Die Box-Legenden Evander Holyfield (li.) und Mike Tyson (re.) wollen es mit ... - Bildquelle: 2014 Getty ImagesDie Box-Legenden Evander Holyfield (li.) und Mike Tyson (re.) wollen es mit Mitte 50 noch einmal wissen. © 2014 Getty Images

München - Vor 23 Jahren standen sich Mike Tyson und Evander Holyfield im legendären "Bite Fight" das letzte Mal im Ring gegenüber. Ein knappes Viertel-Jahrhundert später wird ein Sensations-Comeback der beiden Box-Legenden immer wahrscheinlicher.

Holyfield, mittlerweile 57 Jahre, bestätigte beim Radiosender "The 3 Point Conversation", dass die Gespräche mit Tysons Team auf Hochtouren laufen. "Wir haben noch keinen Deal, aber wir arbeiten daran", so der frühere Cruiser- und Schwergewichtsweltmeister. 

Es wäre der dritte Kampf zwischen zwei der größten Boxer unserer Zeit. Im November 1996 hatte Holyfield "Iron Mike" im Box-Mekka Las Vegas spektakulär durch TKO besiegt. Ein halbes Jahr später wurde Tyson im Rematch in der dritten Runde disqualifiziert, nachdem er Holyfield ein Stück Ohr abgebissen hatte. 

Comeback für wohltätige Zwecke

Vor wenigen Wochen hatten beide – angeblich unabhängig voneinander – ihre geplante Rückkehr in den Ring öffentlich gemacht. Der 53-jährige Tyson verkündete auf Instagram, er wolle Showkämpfe über drei, vier Runden bestreiten und die Einnahmen für wohltätige Zwecke verwenden. "Ich will Geld sammeln für Obdachlose und drogenabhängige Chaoten wie ich einer war."

Auf Instagram postete "Iron Mike", der 1986 mit 20 Jahren und 144 Tagen jüngster Schwergewichts-Weltmeister in der Geschichte des Boxsports geworden war, einen kurzen Clip, der seine Fans begeisterte. Es scheint, als habe Tyson auf wundersame Weise nichts an Schnelligkeit und Schlaghärte einbüßt.

Auch Holyfield veröffentlichte Trainingsszenen in den sozialen Medien. "The Real Deal" strebt ebenfalls Showkämpfe an, um mit seiner Holyfield Stiftung, Kindern zu helfen. Dass es jetzt tatsächlich zu einem dritten Showdown mit Erzrivale Tyson kommen könnte, hat sich eher zufällig entwickelt. "Das hat eine Eigendynamik bekommen. Er ist zurück ins Gym, ich auch. Und irgendwann haben die Menschen dann über diesen Kampf geredet."

Tyson kontaktiert Joshua-Promoter

Wie ernst es beiden Boxern mit ihrem Vorhaben ist, zeigt auch die Tatsache, dass Tysons Team bereits bei Anthony Joshuas Promoter Eddie Hearn angeklopft hat. "Tysons Leute haben mich kontaktiert und gesagt, lass uns über Mike reden", so Hearn bei "British Boxing TV".

Der 40-Jährige ist jedoch hin und hergerissen, ob des fortgeschrittenen Alters beider Akteure. "Ich würde es gerne sehen. Aber ich habe das Gefühl, dass es ein wenig verantwortungslos wäre, eine 53-jährige Legende zurück in den Ring zu lassen", so Hearn.

Es sei ein schmaler Grad zwischen dem Wunsch nach Unterhaltung und der Verantwortung dem Sport sowie der Gesundheit der Athleten gegenüber. Ganz ausschließen wollte Hearn jedoch nicht, dass er den Kampf veranstalten könnte. "Es hat schon kuriosere Dinge gegeben, wir werden sehen."

Kampfsport-Größen schlagen Alarm

Deutlich mehr Bauchschmerzen haben einstige Boxgrößen. So warnte der frühere Supermittelgewichts-Champion Carl Froch in einem Video-Interview auf Twitter eindringlich: "Tyson sieht explosiv und fantastisch aus, aber eben in einem fünfsekündigen Instagram-Clip. Ich weiß nicht, was in ihren Köpfen vorgeht, ob es das Geld oder das Ego ist. Was auch immer. Viele Menschen sprechen jetzt darüber und das macht mir große Sorge. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee wäre."

Es gebe eine Grund, weshalb Boxer ihre Karrieren beenden. "Sie haben es irgendwann einfach nicht mehr drauf. Schon Anfang, Mitte 30 verlierst du langsam deine Reflexe, dein Timing und dein Durchhaltevermögen."

Zuvor hatten schon Schwergewichts-Legende George Foreman, Dillian Whyte und UFC-Boss und Tyson-Freund Dana White vor den Folgen eines Kampfs gewarnt. "Ich liebe Mike Tyson und habe ihn angefleht, nicht zu kämpfen", verriet der UFC-Präsident im kanadischen Podcast "Tim and Sid". "Ich habe ihm gesagt, du siehst fantastisch aus, du hast immer noch Explosivität und Kraft. Du bist einer der Größten aller Zeiten. Aber du bist 53, bitte, bitte, mach es nicht."

"Keine Schlammschlacht"

Immerhin: Tyson und Holyfield wollen es zumindest langsam angehen lassen. "Es geht nicht darum, wer wen besiegen kann. Es geht darum, den Menschen zu zeigen: Hier sind zwei der größten Boxer unserer Ära und wir kommen zusammen als Männer, um etwas für andere zu tun", betonte Holyfield in der "Daily Mail" und fügte an: "Aber wir müssten uns etwas überlegen. Das darf keine Knockout-Schlammschlacht werden."

Doch kämpfen ist ein Instinkt und wozu der in einem Duell zwischen Tyson und Holyfield führen kann, ist seit nunmehr 23 Jahren hinlänglich bekannt.

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