- Bildquelle: Hamburg Sea Devils © Hamburg Sea Devils

Hamburg - Wer in diesen Tagen den Instagram-Account der Hamburg Sea Devils besucht, sieht vor allem Gesichter.

Fast täglich wurden zuletzt neue Spieler präsentiert, neue Coaches, neue Mitarbeiter. Eines dieser Gesichter gehört Dominique Agbobly, die den Job als Football Administration Managerin bei dem neugegründeten European League of Football-Team angetreten hat.

Agbobly wird sich um administrative und organisatorische Dinge kümmern, an der Schnittstelle zwischen Spielern, Coaches und General Manager Max Paatz vermitteln und verwalten.

Zu ihren Aufgaben gehört die Datenerfassung und digitale Aufbereitung des Rosters für Team-Tools, die Unterstützung der Import-Player bei Behördengängen und der Eingewöhnung in Hamburg, aber auch beispielsweise die Erfassung von Schuh- und Kleidergrößen, damit jeder Spieler die passende Ausrüstung erhält.

Es sind Prozesse und Abläufe, die sich erst finden und einschleifen müssen, damit es im Management der Sea Devils rund läuft und die Mannschaft erfolgreich spielen kann. Als reinen Bürojob sieht Agbobly ihre neue Aufgabe aber nicht. An den Spieltagen will sie das Team an der Sideline unterstützen.

"An den Game Days ist natürlich auch viel zu organisieren. Da will ich dabei sein und mein Team fliegen sehen", sagt die Managerin im Gespräch mit ran und lacht.

Alles ist neu bei den Sea Devils

In ihrer zentralen Position in der neuen Franchise bekommt Agbobly natürlich hautnah mit, was es heißt, quasi aus dem Nichts ein Footballteam auf die Beine zu stellen, das bereits im Juni in der ebenfalls neugegründeten European League of Football spielen soll. "Es ist alles neu, es ist ein unglaubliches Wahnsinnsprojekt, irre spannend" erzählt die Hamburgerin: "Aber im Eröffnungsjahr ist natürlich auch sehr viel zu tun, bis das Gerüst steht und es endlich losgeht."

Zumindest sportlich steht das Roster aber bereits. Viele Spieler kommen aus Hamburg und den umliegenden Städten, ein echter Coup gelang mit der Verpflichtung von Ex-NFL-Spieler Kasim Edebali, der den Pass Rush der Sea Devils verstärken wird.

Angeführt wird das Team von Quarterback Jadrian Clark, der als einer der besten Spielmacher Europas gilt, zuletzt in Österreich mit den Vienna Vikings den Titel holte und auch schon bei den deutschen GFL-Top-Teams Braunschweig Lions und Schwäbisch Hall Unicorns unter Vertrag stand.

Auch die Position des Head Coaches wird ein sehr erfahrener Mann übernehmen, der Amerikaner Ted Daisher arbeitete mehrere Jahre als Special Teams Coordinator in der NFL, für die Cleveland Browns, die Philadelphia Eagles und die damaligen Oakland Raiders. An Ostern wird der 66-Jährige nun in Hamburg erwartet. Die Regularien der ELF erlauben die Aufnahme des Trainingsbetriebs am 15. April. Wenn die Corona-Pandemie es zulässt, wird es an diesem Tag bei den Sea Devils losgehen.

Bereit, das Erbe der alten Sea Devils anzutreten

"Wir hoffen natürlich alle, dass das dann mit den aktuellen Regularien funktionieren wird. Wir können die Entwicklungen alle nicht abschätzen, aber wir haben bei der Stadt alle Maßnahmen vorgelegt und werden diese natürlich auch einhalten", erzählt Managerin Agbobly: "Der 15. April ist fett in meinem Kalender markiert. Ich freue mich tierisch darauf!"

Ein neues Football-Team aufzubauen, das in paar Monaten in einer neuen Liga antreten soll, ist eigentlich schon anspruchsvoll genug, die Unwägbarkeiten durch die Ausnahmesituation in der Pandemie machen es nochmal schwieriger. Jeder Spieler muss vor jedem Training ein negatives Testergebnis vorweisen können, ob Zuschauer zu den Heimspielen kommen dürfen, ist völlig ungewiss.

Die Begeisterung in der Hansestadt soll darunter aber nicht leiden. Bis 2007 spielten die alten Sea Devils in der NFL Europe, im gleichen Jahr gewannen sie den World Bowl gegen Frankfurt Galaxy.

Die ELF hat sich die Namensrechte der alten Teams gesichert, sodass die früheren Kontrahenten wieder aufeinandertreffen können. "Es kommen viele Football-Fans zurück, die noch die alten Sea Devils kennen und damals im Stadion waren und das jetzt wieder supporten. Ich glaube schon, dass es einen richtigen Football-Hype geben kann", sagt Dominique Agbobly.

Auf Instagram folgen den neuen Sea Devils nach knapp drei Wochen jedenfalls schon fast 9.000 Menschen. Und das, obwohl es dort bisher fast nur Gesichter und noch keine Football-Szenen zu sehen gibt.

Christian Stüwe

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