Soll die XFL zu neuem Glanz führen: Dwayne "The Rock" Johnson (re.) - Bildquelle: Getty Images / ImagoSoll die XFL zu neuem Glanz führen: Dwayne "The Rock" Johnson (re.) © Getty Images / Imago

München/Delaware - Unter großem medialen Echo vermeldete die Investorengruppe um Ex-Wrestler und Hollywood-Superstar Dwayne "The Rock" Johnson sowie Geschäftspartnerin Dany Garcia und RedBird Capital Partners den bevorstehenden Kauf der insolventen Footballliga XFL, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie nach nur fünf Spieltagen ihren Betrieb komplett einstellen musste und kurz darauf aufgelöst wurde.

In einem offiziellen Statement gaben die treibenden Kräfte hinter der geplanten Neuauflage nun einen konkreten Einblick in das nötige Prozedere auf dem Weg zur neuen XFL.

Zunächst müsse der Verkauf in Höhe von 15 Millionen Dollar vom zuständigen Konkursrichter bei einer Anhörung am kommenden Freitag genehmigt werden. Am Montagnachmittag reichte der Ausschuss der ungesicherten Gläubiger des Konkursgerichts einen Einspruch ein, der sich auf bestimmte in den Verkauf einbezogene Vermögenswerte stützte.

Sind die finanziellen Rahmenbedingungen der Übernahme erstmal geklärt, soll es ohne Umschweife in die Planungsphase gehen.

 

XFL-Rückkehr für 2021 geplant

"The Rock" und Co. schmieden derzeit Pläne, um die Alternative zur NFL in der nächsten Saison wieder an den Start zu bringen.

"Wir arbeiten darauf hin", erklärte Garcia, die damit die erste weibliche Besitzerin einer großen amerikanischen Sportliga ist, gegenüber "ESPN": "Wir unternehmen alle notwendigen Schritte, die für die Durchführung dieses Vorhabens erforderlich sind. Aber wir achten auch darauf, was tatsächlich erfolgreich war."

Und Garcia ging noch weiter ins Detail: "Es war wirklich interessant zu sehen, dass die Spieler sicher sind, wenn man (im Sport, Anm. d. Red.) eine Blase schafft. Wenn man das nicht tut, herrscht Chaos. Wir sind eine Liga, die aufgrund ihrer Anzahl an Teams tatsächlich eine Isolierblase erzeugen kann. Diese Diskussionen wurden bereits angeregt".

Mit diesem Ansatz suchte das Gericht die vergangenen Monate bereits nach einem Käufer, um die Liga bereits während der Coronavirus-Pandemie in ein fernsehtaugliches Blasenkonzept übergehen zu lassen und vermarkten zu können.

Die neuen Entscheidungsträger wollen sich dabei gezielt auf altbewährte Stärken berufen.

XFL-Relaunch: Zusammenarbeit mit Ex-Management geplant

Um dieses Ziel zu erreichen, soll auf die früheren Entscheidungsträger der XFL zugegangen werden. Auf die Frage, ob sie weitere Führungskräfte einstellen wolle, erklärte Garcia: "Wir stehen in engem Austausch mit dem derzeitigen XFL-Management-Team. In diesem gibt es eine Menge hervorragender Leute."

Es bedürfe aber mehr, als lediglich das alte Konstrukt wieder an den Start zu bringen: "Auch wenn es nicht 100-prozentig nur darum geht, die Lichter anzuschalten, gibt es immer noch eine enorme Menge an Infrastruktur und Beziehungen, die man tatsächlich wiederaufnehmen und Leute zurückholen kann. Wir haben die Arbeit gesehen, die sie dieses Jahr geleistet haben und es gab einige ausgezeichnete Leistungen. Es besteht dort ein Team".

XFL entließ den Großteil der Mitarbeiter

Jeffrey Pollack, Präsident und Chief Operating Officer der XFL, gehört auch aktuell zu den wenigen aktiven Mitarbeitern der Liga. Die meisten wurden am 10. April entlassen, als das Insolvenzverfahren begann.

In einer Erklärung bezeichnete Pollack den anstehenden Verkaufsabschluss als "ein Ende, wie es nur Hollywood schreibt" und erklärte, dass Johnson und Co. "eine Dream-Team-Eigentümergruppe sind und die XFL in den bestmöglichen Händen für die Zukunft liegt".

Diese Hoffnung teilen alle Beteiligten. Auch wenn die Liga in der Vergangenheit nicht nur einmal krachend scheiterte.

XFL bereits zum zweiten Mal pleite

Für die XFL war es bereits das zweite Mal, dass sie nach einer Saison geschlossen wurde. Das erste Mal 2001 nach einer gesamten Spielzeit, in deren Verlauf die Anfangseuphorie und das Interesse wöchentlich steil bergab gingen und erneut Anfang diesen Jahres als Folge der Pandemie.

Im American Football hat es, nachdem die AFL 1970 eine Fusion mit der NFL erzwang, keine erfolgreiche, alternative Profi-Liga mehr gegeben.

Dies hielt WWE-Boss Vincent McMahon dennoch nicht davon ab, die Liga im Vorjahr ein zweites Mal aus den Grundfesten zu stampfen und, um in seinen Worten, das Spiel "neu zu gestalten". Das Ergebnis ist bekannt.

McMahon verzichtet auf Angebot im Insolvenzverfahren

McMahon erwog trotz aller Negativerfahrungen früh im Insolvenzverfahren selbst ein Angebot für die XFL abzugeben, entschied sich aber letztendlich dagegen.

Doch nun sitzt ein weiteres, charismatisches Gesicht, das im Wrestling-Business zum Star heranreifte, im Fahrersitz, unter dem nun alles anders werden soll.

Für Johnson geht Traum in Erfüllung

Der 48-Jährige zeigte sich auf "Instagram" begeistert von seiner neuen Aufgabe: "Mit Dankbarkeit und Leidenschaft habe ich mit meinen eigenen zwei Händen eine Karriere aufgebaut und werde diese Schwielen beim Aufbau unserer Marke XFL einsetzen, um etwas ganz Besonderes für die Fans zu schaffen."

So schließe sich für Johnson praktisch der Kreis: "Meine Träume, Profi-Footballer zu werden, sind nie in Erfüllung gegangen - nichtsdestotrotz ermöglicht mir diese leidenschaftliche Unternehmung, anderen Spielern die Gelegenheit zu geben, ihre Talente unter Beweis zu stellen, sich um ihre Familien zu kümmern und ihre eigenen Träume wahr werden zu lassen."

Und "The Rock" schloss seinen Post mit den vielversprechenden Worten ab: "Jetzt gehen meine Partner und ich an die Arbeit - aus Liebe zum Football."

Daniel Kugler

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