Patrick Mahomes (l.) war nach dem Tackle wackelig auf den Beinen - Bildquelle: gettyPatrick Mahomes (l.) war nach dem Tackle wackelig auf den Beinen © getty

München - Die Kansas City Chiefs sind in den Playoffs eine Runde weiter, haben eigentlich jeden Grund zu feiern. Doch sie bangen um ihren Quarterback Patrick Mahomes. Der 25-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung. ran.de erklärt, wie es zu der Verletzung kam und wie es mit Mahomes weitergeht. 

Was ist Mahomes passiert?

Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes musste im dritten Viertel des Divisional Round Games gegen die Cleveland Browns gestützt das Feld verlassen. Grund: Gehirnerschütterung. Browns-Linebacker Mack Wilson hatte ihn bei einem Tackle am Rücken getroffen und ihn danach mit seinem linken Arm um den Nacken zu Boden gezogen. Danach zeigte Mahomes mehrere Symptome, die ihn zu einem Kandidaten für das Concussion Protocol machen. Seine Beine gaben nach, als er versuchte aufzustehen, er hatte Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme und einen leeren Blick. Der 25-Jährige kehrte folgerichtig nicht aufs Spielfeld zurück.

 

Was sagen Mahomes, Mack und Reid?

Mack zeigte sich auf Twitter bemüht, keinen Unmut aufkommen zu lassen. Er schrieb an Mahomes gerichtet, er bete für ihn und dass der Chiefs-Star nächste Woche zurück komme. "Sei so großartig, wie du bislang warst", schrieb Mack. Mahomes antwortete: "Alles gut, Bruder!"

Chiefs-Head-Coach Andy Reid sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu Mahomes' Zustand: "Es geht ihm gerade großartig, was sehr positiv ist, wenn man sich das ansieht. Er hat alle Tests bestanden, die er bestehen muss. Wir werden sehen, wie es weitergeht."

Chad Henne, der Mahomes ersetzte, sagte: "Ich habe in der Umkleidekabine mit Patrick gesprochen. Er hat gute Laune. Wir müssen natürlich die Tests abwarten, aber seine Stimmung ist gut.

 

Wie geht es weiter für Mahomes?

Das Concussion Protocoll greift nicht nur während des Spiels, sondern auch danach. Es gibt vor, welche Kriterien erfüllt werden müssen, bevor ein Spieler wieder ins Training zurückkehren bzw. wieder spielen darf.

Generell gilt: Ein Spieler muss die kognitiven Grundwerte erreichen, die in gesundem Zustand erhoben wurden, erst dann darf er wieder an Einheiten mit Körperkontakt oder an Spielen teilnehmen. Bis die endgültige Freigabe erfolgt, wird der Spieler täglich von der medizinischen Abteilung des Teams untersucht. Die Rückkehr erfolgt progressiv in fünf Schritten:

1. Ruhe und Genesung: Nur leichtes Dehnen und Gleichgewichtsübungen sind empfohlen. Elektronische Geräte, Social-Media-Aktivitäten und Team-Meetings sind zu meiden.

2. Leichte Fitness-Übungen: Die NFL empfiehlt zehn bis 20 Minuten auf einem Home-Trainer ohne weitere Gewichte. Dabei werden die Werte von einem Athletiktrainer überwacht.

 

3. Weitere Fitness-Übungen und Krafttraining: Längere und intensivere Fitness-Einheiten ergänzt durch Krafttraining, ebenfalls von einem Athletiktrainer überwacht.

4. Football-spezifische Aktivitäten: Auch der kognitive Aspekt des Sports kommt hinzu, also Spielzüge, Laufwege und ähnliches. Allerdings darf der Spieler nicht an Einheiten mit Körperkontakt teilnehmen.

5. Freigabe durch Teamarzt und unabhängigen Neurologen: Der Spieler kann wieder ohne Einschränkungen am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen.

Bei Missachtung des Concussion Protocols drohen harte Strafen

Wenn der Spieler während des Prozesses einen Rückschritt macht oder Symptome verspürt, die nach einer Gehirnerschütterung aufkommen können, beginnt die Beurteilung von neuem.

Missachten NFL-Teams das Concussion Protocol drohen harte Strafen. So etwa, wenn ein Spieler zu früh ins Spiel zurückkehrt oder nicht allen Tests unterzogen wird. Die Mindeststrafe für ein Vergehen ist eine Geldbuße von 100.000 Dollar. Im schlimmsten Fall droht sogar der Entzug von Draft Picks. Die Chiefs tun also nicht nur wegen der Gesundheit von Mahomes gut daran, sich an die Vorgaben zu halten. 

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