München - Zwei Spiele, zwei Siege – Jim Tomsula verhalf Rhein Fire zu einem Traumstart in der ELF.

Der Head Coach knüpft dort an, wo er 2006 aufgehört hat. Damals, als die Düsseldorfer noch in der NFL Europe spielten, gewann er mit seinem Team sogar die ersten vier Spiele. Letztlich verpassten sie als Tabellen-Dritter nur knapp den Einzug in den World Bowl.

Diesmal möchte der 54-Jährige erfolgreicher sein. Mit einem Heimsieg gegen die Istanbul Rams (Sonntag, 14:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) soll die Serie ausgebaut werden. Tomsula strebt nach dem Maximum: "Jedes Team hat das Ziel, den Titel zu gewinnen."

Head Coach bei den San Francisco 49ers

Der US-Amerikaner weiß, wie professioneller Football funktioniert. Nachdem er Rhein Fire verlassen hatte, war er von 2007 bis 2014 Defensive Line Coach in der NFL bei den San Francisco 49ers. Eine Saison später wurde er sogar zum Head Coach befördert, nach der Spielzeit allerdings wieder entlassen. 

Es folgten drei Jahre als Defensive Line Coach bei den Washington Redskins und 2020 eine Spielzeit bei den Dallas Cowboys. Als Defensive Coordinator Mike Nolan entlassen wurde, endete auch seine Dienstzeit in Texas.

Tomsula lobt die ELF: "Das ist fantastisch"

Nun ist er wieder zurück in der Stadt, in der er vor 16 Jahren seine ersten Erfahrungen als Head Coach gesammelt hat. Starallüren existieren nicht. Im Gegenteil!

Als er vor dem ersten Saisonspiel bei Frankfurt Galaxy gefragt wurde, wie sich für einen ehemaligen NFL-Cheftrainer die Rückkehr nach Deutschland anfühlt, zeigte er freudestrahlend ins Publikum und sagte zwei Mal: "Das ist fantastisch."

Tomsula stellt sich nicht in den Vordergrund. "Ich habe nichts gemacht. Das war nicht ich", sagte er nach dem Auftaktsieg gegen Frankfurt Galaxy.

"Ich habe nicht die Offense gecallt, ich habe nicht die Defense gecallt und ich habe nicht die Special Teams gecallt. Das waren die Trainer, die alle aus Deutschland kommen. All diese Trainer kommen aus dem deutschen Football. Und darauf bin ich stolz. Die Jungs haben einen wundervollen Job gemacht. Ich habe mir nur das Footballspiel angesehen."

Rhein Fire bestreitet erstes Heimspiel in der ELF

Wurde das erste Spiel gegen Galaxy mit 29:26 noch knapp gewonnen, so fiel das 28:17 am zweiten Spieltag gegen die Leipzig Kings deutlicher aus. Gegen die Istanbul Rams, die noch sieglos sind und am vergangenen Samstag mit 7:41 gegen Berlin Thunder untergingen, nehmen die Düsseldorfer die Favoritenrolle ein.

Zumal sie erstmals überhaupt das Publikum hinter sich haben. Rhein Fire bestreitet das erste Heimspiel seit der Neugründung. Austragungsort ist diesmal die Arena in Duisburg. Mittelfristig allerdings sollen die Spiele wieder in Düsseldorf stattfinden. 

Geschäftsführer Martin Wagner betrachtet den vorübergehenden Standortwechsel positiv und sagte der "Rheinischen Post": "Das Stadion liegt 400 Meter vom Rhein entfernt in Duisburg, wir sind also weiter in seinem Einzugsgebiet. Und wenn ich mir neue Märkte aufmachen kann, nehme ich das gerne mit."

Rund 7000 Fans werden erwartet

Das Interesse ist groß: Weit über 6000 Tickets sind bereits verkauft. Mehr als 7000 Fans werden erwartet.

Die Franchise möchte an jene Popularität anknüpfen, die die gleichnamige Mannschaft einst in der NFL Europe hatte. "Das ist das Hauptziel. Football zu verankern", sagt Wagner. "Nicht nur sportlich, auch gerade in der Community."

Eine bekannte und charismatische Persönlichkeit wie Jim Tomsula dürfte dabei helfen.  

von Oliver Jensen

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