Bald nicht mehr Präsident des FC Bayern: Uli Hoeneß - Bildquelle: 2018 Getty ImagesBald nicht mehr Präsident des FC Bayern: Uli Hoeneß © 2018 Getty Images

München - Was nach Freitagabend passiert, kann kaum jemand vorhersagen. Hört der FC Bayern womöglich sogar auf zu existieren? Denkbar wäre es auf den ersten Blick, schließlich hört Uli Hoeneß als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender auf. Ein FC Bayern ohne Hoeneß? Das haben wenige Menschen erlebt und können sich womöglich noch weniger vorstellen.

Hoeneß diente dem Verein zunächst als Spieler, Ende der 70er zwang ihn eine Knieverletzung zur Beendigung seiner aktiven Karriere. Am 1. Mai 1979 wurde er mit 27 Jahren zum jüngsten Bundesliga-Manager. Er übernahm einen verschuldeten FC Bayern, den er in den kommenden Jahrzehnten in den Kreis der reichsten Vereine der Erde führte.

Hoeneß steht bei Bayern auch für das Familiäre

Am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung (JHV) wird Hoeneß von der Bayern-Basis verabschiedet. In der Gunst einiger Mitglieder war Hoeneß zuletzt gesunken, im Vorjahr gab es sogar Pfiffe für ihn. Doch wie reagiert die Basis diesmal? Schließlich dankt der König ab. Eigentlich ist Zeit für Uli-Hoeneß-Festspiele. Um einen gebührenden Rahmen zu bieten, ist der Klub extra aus der Basketball-Halle, die Platz für rund 7.000 Menschen bietet, in die Olympiahalle umgezogen. Kapazität für rund 12.000 Menschen und feinsten bajuwarischen Kitsch.

40 Jahre lang prägte Hoeneß den Verein, strukturell, finanziell, aber auch sozial. So hart er mit seinen Gegnern umging, so herzlich war häufig das Verhältnis zu den Seinen. Sein Büro an der Säbener Straße war keine präsidiale Sperrzone, sondern Anlaufpunkt für die Sorgen aller Mitarbeiter. Auch deswegen genießt Hoeneß in diesem komplizierten Klub eine Sonderstellung. "Wenn man ein Problem hat und in der Tinte sitzt, ist er für einen da. So hat er auch diesen familiären Charakter geprägt", berichtet sein langjähriger Weggefährte und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einem Beitrag auf der Vereinsseite. Hoeneß' Büro wird aber keinesfalls leer stehen oder sogar zum Schrein umgewandelt. Herbert Hainer wird es beziehen.

Kahn als wichtige Personalie

Hainer, so ist der Plan, soll bei der JHV als neuer Bayern-Präsident gewählt werden. Die Nachfolge-Regelung ist auch ein Beleg dafür: So richtig geht Uli Hoeneß nicht. "Ich werde dem Verein solange dienen, bis ich nicht mehr atmen kann", hat Hoeneß einmal gesagt. Und Hoeneß hat noch einige Atemzüge in sich. Hainer, der frühere Vorstandsvorsitzende von Adidas ist ein langjähriger Freund von Hoeneß. Der Patriarch überlässt sein Vermächtnis in vertrauten Händen.

Auch im Vorstand, der vom Aufsichtsrat bestellt wird, hat der scheidende Aufsichtsratschef Hoeneß seine Kandidaten platziert. Die wichtigste und zugleich namhafteste Personalie ist Oliver Kahn. Der ehemalige Nationaltorhüter stößt ab Januar zum Verein, wird erst Teil des Vorstands. Unter der Anleitung von Vorstandschef Rummenigge soll er das Handwerk lernen und diesen dann 2021 ablösen, wenn Rummenigges Vertrag am Jahresende ausläuft.

Hoeneß wird dem FC Bayern verbunden bleiben

Der dritte im Bunde ist Hasan Salihamidzic, der im Sommer vom Sportdirektor zum Sportvorstand aufsteigen wird. Ein Vorgang, für den sich vor allem Hoeneß öffentlich einsetzte, er rief kürzlich sogar in einer Talkshow an, um Salihamidzic öffentlich gegen Kritik zu verteidigen. Salihamidzic hatte seinen Posten als Sportdirektor als Kompromisslösung von Hoeneß und Rummenigge angetreten. Beide betonten zuletzt immer wieder den Fleiß und Einsatz des 42-Jährigen.

Hoeneß hat also noch seine Leute im Verein, sitzt zudem selbst im Aufsichtsrat, wenn auch nur noch als normales Mitglied. Als er auf einer Pressekonferenz seinen Abschied verkündete, sagte er auch: "Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Zigarre rauchender und Golf spielender Rentner werde. Sie werden schon noch von mir hören." Der FC Bayern kann also weiter existieren. Und auch Rummenigge weiß: "Ein Leben ohne den FC Bayern wird es für ihn nie geben."

Tim Brack

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Tabelle

Bundesliga

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG14101330:161431
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1493239:162330
3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1475233:191426
4FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS041474325:18725
5SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1474324:17725
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041474322:18425
7Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB1473435:201524
81899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1463519:23-421
9VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1455415:14120
101. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1461718:19-119
11Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1453624:22218
12FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1445520:26-617
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051450920:34-1415
14Werder BremenWerder BremenWerderSVW1435622:29-714
15Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1433820:29-912
16Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF951433816:29-1312
17SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP14221017:32-158
181. FC Köln1. FC KölnKölnKOE14221012:30-188
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