Das Wembley-Stadion ist eines von zwei neuen Stadien im EM-Update zu eFootba... - Bildquelle: KonamiDas Wembley-Stadion ist eines von zwei neuen Stadien im EM-Update zu eFootball PES 2020 © Konami

München - Nicht nur für Millionen Fußball-Fans, sondern auch für Konami war die Verschiebung der EM ins kommende Jahr eine bittere Pille. Schließlich hat der japanische Spieleentwickler die exklusive Lizenz zu einem Fußballturnier erworben, das wegen der Corona-Pandemie (noch) gar nicht stattfindet. Sein Versprechen, die EM als kostenloses Update für Besitzer von eFootball Pro Evolution Soccer 2020 zu veröffentlichen, hat Konami dennoch gehalten. Seit dem 4.6. ist das EM-Update verfügbar.

ran.de hat sich das Game zur EM, die es nicht gibt, angeschaut:

Schon beim ersten Start von eFootball PES 2020 nach Installation des EM-Inhalts wird klar: Die Turnierabsage scheint auch Konami die Stimmung verhagelt zu haben. Im Hauptmenü ist von EM-Flair nichts zu sehen. Erst im Untermenüpunkt "Pokal" versteckt sich der neue EM-Modus. Startet man dort das Turnier, sorgen das offizielle EM-Intro und die korrekten Gruppen immerhin erstmals für so etwas wie EM-Stimmung. Also: Deutschland ausgewählt und die Hammergruppe mit Frankreich, Portugal und einem Playoff-Team – in unserem Fall Schottland – gestartet!

Neue Trikots, Gesichter und TV-Einblendungen

Zu Beginn des ersten Gruppenspiels gegen Frankreich zeigt sich der neue EM-Modus dann von seiner besten Seite: TV-Einblendungen, wie sie bei der EM geplant wären, Original-EM-Ball, authentische Trikots, via 3D-Scan implementierte Originalgesichter der Kicker – alles da. Selbst bei Außenseitern wie Finnland, Tschechien oder Island hat Konami massig realistische Spielergesichter hinzugefügt. Insgesamt sind gleich 55 UEFA-Mitgliedsländer komplett lizensiert dabei. Lobenswert!

Auf dem Platz gibt es im Vergleich zum Hauptspiel eFootball PES 2020 dagegen keine Änderungen. Das muss aber auch nicht sein: Auch im EM-Modus glänzt das Spiel als realistische Fußballsimulation mit kleinen Macken, aber insgesamt einer Menge Spielspaß.

Gazprom Arena PES
Auch die Gazprom Arena in St. Petersburg ist mit dem EM-Update neu dabei. © Konami

Fünf Stadien und echte Turnierstimmung fehlen

Doch wie schon beim Update zur EM 2016 hat Konami seine Hausaufgaben schludrig gemacht: Von den zwölf EM-Stadien sind nur sieben im Spiel. Neu im Update dazugekommen sind lediglich das Wembley-Stadion und die Arena in St. Petersburg. Noch ärgerlicher allerdings: Die vorhandenen Stadien sind nicht den korrekten Begegnungen zugeordnet: Statt zweimal in München zu kicken, finden unsere Begegnungen mit Deutschland gegen Frankreich und Portugal in Rom und St. Petersburg statt, obwohl auch die Allianz-Arena im Spiel wäre. Eine Chance, das Stadion manuell auszuwählen, gibt es im Turniermodus nicht. 

Zudem herrscht im Menü zwischen den Partien klassischer PES-Minimalismus: Kein Ergebnisticker. Keine News zum virtuellen Turnierverlauf. Stattdessen gähnende Leere.

Spielerisch top, aber kein EM-Ersatz

So hinterlässt das Update einen faden Beigeschmack: Für ein, zwei Turnierdurchläufe dürften PES-Fans mit dem kostenlosen EM-Modus ihren Spaß haben – um dann aber wohl doch wieder zurück zur motivierenderen Meisterliga oder den Online-Modi zu wechseln. Wer sich hingegen mit dem EM-Modus über einen ganzen Sommer ohne großes Turnier hinwegtrösten will und sich ausschließlich dafür eFootball PES 2020 zulegt, bekommt ein spielerisch tolles, aber letztlich eben doch kein komplettes Paket. Die große Fußball-Party bleibt diesen Sommer aus – auch an der Konsole.

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