Devin McCourty wird nach der Saison Free Agent - Bildquelle: GettyDevin McCourty wird nach der Saison Free Agent © Getty

München/Buffalo - Als die NFL-Fans ihre Kalender von November auf Dezember umgestellt haben, waren die New England Patriots eines der heißesten Teams in der Liga. Das Team galt nicht nur als erstklassiger Kandidat, um wieder in die Playoffs einzuziehen, nein: Unzählige Experten diskutierten bereits darüber, ob die Truppe um Quarterback-Rookie Mac Jones nicht auch das Potenzial für einen Sieg im Super Bowl hätte.

Seitdem ist viel passiert. Zwar schaffte es die Franchise in die Playoffs – mit drei Pleiten in den letzten vier Regular-Season-Spielen gelang dies aber keinesfalls überzeugend. In der Wild-Card-Round setzte es dann gegen die Buffalo Bills die ultimative Demütigung. Mit 17:47 ging die Mannschaft von Head Coach Bill Belichick beim Division-Rivalen förmlich unter.

Was nach dem Spiel blieb, war vor allem eines: Enttäuschung und Leere. Und die Frage, ob in Foxborough nicht ein großer Umbruch bevorsteht.

Pleite gegen die Bills schmerzt enorm

"So haben wir uns den heutigen Abend nicht vorgestellt", zeigte sich Special Teamer Matthew Slater tief frustriert. "Wenn man in den Playoffs ist, ist es wie eine Bruchlandung, wenn es zu Ende geht. Das ist eine harte Pille, die man schlucken muss."

Noch deutlicher wurde Linebacker Matthew Judon: "Wir wurden von Anfang bis Ende abgefertigt und haben das Spiel verloren", bilanzierte er und stellte fest, dass "das ganze Spiel" schief gelaufen ist. Dem pflichtete auch Safety Devin McCourty bei. "Man trainiert die ganze Woche, da sollte man eigentlich nicht so auftreten. Peinlich."

In all der Enttäuschung und Frustration über die schlechte Leistung und das bittere Ausscheiden klangen bei dem ein oder anderen auch Gedanken an einen möglichen Umbruch an. Am deutlichsten wurde dabei Kapitän David Andrews.

"Alles ist endgültig, oder? Es gibt einfach eine Endgültigkeit im Team. Es gibt Leute, die gehen werden, es gibt Leute, die sich zurückziehen werden. Es gibt Trainer, die gehen werden. Was auch immer es sein mag, es ist eine Endgültigkeit, und das ist einfach Teil davon. Es ist Teil dieses Geschäfts. Und das macht es schwer."

Matthew Slater denkt an Karriereende

Andrews weiß dabei genau, wovon er spricht. Ganze 22 Spieler des aktuellen Kaders sind ab März ablösefrei zu haben, viele von ihnen werden ob ihrer Zukunft schon bald im Rampenlicht stehen.

Einer von ihnen: Special Teamer Matthew Slater. Bereits auf der Pressekonferenz nach der Demütigung gegen die Bills wurde deutlich, dass er intensiv über seine Zukunft nachdenkt.

"Ich möchte auf keinen Fall das Team und das, was wir gerade durchgemacht haben, missachten und über meine persönliche Situation sprechen", erklärte er. "Offensichtlich bin ich dem Ende näher, das wissen wir alle. Ich werde darüber beten, einige Gespräche führen und eine endgültige Entscheidung treffen."

Diese könnte dabei durchaus das Ende seiner Karriere bedeuten. Bereits vor der laufenden Saison hatte der dienstälteste Spieler, der später als Pfarrer arbeiten möchte, lange darüber nachgedacht, ob er die Uniform überhaupt noch einmal anziehen soll oder nicht.

Viele Spieler werden zu Free Agents

Neben Slater werden diverse weitere namhafte Spieler nach Saisonende zu Free Agents, dazu zählen Safety Devin McCourty, Linebacker Dont'a Hightower, Tackle Trenton Brown, Cornerback J.C. Jackson und Kicker Nick Folk.

Dass Hightower in der kommenden Saison noch das Jersey der Pats überstreifen wird, ist mindestens einmal fraglich. Auf die vergangene Spielzeit verzichtete er aufgrund von Corona, in der aktuellen wirkte er als Teil eines Linebacker-Korps hier und da etwas langsam. Neben einem Wechsel oder einem Karriereende ist es also durchaus denkbar, dass sich das Team um Cheftrainer Belichick für eine Verjüngung des Kaders ausspricht. Dies könnte auch Linebacker-Kollege Jamie Collins betreffen.

Und es gibt noch mehr Fragezeichen. Running Back James White verpasste die meiste Zeit des Jahres aufgrund einer Verletzung, auch er hat für die kommende Saison keinen Vertrag.

Gleiches gilt für McCourty. Dieser ist zwar immer noch ein herausragender NFL-Safety, doch auch er hat nach zwölf Jahren im Gillette Stadium bereits über einen Rücktritt nachgedacht.

Einige Patriots-Trainer vor Absprung

Die Frage nach der Zukunft von Mitgliedern des Teams macht derweil auch vor dem Coaching Staff nicht halt. So lehnte es Running-Back-Coach Ivan Fears vergangene Woche ab, darüber zu sprechen, ob er nächstes Jahr noch als Trainer arbeiten wolle. Nach vier Jahrzehnten in der besten Football-Liga der Welt und im Alter von 67 Jahren ist die Rente zumindest in Sichtweite.

Linebacker-Coach Jerod Mayo führte indes Vorstellungsgespräche für einen möglichen Head-Coaching-Job, Offensive Coordinator Josh McDaniels wird ohnehin immer als möglicher Kandidat für einen Cheftrainer-Posten gehandelt.

Bis sich in Foxborough klärt, wie das Team für die kommende Spielzeit aussieht, wird es noch einige Zeit dauern. Bis dahin dürften viele erst einmal damit beschäftigt sein, über das Playoff-Aus nachzudenken.

Laut McCourty ein langwieriger Prozess: "Wir werden das die ganze Offseason über verarbeiten müssen."

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