Bekanntes Gesicht aus der NFL: Jeff Fisher, Ex-Coach der Rams. - Bildquelle: GettyBekanntes Gesicht aus der NFL: Jeff Fisher, Ex-Coach der Rams. © Getty

München - Immer wieder versuchen amerikanische Sportunternehmer, die Zeit ohne NFL und College-Football im Frühling für neue Liga-Projekte zu nutzen. Am 16. April geht mit der United States Football League (USFL) ein neues Projekt an den Start.

Schon von 1982 bis 1986 gab es in den Vereinigten Staaten eine Football-Liga namens USFL. Einer ihrer Gründer sollte bestens bekannt sein: Ex-US-Präsident Donald Trump beteiligte sich als junger Investor an dem Projekt. In der ersten Auflage der USFL waren mit den Hall of Famern Steve Young und Reggie White einige Spieler aktiv, die später Stars in der NFL wurden. 

Nachdem unter anderem Trump darauf pochte den erfolgreichen Saisonzeitraum im Frühjahr auf den Herbst zu verlegen und damit in direkte Konkurrenz mit der NFL zu treten, brach die USFL auch in Folge eines Rechtsstreit mit der National Football League zusammen.

Die Eckdaten der USFL

Acht Teams werden in zwei Divisions (North und South) insgesamt zehn Spiele absolvieren. Gegen die Teams aus der eigenen Division soll es je zwei Spiele geben, gegen die aus der anderen jeweils eine Begegnung. 

Die zwei besten Teams beider Divisions tragen nach der Regular Season gegeneinander ein Halbfinale aus. Im Finale in Canton spielen dann die Sieger der Halbfinals um die USFL-Championship.

Wem gehört die Liga und wo wird gespielt?

Besitzer der neuen Liga ist der US-Fernsehsender "Fox Sports". Innerhalb von drei Jahren will der Sender garantiert 150 bis 250 Millionen Dollar in den Spielbetrieb investieren. Zusätzlich hofft man auf 250 Millionen Dollar von Investoren. Als Präsident der Liga leitet der Sportunternehmer Brian Woods das operative Geschäft.

Das Hauptquartier befindet sich in Birmingham (Alabama). Dort sollen im "Protective Stadium" und im "Legion Field" auch alle Spiele der ersten Saison ausgetragen werden, um durch eine Corona-Bubble lange Ausfälle durch Quarantänen zu verhindern. 

Die Playoffs der USFL sollen in Canton (Ohio) im Tom Benson Hall of Fame Stadium ausgetragen werden. Das Stadion hat 20.000 Plätze und befindet sich in der Nähe des Gebäudes der Pro Football Hall of Fame.

Welche Teams wird es geben?

Die Division North der USFL werden die Michigan Panthers, die New Jersey Generals, die Philadelphia Stars und die Pittsburgh Maulers bilden. Im Süden treten die Birmingham Stallions, die Houston Gamblers, die New Orleans Breakers und die Tampa Bay Bandits gegeneinander an.

Der Draft fand am 22. und 23. Februar statt, ab 21. März treffen sich die Teams in Trainingscamps. Jede Mannschaft wird mit einem Kader von 38 Spielern in die Saison starten, außerdem gibt es jeweils ein sieben Mann starkes Practise Squad. Die Spieler bekommen ein Grundgehalt und Siegprämien.

Das erste Spiel bestreiten die Birmingham Stallions gegen die New Jersey Generals. 

Welche bekannten Gesichter sind in der USFL aktiv?

Den größten Namen in der USFL trägt wahrscheinlich Jeff Fisher. Der ehemalige Head Coach der NFL-Teams Tennessee Titans und St. Louis/LA Rams wird die Michigan Panthers in die Saison führen.

Auch Mike Riley von den New Jersey Generals arbeitete bereits drei Jahre als Head Coach in der NFL als er die Kansas City trainierte. Die anderen Coaches in der Liga waren unter anderem als Head Coaches im College Football oder als Assistenten in der NFL aktiv.

Der erste Pick im Draft war Shea Patterson, ehemaliger College Quarterback der Michigan Wolverines, als zweiter Pick wurde Jordan Ta'Amu ausgewählt. Er war der beste Spieler der XFL, der bisher letzten Liga, die versuchte, sich im Frühling zu etablieren, aber wegen der Corona-Pandemie nach fünf Spieltagen eingestellt werden musste.

Wie viel verdienen die Spieler in der USFL?

Aktive Spieler verdienen für die Saison ein Grundgehalt von 45.000 US-Dollar, Mitglieder der Practise Squad sollen 15.000 Dollar verdienen. Die Siegprämie pro Spiel beträgt 850 Dollar pro Sieg und weitere 10.000 Dollar für die Championship.

Dafür müssen die Spieler ihre eigene Miete bezahlen. Die Liga bietet dafür Hotelzimmer für 75 Dollar pro Nacht, mit der Möglichkeit, dass sich zwei Spieler ein Zimmer teilen.

USFL Spieler und Mitarbeiter bekommen die Gelegenheit, einen Universitätsabschluss ohne Studiengebühren oder -kredite abzulegen. Das garantiert eine Partnerschaft mit einem privaten Bildungsdienstleister und einer Hochschule.

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Till Oppermann

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