Die Hamburg Sea Devils absolvierten ihr erstes Heimspiel gegen die Frankfurt... - Bildquelle: imago images/osnapixDie Hamburg Sea Devils absolvierten ihr erstes Heimspiel gegen die Frankfurt Galaxy © imago images/osnapix

Hamburg - Ich spürte ein gewisses Kribbeln, als ich am Sonntagmittag ins Auto stieg und in das Stadion Hoheluft im Zentrum von Hamburg fuhr.

Endlich wieder Football, endlich wieder Live-Sport und vor allem: endlich wieder Zuschauer.

Rund 1.600 Fans waren vor Ort, als die Hamburg Sea Devils am Sonntag auf die Frankfurt Galaxy trafen.

Gefühlt waren es mindestens 5.000.

Vielleicht kam mir dies so vor, weil ich nach den vielen Monaten der Geisterspiele kaum noch Zuschauer gewohnt war. Womöglich lag der Grund aber auch darin, dass jeder Fan Lärm für zwei machte. 

100 Meter lange Menschen-Schlange vor dem Stadion

Bereits vor dem Stadion war der Event-Charakter zu spüren.

Eine rund 100 Meter lange Schlange hatte sich vor dem Eingang gebildet – und das bereits zwei Stunden vor dem Kickoff. Niemand schien genervt, bei rund 30 Grad im Schatten auf den Einlass warten zu müssen. Stattdessen war überall ein Gefühl der Vorfreude zu spüren.

Sogar Fans aus Frankfurt waren angereist, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Die Zuschauer trugen nicht nur Utensilien der Hamburg Sea Devils und Frankfurt Galaxy. Es war ein Football-Fest, bei dem jeder Fan sein Lieblingsteam zur Schau stellte.

Von Chiefs bis Seahawks - Trikots der NFL-Teams im Publikum

Trikots der Kansas City Chiefs, der Seattle Seahawks oder der New England Patriots, um nur drei Beispiele zu nennen, waren zu sehen. Die Atmosphäre hatte einen Hauch von den London Games der NFL, die ebenfalls für ihren Party-Charakter bekannt sind.

"Die Hamburg Seaaaaaaaa Devils", schrie der Stadionsprecher in das Mikrofon, als die Heimmannschaft unter großen Jubel aufs Feld lief. 

"Flammen-Werfer" spuckten dazu Feuer in die Luft. "Wir sind alle Hamburger Jungs", dröhnte es aus den Musikboxen. Gänsehautstimmung pur!

Ein Spaß für die ganze Familie

Ein Blick ins Publikum zeigte einmal mehr, dass Football längst nicht mehr Männersache ist.

Auffällig viele Frauen wollten ebenfalls beim ersten Spiel der European League of Football in Hamburg dabei sein. Mit Begeisterung bejubelten sie jede erfolgreiche Aktion der Sea Devils.

Überhaupt ist Football ein Familienfest. Auch kleine Kinder beobachteten interessiert, wie 22 schwere Männer auf dem Feld eine große Show boten.

Kleiner Tipp für alle Eltern: Gehörschutz bitte nicht vergessen! Zumindest in Hamburg kam die Musik an einigen Stellen des Stadions extrem lautstark an.

Aber so ist eben ein Footballspiel: laut, spannend und mitreißend.

Kasim Edebali heizt Publikum an

Kasim Edebali erwies sich nicht nur als Schlüsselspieler auf dem Feld, sondern auch als gutgelaunter Stimmungsmacher. Der ehemalige NFL-Profi heizte das Publikum an, welches sofort lautstark antwortete.  

"Hamburg liebt Football - kein Zweifel", strahlte Kicker Phillip Friis Andersen, nachdem er die Sea Devils mit dem entscheidenden Field Goal zum Sieg geschossen hatte. 

Es wird jedenfalls nicht das letzte Spiel der Sea Devils sein, das ich in dieser Saison besucht habe. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal meine Tochter mit, meine Frau oder einen guten Kumpel.

Ob man den Sport nun versteht oder nicht: Football ist für jeden ein Erlebnis.

Und dank der European League of Football ist dieses Erlebnis nach Deutschland zurückgekehrt.  

Aus Hamburg berichtet Oliver Jensen

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