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München - Die aktuelle ELF-Saison läuft bereits und ist jetzt schon größer als die vergangene. Vier neue Teams sind mit dabei, 2023 kommen nochmal drei Neulinge hinzu. Eines davon sind die Helvetic Guards. Das Schweizer Franchise ist quasi ein Start-up und steht vor der Herausforderung, in einem Jahr ein Team auf die Beine zu stellen.

General Manager ist Toni Zöller, der zuvor bereits Vorstandsvorsitzender des deutschen Landesligisten Konstanz Pirates war. Von dort nimmt er auch Head Coach Matt Hammer zu den Guards, der mit J.C. Williams als Athletic Director fungieren wird. Wie Zöllner in einem Interview mit "grheute" erklärte, waren die Pirates aber lediglich die persönliche Verknüpfung innerhalb der Gruppe. Die Helvetic Guards werden ein losgelöstes Projekt sein. Weiterer Mitgründer ist Mukadder Erdönmez, der Zöller ebenfalls von den Pirates kennt. Letzterer will aus dem Großprojekt auch ein "Lifestyle-Produkt" für die Fans erschaffen.

Erdönmez: "Fans sollen einen Tag Urlaub wie in Amerika erleben"

Gegenüber der "NZZ" sagte er, dass das Spiel im Stadion natürlich wichtig sei und es ihm um den sportlichen Aspekt gehe, aber auch das Drumherum sei bedeutend. Er will, dass Fans "einen Tag Urlaub in Amerika erleben" könnten, wenn sie ins Stadion kommen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

Die ersten Schritte aber wurden bereits gegangen. Der Name und das Teamlogo stehen. Beides soll an die Päpstliche Schweizergarde erinnern. "In der Historie haben die Schweizer Gardisten immer wieder bewiesen, dass durch Einsatz, Wille und Disziplin vermeintlich kleinere Truppen erfolgreich sein können", beschreiben die Guards ihr Motto auf der eigenen Website.

Helvetic Guards sollen gesamte Schweiz repräsentieren

Dazu ist auch die Schweizer Flagge in das Logo verarbeitet. "Wir hätten uns auch Zürich Zebras nennen können. Aber wir wollen die gesamte Schweiz repräsentieren und Werte wie Loyalität und Disziplin verkörpern. Wir sehen uns als Neuling aus einem kleinen Land auch als Underdog, der sich gegen mächtige Gegner auflehnt", erklärte Erdönmez die Wahl des Logos.

Zwar sucht das Team wohl ein Stadion in der Nähe von Zürich, allerdings kann sich Zöller auch vorstellen, dass später Heimspiele in anderen Schweizer Städten denkbar sind. Fans des Schweizer Fußballmeisters FC Zürich müssen sich aber keine Sorgen machen - der Letzigrund steht nicht zur Debatte.

Kaderplanung beginnt bei Null

Neben der Stadionfrage steht die Frage nach dem Kader ganz oben auf der Agenda der Helvetic Guards. Bisher haben sie noch keinen einzigen Spieler unter Vertrag genommen. Mit den Athletic Directors Williams und Hammer sind aber zwei College-erfahrene Kräfte in den eigenen Reihen. Im Oktober gibt es laut der Vereinswebsite Tryouts, im Februar soll die Mannschaft stehen.

Spieler einzukaufen oder Spieler zu verpflichten ist zwar auch möglich, aber die Franchise ist vor allem auf die Schweizer Eigengewächse angewiesen. Laut den ELF-Regeln müssen 40 der 50 Spieler aus der Schweiz stammen oder dort ausgebildet worden sein. Besonderes Interesse dürften die Guards wohl an Tim Hänni haben. Der Defensive Tackle wechselte erst zu dieser Saison von den Bern Grizzlies zu den Hamburg Sea Devils in die ELF. 

Vor allem für Spieler aus der Schweizer Nationalliga A bietet sich mit den Guards demnächst eine größere Bühne. Als die Information über die Gründung eines Schweizer ELF-Teams ans Licht kam, soll diese Nachricht aber auch für Aufregung und Unmut zugleich gesorgt haben. Mathias Brändli, Funktionär der Calanda Broncos, sieht in den Guards allerdings mehr eine Chance als eine Bedrohung und erhofft sich durch die ELF eine profitable Vermarktung des Sports auch in der Schweiz. Zudem könne sich ein nach außen positives Bild der Guards auch auf andere Schweizer Vereine übertragen.

Head Coach Geoff Buffum ist ebenfalls gelassener wegen der Neugründung der Guards geworden. "Uns ist natürlich bewusst, dass es dieses Team geben wird und uns möglicherweise auch betreffen wird, die ganze Sache startet aber erst 2023 und betrifft unsere laufende Meisterschaft nicht", sagte er bei "grheute". Helvetic-GM Zöller erklärte aber auch, dass sie Schweizer Spieler aus der Nationalliga A sowie der GLF und ELF von ihrem Programm überzeugen wollen.

Helvetic Guards ab 2023 in der ELF

In der semiprofessionellen ELF kann dies kostspielig werden. Wie Zöller im Interview bekanntgab, steht hinter den Guards kein Mäzen oder alleiniger Geldgeber. Aber man habe bereits Gespräche mit Sponsoren geführt. Laut der "nzz" verhandelten die Guards mit einem Sportvermarkter auch über Fernsehrechte. Weitere Einkommensströme sollen über Merchandising und das Ticketing kommen - sobald dafür alles steht.

Der Aufbau der Helvetic Guards befindet sich zwar noch am Anfang, nimmt aber Fahrt auf. Kommende Saison müssen sie sich dann mit den beiden anderen Neulingen Milano Seamen und Hungarian Enthroners messen.

Ein vierter Neuzugang für die ELF soll noch folgen.

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