Die Mannschaft am Boden, der Präsident Wolfgang Dietrich (links) steht in de... - Bildquelle: imagoDie Mannschaft am Boden, der Präsident Wolfgang Dietrich (links) steht in der Kritik, der neue Trainer Tim Walter (rechts) in den Startlöchern - Der Abstieg in der 2. Bundesliga hat wohl einen großen Umbruch zur Folge © imago

München - Der VfB Stuttgart hat den Klassenerhalt verpasst und ist zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren abgestiegen. Der Gang in Liga zwei hat vor allem finanzielle Folgen.

ran.de verrät, was der Absturz in das Fußball-Unterhaus für die Schwaben bedeutet.

40 Millionen Euro weniger Umsatz

Umsatz: Laut "kicker" verringert sich der Umsatz von aktuell knapp 140 Millionen Euro in der 2. Bundesliga auf rund 100 Millionen Euro. Ein Großteil des Rückgangs ist auf die Fernsehgelder zurückzuführen. In der abgelaufenen Saison kassierte der VfB Stuttgart aus den nationalen Medienrechten 39,815 Millionen Euro und zusätzlich 8,181 Millionen Euro aus der internationalen Vermarktung - ergibt zusammen knapp 48 Millionen Euro. In der 2. Bundesliga belaufen sich die TV-Einnahmen wohl auf 26 bis 28 Millionen.

Lizenz: Der VfB Stuttgart hat die Lizenz für die 1. und 2. Bundesliga ohne Auflagen erhalten.

Sponsoren: Laut Informationen der "Bild" gelten fast alle Sponsoren-Verträge auch für die 2. Bundesliga. Es könnte allerdings sein, dass einige Sponsoren für den Falle des Abstiegs geringere Summen ausgehandelt haben. Genaueres dazu ist der Öffentlichkeit allerdings nicht bekannt.

Fast alle Verträge gelten auch für 2. Liga

Spieleretat:  Der VfB Stuttgart zahlte laut "kicker" in der Saison 2018/2019 für die Spieler der 1. Mannschaft Gehälter von insgesamt 60 Millionen Euro. In der 2. Bundesliga werden die Kaderkosten nun wohl um mindestens 30 Prozent reduziert, betragen also maximal 42 Millionen Euro betragen.

Damit ist der VfB dennoch die mit Abstand teuerste Mannschaft der 2. Bundesliga. Zum Vergleich: Absteiger Hannover 96 plant mit rund 21 Millionen Euro Etat, der Hamburger SV mit 25 Millionen.

Spieler-Abgänge: Sicher ist bereits, dass Benjamin Pavard für 35 Millionen Euro Ablöse zum FC Bayern München wechselt. Ansonsten gelten nahezu alle bestehenden Verträge auch für die 2. Bundesliga. Die Frage ist nur, ob sich der VfB Stuttgart weiterhin alle Spieler leisten kann bzw. möchte.

Mario Gomez beispielsweise soll ein Jahresgehalt von 6 Millionen Euro kassieren. Laut der "Bild" will er aus familiären Gründen trotz des Abstiegs in Stuttgart bleiben und sein letztes Vertragsjahr erfüllen. Verteidiger Ozan Kabak wird den VfB Stuttgart dagegen wohl dank einer Klausel für rund 15 Millionen Euro verlassen. Holger Badstuber hat noch Vertrag bis 2021. Ein Verbleib ist allerdings eher unwahrscheinlich. 

Die Verträge mit Dennis Aogo, Christian Gentner und Andreas Beck laufen aus.

Spieler-Neuzugänge: Sicher ist bereits, dass der offensive Mittelfeldspieler Mateo Klimowicz (Instituto AC) für 1,5 Millionen Euro nach Stuttgart kommt und der defensive Mittelfeldspieler Atakan Karazor (Holstein Kiel) für 800.000 Euro.

Laut "kicker" möchte der VfB auch noch Philipp Klement vom SC Paderborn verpflichten. Es ist allerdings fraglich, ob der Mittelfeldspieler nach dem Aufstieg mit Paderborn ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga verbringen möchte. Die angedachte Verpflichtung von Offensivspieler Maximilian Philipp (Borussia Dortmund) ist nun vermutlich ohnehin kein Thema mehr.

Sicher ist, dass zunächst sieben Leihspieler nach Stuttgart zurückkehren. Der defensive Mittelfeldspieler Orel Mangala hat vergangene Saison beim Hamburger SV eine starke Entwicklung genommen, kennt die 2. Bundesliga und könnte eine tragende Rolle einnehmen.  

Wie geht es weiter mit Präsident Wolfgang Dietrich?

Trainer: Tim Walter übernimmt die Mannschaft zur neuen Saison, hat beim VfB Stuttgart einen Vertrag bis Sommer 2021 unterschrieben. Der ehemalige Trainer von Holstein Kiel kennt die 2. Bundesliga.

Präsident: Präsident Wolfgang Dietrich steht aufgrund der Entwicklung in der Kritik. Der frühere VfB-Profi Thomas Berthold hatte vor der Relegation in seiner "kicker"-Kolumne geschrieben: "Wolfgang Dietrich sollte den Weg für einen Neubeginn freimachen und zurücktreten. Wenn Stuttgart erneut absteigt, ist er für mich eh nicht mehr zu halten."

Die Präsidentschaft von Dietrich läuft offiziell zwar bis zum 9. Oktober 2020. Doch bereits bei der Mitgliederversammlung am 14. Juli könnte er den massiven Gegenwind der Fans zu spüren bekommen.

Investoren: Der VfB Stuttgart möchte insgesamt 24,9 Prozent seiner Anteile verkaufen, um frisches Geld in die Kassen zu spülen. Daimler hat bereits 11,75 Prozent übernommen. Präsident Dietrich möchte bis zum 30. Juni einen zweiten Investor präsentieren - trotz des Abstiegs.

An dieser Zielsetzung muss sich der Präsident messen lassen.

von Oliver Jensen

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Tabelle

Bundesliga

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB34246488:325678
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB34237481:443776
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL34199663:293466
4Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB04341841269:521758
5Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG341671155:421355
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB341671162:501255
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE341591060:481254
8Werder BremenWerder BremenWerderSVW341411958:49953
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG341312970:521851
10Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF95341351649:65-1644
11Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC3411101349:57-843
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M05341271546:57-1143
13SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF348121446:61-1536
14FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0434891737:55-1833
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA34881851:71-2032
16VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB34772032:70-3828
17Hannover 96Hannover 96HannoverH9634562331:71-4021
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnbergFCN343102126:68-4219
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