Christopher Ezeala freut sich auf die erste Saison der European League of Fo... - Bildquelle: Screenshot: Instagram @chris_ezealaChristopher Ezeala freut sich auf die erste Saison der European League of Football © Screenshot: Instagram @chris_ezeala

München - Für Chris Ezeala geht nach dem Aus bei den Baltimore Ravens der Blick nach vorne - auf die European League of Football.

Im zweiten Teil des ran-Interviews (hier geht es zurück zu Teil 1 >>) spricht er über seine Erwartungen, einen Vergleich mit Taysom Hill und warum er mit der NFL noch nicht abgeschlossen hat.

ran: Herr Ezeala, Sie werden für die Ingolstadt Praetorians in der neu gegründeten European League of Football spielen. Was hat Sie zu diesem Schritt motiviert?

Ezeala: Ich habe einfach nach einer Plattform gesucht, auf der ich mein Talent und meine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Außerdem möchte ich dabei helfen, diese Liga aufzubauen. Ich hatte vorher darüber nachgedacht, in der Canadian Football League zu spielen. Aber mir hat das System dort nicht gefallen. Patrick Esume (Commissioner der European League of Football, Anm. d. Red.) sagte dann zu mir: "Hey, es gibt die European League of Football. Hast du nicht Bock, mitzumachen?" Also habe ich zugesagt.

ran: Sie halten die Gründung einer neuen Liga demzufolge für eine gute Idee.

Ezeala: Absolut. Ich habe gesehen, dass dieser Sport in Deutschland immer größer und populärer wird. Es macht auch echt viel Spaß, mit der Community zu kommunizieren. Ich mache das zum Beispiel selbst über Twitch. Dank der Liga können wir uns nun gegenseitig unterstützen. Natürlich kann diese Liga nicht mit der NFL konkurrieren. Aber es ist toll, etwas Greifbares in Europa zu haben. Daher habe ich diese Chance ergriffen.

ran: Warum fiel die Wahl auf Ingolstadt?

Ezeala: Ich habe bereits in Ingolstadt in der GFL gespielt, bevor ich in die NFL gegangen bin. Außerdem wurde mir gesagt, dass ich auf der Position spielen kann, auf der ich spielen möchte. Da habe ich gesagt: "Okay, let's go."

ran: Sie waren ursprünglich Linebacker, wurden dann aber in der NFL zum Fullback umfunktioniert. Auf welcher Position werden Sie für Ingolstadt spielen?

Ezeala: Ich werde ein Schweizer Taschenmesser sein. Ich spiele als Halfback, als Fullback, als Receiver - ich werde einfach überall in der Offense aushelfen. Ich möchte all meine Fähigkeiten zeigen - dass ich fangen kann, dass ich laufen kann, dass ich blocken kann. 

ran: Wenn Sie dann auch noch werfen, wären sie die deutsche Antwort auf Taysom Hill ...

Ezeala: (lacht) Ich kann werfen.

ran: Sie haben eben angesprochen, dass Ihnen das System der Canadian Football League nicht zugesagt hat. Was genau stört Sie an der CFL?

Ezeala: Es gibt in der CFL den sogenannten Global Draft. Für diesen hatte ich mich angemeldet. Ich wusste damals nicht genau, welche Folgen das hat. Ich müsste mich aber dort für drei Jahre verpflichten. Das ist mir zu lang. Hätte ich mich für den normalen CFL Draft angemeldet, wäre das anders gewesen. Ich bin also in die falsche Kategorie gerutscht.

ran: Was spricht dagegen, drei Jahre in der CFL zu spielen?

Ezeala: Es ist mein Ziel, mich wieder für die NFL zu empfehlen.

ran: Die Spiele der European League of Football werden auf ProSieben MAXX und ran.de übertragen. Was bedeutet es auch für Sie, dass die Spiele auf dem gleichen Kanal zu sehen sein werden wie die NFL und College-Football?  

Ezeala: Ich finde das super toll. Es ist einfach super, dass die Fans nun den Spielern, die sie von nebenan kennen, zuschauen können. Dass die eigenen Spiele im Fernsehen übertragen werden, ist ein Traum für die meisten Footballspieler. Vielleicht werden am Anfang noch nicht so viele Zuschauer zusehen. Aber das wird Step by Step vorangehen. Das gibt einen Motivationsschub.

ran: Haben Sie sich bereits mit anderen deutschen Spielern darüber unterhalten, wie deren Meinung zu der European League of Football ist?

Ezeala: Als das Thema aufkam, waren viele noch etwas skeptisch und dachten offenbar, daraus würde nichts. Aber mittlerweile hat sich das völlig gedreht. Viele Spieler wollen unbedingt zu den Tryouts gehen und in dieser Liga spielen. Einfach, weil sie es geil finden, wenn sie auf dem Feld stehen und deren Familie und Freunde sie im Fernsehen sehen können. 

ran: Im ersten Teil unseres Interviews haben wir über Ihre Vergangenheit in der NFL gesprochen. Sie bekamen im Januar 2020 keinen weiteren Future Contract von den Baltimore Ravens angeboten und waren seitdem vereinslos. Was haben Sie in den vergangenen 14 Monaten gemacht?

Ezeala: Ich habe trainiert wie ein Verrückter und lebe seitdem von meinen Ersparnissen. Ich habe hier in München einen Personal Trainer, der mich fit hält und mein Mentor ist. Er hilft mir dabei, der beste Spieler und Mensch zu werden, der ich sein kann. Zugegeben: Nach der Entlassung bei den Baltimore Ravens war ich in einem Tief. Aber ich habe mich aus dieser Phase herausgearbeitet. Das Leben geht weiter.

ran: Sie sind jetzt 25 Jahre alt. Haben Sie sich ein Limit gesetzt, wie lange Sie voll auf die Karte Football setzen?

Ezeala: Nein. Ich werde einfach sehen, was passiert. Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Natürlich möchte ich auch noch studieren. Aber ich setze mir keine Timeline. Ich will einfach das Bestmögliche aus mir machen.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews zurück >>

Das Interview führte Oliver Jensen

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