Martin Latka war in der NFL Europe eine Ikone der Frankfurt Galaxy und gehör... - Bildquelle: imago/EibnerMartin Latka war in der NFL Europe eine Ikone der Frankfurt Galaxy und gehört nun zum Trainerteam der gleichnamigen Franchise in der European League of Football © imago/Eibner

ran.de: Herr Latka, Sie haben in den Jahren 2004, 2005 und 2006 selber aktiv für die Frankfurt Galaxy in der NFL Europe gespielt. Wie fühlt es sich für Sie an, nun den Restart dieser Franchise in der European League of Football als Trainer mitzuerleben?

Latka: Ich finde gut, dass man versucht, mit dem Background von "ran Football" ein neues Projekt zu erschaffen. Wenn man sich die Entwicklung des American Football in Deutschland und Europa anguckt, dann muss man ehrlich sagen: Seit dem Aus der NFL Europe fand nicht mehr viel statt. Es gab in der Breite keine Präsenz für den deutschen und europäischen Football. Ich traue aber Patrick Esume und seinem Team zu, dass sie das hinbekommen werden.

ran.de: Während heute der Großteil der Mannschaft aus deutschen Spielern besteht, waren zu Zeiten der NFL Europe US-amerikanische Profis der Hauptbestandteil des Kaders. Wie schwierig war es damals für einen deutschen Spieler, sich durchzusetzen?

Latka: Sehr schwer. Ich begann mit dem Football erst im Alter von 17 Jahren bei einem viertklassigen Verein. In der NFL Europe stand ich mit Leuten auf dem Platz, die seit ihrem 6. Lebensjahr Football spielten und die Programme einer High School und einer Universität durchlaufen haben. Da hat man natürlich Respekt. Ich erinnere mich aber, dass gerade Patrick Esume uns damals gut zugesprochen hat…  

ran.de: Patrick Esume gehörte damals dem Trainerteam der Frankfurt Galaxy an…

Latka: Genau. Er sagte zu uns: "Leute, ihr müsst Euch nicht verstecken. Wenn wir nicht glauben würden, dass ihr auf dem gleichen Level spielen könnt, wärt ihr nicht hier. Und ihr seid so gut, obwohl ihr nie auf der High School oder dem College gespielt habt." Diese Sichtweise war eine große Hilfe. Trotzdem war es schwierig, es überhaupt erst einmal auf das Spielfeld zu schaffen.

ran.de: Wie haben Sie das Aus der NFL Europe im Jahre 2007 wahrgenommen?

Latka: Ich konnte aufgrund einer Verletzung an der Saison 2007 nicht teilnehmen, hatte aber trotzdem einen engen Kontakt zum Team und zu den Fans. Das Ende der NFL Europe war für viele Menschen ein schwerer Schlag. Viele waren seit dem ersten Spiel in der World League im Jahre 1991 Fan dieser Mannschaft. Es ging weniger um die Spieler, weil der Kader sich von Jahr zu Jahr fast komplett verändert hat, sondern eher um den Club und das ganze Drumherum.   

ran.de: Frankfurt Galaxy hatte in der letzten Spielzeit einen Zuschauerschnitt von über 33.000. Werden wir solche Zuschauerzahlen, vergessen wir einmal kurz die Pandemie, bald wieder erleben?

Latka: Das hoffe ich, weil ich das jedem einzelnen Spieler wünsche. Ob es aber wirklich so kommen wird? Ich weiß es nicht. Die NFL Europe war speziell in Frankfurt ein absolutes Phänomen. Solch hohe Zuschauerzahlen sind in Europa einzigartig gewesen. Wichtig ist, dass der Football in der ELF durch die Berichterstattung und Übertragungen von ran mehr Sichtbarkeit in Deutschland erlangt. Es wäre schön, wenn sich das auf die Zuschauerzahlen auswirkt. Es wäre für jeden Footballspieler ein unglaubliches Gefühl, vor 33.000 Zuschauern aufzulaufen.   

ran.de: Sonntag bestreitet Frankfurt Galaxy nun das erste Spiel bei den Hamburg Sea Devils (live ab 14:45 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de). Wie bereitet man sich auf einen Gegner vor, von dem es keinerlei Videos gibt, weil die Mannschaft komplett neu zusammengestellt wurde? 

Latka: Die Vorbereitung ist schwieriger und einfacher zugleich. Es ist schwieriger, weil man sich nicht auf den Gegner vorbereiten kann. Das macht es allerdings auch einfacher, da ein Großteil der üblichen Vorbereitung wegfällt. Es gibt kein Video von dem Gegner, das wir analysieren könnten. Daher konzentrieren wir uns komplett auf uns. Gewinnen wird am Sonntag die Mannschaft, die das bessere Team hat.  

ran.de: Viele Spieler von Frankfurt Galaxy dürften den meisten Zuschauern bislang kaum bekannt sein. Auf welche Akteure sollte man besonders schauen?

Latka: Für den Fernsehzuschauer stehen natürlich die Spieler der Skill-Positions im Vordergrund. Daher würde ich zunächst einmal unseren Quarterback Jakeb Sullivan nennen, der vor zwei Jahren in der GFL für die Marburg Mercenaries gespielt hat. Obwohl er nicht die besten Mitspieler hatte, erreichte er unglaubliche Statistiken. Außerdem muss ich unseren Wide Receiver Anthony Mahoungo nennen, der 2018 in der NFL im Camp der Philadelphia Eagles war und 2019 nach Deutschland kam, um in der GFL bei der Frankfurt Universe zu spielen.

ran.de: Vielleicht können Sie als Linebacker-Coach auch noch einen Spieler Ihrer Positionsgruppe vorstellen…

Latka: Ja, dabei denke ich an unseren Middle Linebacker Kadel King. Auch er war bereits 2019 bei der Frankfurt Universe. Er macht einen richtig guten Eindruck, kennt bereits viele Mitspieler und wird sicherlich gute Situationen haben.

Das Interview führte Oliver Jensen

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