Benjamin Pavard und Hansi Flick. - Bildquelle: imago images/Sven SimonBenjamin Pavard und Hansi Flick. © imago images/Sven Simon

München – Zahlen lügen nicht. Statistiken demnach in der Regel auch nicht.

Im Gegenteil: Sie sind vor allem dann ein schöner Beleg, wenn Spieler nicht so auffällig spielen, wenig spektakulär, sondern in erster Linie effektiv, mannschaftsdienlich. Prädikat wertvoll.

Wie Benjamin Pavard.

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Makel Absteiger

Der Franzose kam für 35 Millionen Euro mit dem Siegel Weltmeister 2018 mit Frankreich im Sommer 2019 zum FC Bayern, allerdings auch mit dem Makel Absteiger mit dem VfB Stuttgart.

Ein Karriere-Hänger, der ihm lange nachhing. Dem steilen Aufstieg folgte eine recht harte Landung in der Realität. Auch wenn er nicht die Hauptschuld für den Abstieg des VfB trug, wurde ihm viel angelastet.

Zwei Schritte müsse er machen, kritisierte im Sommer des Wechsels der Ex-Münchner Bixente Lizarazu, Pavard habe seit dem WM-Titel nur noch Durchschnitt abgeliefert.

Zudem "muss er sich defensiv verbessern, aggressiver werden und das richtige Verhalten im Eins-gegen-eins lernen“, so Lizarazu. Für ihn war klar: "Spielt Kimmich rechts, bleibt Pavard auf der Bank."

Das saß.

Doch es kam wie so oft anders. Für die Innenverteidigung eingeplant, rückte Pavard die meiste Zeit in dieser Saison nach rechts, weil Joshua Kimmich ins defensive Mittelfeld wechselte.

Starke Statistiken

Dort hat er sich nach ein paar Start-Schwierigkeiten nicht nur festgespielt, sondern unverzichtbar gemacht. Womit wir bei den Zahlen wären, denn die sprechen eine deutliche Sprache.

Mit einer Passquote von 92 Prozent ist er ligaweit unter den Rechtsverteidigern ganz vorne, bei den abgespulten Kilometern ist er mit 268 Zweiter hinter Düsseldorfs Matthias Zimmermann, ligaweit bedeutet das immerhin Platz 15. Bayern-intern läuft nur Kimmich mehr: Er kommt auf 12,59 Kilometer. Pavard gewinnt zudem 58,4 Prozent seiner Zweikämpfe, 64,4 Prozent in der Luft, 56,3 Prozent am Boden. 

Pavard ist Bayern-Dauerbrenner, kommt auf 2160 Einsatzminuten in der Liga, die zweitmeisten der Bayern-Feldspieler, auch hier hat nur Kimmich (2186) mehr, in allen Wettbewerben sind es 36 Spiele, drei Tore und fünf Vorlagen sowie 3160 Minuten, also jede einzelne in Champions League und DFB-Pokal.

Gegen Gladbach (1:2) blieb Pavard auf der Bank, gegen Paderborn (3:2) saß er eine Gelbsperre ab. Die vier Gegentore sprechen in gewisser Weise auch für ihn. Ebenso wie die Tatsache, dass Real-Leihe Alvaro Odriozola im Rechtsverteidiger-Duell chancenlos ist.

"Kämpfe jeden Tag dafür"

Eine Überraschung, dass er aus der Stammformation nicht wegzudenken ist?

"Für die Leute, die mich kritisiert haben: ja, für mich: nein", sagte Pavard der "L'Equipe": "Ich bin zu einem der größten Klubs der Welt gekommen - wenn nicht dem besten - um zu spielen. Ich kämpfe jeden Tag dafür."

Ihm ist klar, dass dies nur eine Momentaufnahme ist, eben weil er beim FC Bayern spielt. "Im Moment läuft es gut, aber das bedeutet nicht, dass ich denke, dass ich angekommen bin. Ich denke, ich habe eine gute erste Saison. Aber ich bin nie zufrieden. Ich möchte meinen Platz nicht verlieren, deshalb werde ich weiter arbeiten.“

Deswegen würde er auch Rechtsverteidiger bleiben, auch wenn er grundsätzlich lieber in der Innenverteidigung agiert. Auch wenn die Bayern angeblich nach Neuzugängen für rechts Ausschau halten, Sergino Dest von Ajax Amsterdam zum Beispiel.  

Keine Angst vor Konkurrenz

Pavard: "Konkurrenzkampf gehört zu den Dingen, durch die der Klub voran kommt. Davor habe ich keine Angst. Bayern ist eine Maschine, will jedes Jahr jeden Titel gewinnen. Deshalb ist man natürlich an all den großen Spielern interessiert."

Was ihm geholfen hat: Einzelgespräche mit Trainer Hansi Flick, in denen diskutiert wird, "wie ich mich noch weiter verbessern kann".

Seine Ziele: "Ich will in Zukunft noch mehr Torvorlagen geben und selbst noch mehr Tore schießen."

Er weiß selbst ja auch: Zahlen lügen nicht.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB29214486:285867
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB29186580:354560
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL291610374:314358
4Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG29175757:352256
5Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB0429175754:361856
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB29119941:36542
71899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG291261140:48-842
8SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF291081138:41-338
9Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC291081143:50-738
10FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS04299101034:46-1237
111. FC Köln1. FC KölnKölnKOE291041546:56-1034
12Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE28951446:53-732
13FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA29871440:56-1631
141. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU29941634:52-1831
151. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0529841737:62-2528
16Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF9529691431:58-2727
17Werder BremenWerder BremenWerderSVW28671530:59-2925
18SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP29471832:61-2919
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