Führte die Bearcats in die Playoffs: Desmond Ridder - Bildquelle: Getty ImagesFührte die Bearcats in die Playoffs: Desmond Ridder © Getty Images

München - Die Stimme ächzte immer wieder. 

Tape klebte noch an seinen Armen und Fingern. Ein Lächeln zog sich über sein Gesicht, als er die Fragen der Reporter beantwortete. Denn wenige Minuten vor der Pressekonferenz hatte Quarterback Desmond Ridder seine Cincinnati Bearcats zum 35:20-Sieg über die Houston Cougars und zur perfekten 13:0-Saison geführt.

Der Erfolg sorgte für das Ticket für die College-Playoffs - zum ersten Mal in der Bearcats-Geschichte. Ridder lobte seine Teamkollegen, schwärmte von den Fans und ehrte Head Coach Luke Fickell. Der steile Aufstieg der Bearcats sei "ein Traum", sagte er.

Ein Traum, an dem auch Ridder einen großen Anteil hat. 

Denn der 22-Jährige steuerte in der vergangenen Saison 3.334 Passing Yards und 30 Touchdowns bei. Bei seinen Passversuchen unterliefen ihm lediglich acht Interceptions. Im Laufspiel fügte er weitere 355 Yards und sechs Touchdowns hinzu. Dank seiner starken Saison katapultierte er sich die Boards hoch und gilt im kommenden NFL Draft 2022 (vom 28. bis 30. April im Livestream auf ran.de) als potenzieller Erstrunden-Pick. 

Viel Erfahrung gesammelt

Mit fünf Jahren College-Erfahrung gilt Ridder fast schon als Urgestein unter den Spielern. In den letzten vier Spielzeiten führte er die Bearcats als Starter an. Fickell formte aus dem einstigen Freshman mit Athletik und Wurfkraft einen guten Starter, der das Spielfeld lesen kann und über die nötige Pocket-Präsenz verfügt, um nicht aus der Ruhe zu geraten. 

Schnell wuchs Ridder in eine Führungsrolle, Coaches und Mitspieler loben seine Arbeitsmoral und seinen Teamgeist. "Er bedankt sich nach Spielen bei uns und ist immer daran interessiert, dass wir alle auf einer Wellenlänge sind. Ridder ist ein echter Leader und vertraut uns, dass wir unseren Job machen. Wenn es irgendwo hakt, können wir das immer schnell mit ihm besprechen und verbessern", sagte Lorenz Metz, Offensive Liner der Bearcats, im ran-Interview

Footballverrückte Familie

Verantwortung zu übernehmen ist für Ridder nichts Neues. Der Signal Caller ist bereits Vater einer kleinen Tochter. "Seitdem bin ich reifer, erwachsener. Sie treibt mich an, das Beste aus mir rauszuholen und nach den Sternen zu greifen", sagte er in einem Interview mit "ESPN". 

Die Tochter ist bei weitem nicht das einzige wichtige Familienmitglied in Ridders Leben. Seine Oma, bei der er unter anderem aufwuchs, zeigte ihm, wie man einen Football richtig wirft.

"Das ist eine witzige Geschichte. Nach der Vorschule haben wir mit meiner Oma und meinem Onkel draußen im Garten Football gespielt. Sie hat mir dann gezeigt, wie man einen Football richtig hält und wirft", sagte Ridder im Interview auf der Team-Website der Bearcats. 

Desmond Ridder: Potenzieller Erstrunden-Pick

Ridder zählt in diesem Jahrgang zu den talentiertesten Quarterbacks. Teams wie die Pittsburgh Steelers oder Carolina Panthers luden den 22-Jährigen abseits des Combines bereits zu Vorgesprächen ein. 

Als Quarterback bringt er eine gute Athletik mit, kann auch als Läufer eingesetzt werden. Im Passspiel verfügt er über eine solide bis gute Wurfkraft, spielt seine Antizipation und Mobilität innerhalb der Pocket meist aus und feuert Bälle mit einem schnellen Release raus. 

Allerdings unterliefen ihm über seine gesamte College-Karriere immer wieder einfache, vermeidbare Fehler. Seine Wurfgenauigkeit schwankte hin und wieder.

Aber vielleicht kann die Oma in diesem Bereich nochmal nachhelfen. 

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