Dominantes Laufspiel: Brandon Bolden (Ballträger) im ersten Spiel gegen die ... - Bildquelle: GettyDominantes Laufspiel: Brandon Bolden (Ballträger) im ersten Spiel gegen die Bills © Getty

München - Die Buffalo Bills haben zum zweiten Mal in Serie die AFC East gewonnen. Wieder wurden die New England Patriots von dem Platz entthront, der beinahe 20 Jahre lang in Serie für die "Pats" reserviert war.

Diesmal wollen die Bills noch einen Schritt weiter gehen als im letzten Jahr, dort war gegen die Kansas City Chiefs im AFC Championship Game Schluss. Alles andere als der Super-Bowl-Einzug wäre eine Enttäuschung (in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 2 Uhr live auf ProSieben und ran.de).

Eine ganze Offseason, um Kansas City zu schlagen

"Natürlich schaut man auf das letzte Spiel [gegen Kansas City]", gab Sean McDermott, Head Coach der Buffalo Bills, in einer Medienrunde zu. Logischerweise, denn es war in der Offseason ein offenes Geheimnis, dass die Bills nicht noch einmal Kansas City unterliegen wollen.

"Sie haben seit dem Draft von Josh Allen 2018 ein Team gebaut, um die Chiefs endlich zu schlagen", analysierte auch "ESPN"-Experte Jeff Saturday die Bills-Strategie. "Sie wissen, dass der Weg in den Super Bowl auf jeden Fall durch Kansas City führt", fuhr Saturday fort.

Das belegen auch die beiden höchsten Picks aus dem jüngsten Draft. In der ersten Runde zogen die Bills Defensive End Greg Rousseau, gefolgt von Carlos "Boogie" Basham, ebenfalls Defensive End. Zwei junge Talente mit der Aufgabe, den Quarterback zu jagen. Da die Chiefs das Laufspiel nur sporadisch nutzen, wurde der Hauptaugenmerk auf den Passrush gelegt.

Doch damit es überhaupt zum Duell mit den Chiefs kommt, müssen die Bills an den New England Patriots vorbei (und die Chiefs an den Pittsburgh Steelers). Hatten einige Experten und auch die meisten Bills-Fans schon den Sieg in der AFC East eingeplant, wurde es am Ende doch knapp - die Gründe dafür sind alarmierend.

Keine gute Antwort aufs Laufspiel

Denn die Patriots sind so ziemlich das Gegenteil von den Chiefs. Bill Belichicks Offense kommt nämlich über kurze Pässe ihres Rookie Quarterbacks Mac Jones sowie ein dominantes und physisches Laufspiel mit einem gut besetzten Backfield um Damien Harris, Rhamondre Stevenson, Brandon Bolden und Fullback Jakob Johnson.

Nicht umsonst besiegten die Patriots den Erzrivalen aus Buffalo in deren Stadion in Woche 13 mit überragenden 222 Rushing Yards. Belichick wusste, wie er die Defense der Bills attackieren konnte. Egal, wie voll Buffalo die "Box" gegen den Lauf stellte, New England rannte meist trotzdem durch.

Nicht umsonst verließen die beiden Bills-Safeties Jordan Poyer und Micah Hyde die Pressekonferenz als sie gefragt wurden, ob die Niederlage, bei der Jones unter widrigen Bedingungen (bis zu 90 km/h schnelle Windböen) nur zwei Pässe anbringen musste, "peinlich" war.

Über den Boden sind die Bills verwundbar, nur vier Teams ließen mehr Rushing-Touchdowns zu, außerdem werden die Bills bei zugelassenen Rushing-Yards auch nur auf Rang 13 geführt - und dass, obwohl sie insgesamt die beste Defense der Liga stellen.

Für die Buffalo Bills steht mehr auf dem Spiel als für jedes andere Team

Für die Buffalo Bills steht also mehr auf dem Spiel als nur der Einzug in die Divisional Round. Logisch, in den Playoffs will jeder weiterkommen und die erfolgsverwöhnten New England Patriots sowieso. Doch für die Bills wäre eine Niederlage mehr als nur ein normales Aus in der Postseason.

Nicht nur wäre es ein Jahr weniger, in dem Star-Quarterback Allen nur wenig Geld kostet, es wäre, analog zum ersten Aufeinandertreffen in der Regular Season, schon fast peinlich zu Hause gegen den Erzrivalen zu verlieren, der mit einem Rookie-Quarterback aufläuft.

Zu guter letzt würde das Team, das eigens konzipiert wurde, um die Kansas City Chiefs zu schlagen, gar nicht die Chance auf das Duell gegen die Chiefs bekommen. Ob die Bills noch einmal so einen guten Kader zusammenbekommen werden, ist offen.

Die Bills stehen also gehörig unter Druck, den sich das Team selbst auferlegt hat. Die "Bills Mafia" wird hoffen, dass sie dem gerecht werden können - um ihre Revanche gegen Kansas City zu bekommen.

Kai Esser

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