mal wieder in der Endzone sein. Das Spiel hat sich wirklich super angefühlt", so Jefferson.

Und zu seinem Duell mit Lattimore sagte der Passempfänger: "Er ist mir wirklich überall hin gefolgt. Das war schon extrem und natürlich sehr schwierig. Aber dafür ist Lattimore auch ein Top-Star in dieser Liga. Doch dieses Mal habe ich die Oberhand behalten."

Dass hier und da auch ein bisschen Trash-Talk im Spiel war, fand Jefferson nicht ungewöhnlich. "Sowohl Lattimore als auch ich lieben die Herausforderung und wir wollen beide gewinnen. Wenn er ein Play gemacht hat, hat er mir ein paar Sprüche gedrückt, wenn ich ein Play gemacht habe, habe ich ihm welche gedrückt. Das ist ganz normal, so ist der Sport."

Jefferson, der mit Spitznamen "Jets" genannt wird, stieg daraufhin also durchaus zufrieden in den Flieger zurück nach Minnesota. "Acht Stunden Flug ohne einen Sieg wären wirklich nicht schön gewesen", wiederholte der Passempfänger dann nochmal, um dann anzukündigen, "im Flugzeug gleich sofort zu schlafen".

Kein Wunder, immerhin will er auch in der kommenden Woche wieder hellwach sein. Dann empfangen die "Wikinger" im heimischen Stadion in Week 5 nämlich die Chicago Bears. Mit Jefferson in der Hauptrolle.

Aus London berichtet Dominik Hechler.

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