FCB-Boss Rummenigge entschuldigte sich bei TSG-Mäzen Hopp für die unterirdis... - Bildquelle: 2020 Getty ImagesFCB-Boss Rummenigge entschuldigte sich bei TSG-Mäzen Hopp für die unterirdische Aktion der Bayern-Ultras. © 2020 Getty Images

München - Es hätte ein Fußballfest werden können, zumindest aus Bayern-Sicht. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Torjäger Nummer eins, Robert Lewandowski, zerlegte der Rekordmeister überforderte Hoffenheimer gut eine Stunde lang in seine Einzelteile. 

Statt sich zu freuen und die Leistung der eigenen Mannschaft zu feiern, entschieden sich Anhänger der Münchner, die Gala zu zerstören. In der 67. Minute breiteten sie Schmähplakate gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp aus. "Alles beim Alten. Der DFB bricht sein Wort. Hopp ist und bleibt ein H***sohn."

Teams setzten Zeichen gegen Hass

Auch nach einer kurzen Unterbrechung tauchte das Banner in der 77. Minute erneut in der Bayern-Kurve auf. Schiedsrichter Christian Dingert schickte beide Teams vorübergehend in die Katakomben. Dort einigten sich beide Teams, den Störern auf den Rängen zu trotzen und das Spiel zu Ende zu bringen, indem man sich bis zum Abpfiff den Ball nur noch untereinander zuschiebt. Ein sollte ein Zeichen gegen den Hass sein. 

Schon während der Vorfälle entschuldigte sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bei Hopp. Am "Sky"-Mikrofon verurteilte er die Ultra-Aktion aufs Schärfste. "Es ist das hässliche Gesicht des FC Bayern München. Ich schäme mich zutiefst für diese Chaoten."

Auch in Dortmund musste das Spiel gegen den SC Freiburg wegen Schmähgesängen gegen Hopp unterbrochen werden.

Die Stimmen zum Bayern-Eklat in Hoffenheim

Karl-Heinz Rummenigge (FCB-Vorstandvorsitzender): "Ich schäme mich zutiefst aus Sicht des FC Bayern für die Chaoten. Jetzt ist der Moment gekommen, wo der DFB und alle Verantwortlichen gegen diese Chaoten vorgehen müssen. Ich schäme mich und entschuldige mich, aber es ist eigentlich nicht zu entschuldigen. Das ist das ganz hässliche Gesicht des FC Bayern München. Wir werden mit aller Schärfe gegen diejenigen vorgehen, die heute den FC Bayern diskreditiert haben. Wir haben alles mitgefilmt und werden die Leute zur Rechenschaft ziehen. Die ganze Bundesliga, die DFL und der DFB müssen zusammenstehen und gegen diese Chaoten vorgehen. Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht."

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Ich wusste, dass vielleicht etwas geplant ist. Wir haben mit unserem Fanbeauftragten versucht diesen Aktionen entgegenzuwirken. So etwas kommt leider immer wieder vor. Trotz der Kontrollen bekommen sie solche Plakate ins Stadion. Das geht einfach nicht."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern): "Zwei Siege und der 120. Geburstag des FC Bayern. Es hätte eine perfekte Woche sein können. So war es heute ein trauriger Tag, ein Tiefpunkt. Beschämend. Hass und Intoleranz haben im Fußball und in der Gesellschaft nichts verloren."

Peter Görlich (Geschäftsführer TSG Hoffenheim): "Ich muss ein Kompliment an die Schiedsrichter aussprechen, die das mit einer wirklichen Ruhe und Souveränität durchgezogen haben. Kompliment aber auch an das Publikum und natürlich an den FC Bayern, die dafür Verständnis hatten und diese Situation gut erkannt haben. Hier wurde eine Grenze überschritten, wo wir uns als Fußball-Deutschland solidarisch zeigen müssen und sollten. Das war ein Zeichen für den Umgang auf dem Fußballplatz bis runter in die Amateurligen. Wir können als Zuschauer sehr viel dazu beitragen, dass wir solche Dinge schon im Keim ersticken. Es geht hier gegen eine Person, einen Klub - aber am Ende des Tages geht es gegen einen Menschen. Da braucht man Empathie und Feingefühl, das haben die Spieler und die Zuschauer. Deshalb war das ein hervorragendes Zeichen, wo sich Fußball-Deutschland solidarisieren kann und sollte." 

Jochen Schneider (Sportvorstand FC Schalke 04): "Das geht nicht in mein Hirn rein. Sie können weder den Fußball, noch den Verein lieben. Ich frage mich schon: wo ist da der Selbstreinigungsprozess? Wo sind die Leute, die daneben stehen und sagen 'Hört auf, wir wollen das nicht'? Die stehen einfach daneben und machen sich auch schuldig damit." 

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Was hier in Deutschland in den letzten zehn Monaten passiert ist ist unerträglich. Es werden Politiker, ehrenwerte Menschen, erschossen. Dann ist das in Hanau passiert, wo Menschen über den Haufen geknallt werden, die in einer Shisha-Bar sitzen. Das ist schrecklich. Der Fußball hat ein gewichtiges Wort und genau so muss gehandelt werden. Wenn Menschen diskriminiert werden, müsste man eigentlich vom Platz gehen und nicht mehr weiterspielen."

Jerome Boateng (FC Bayern): "Leider ist das Ergebnis heute in den Hintergrund gerückt. Wir stehen für einen respektvollen Umgang, Menschlichkeit und ein Miteinander im Fußball und in unserer Gesellschaft. Starkes Zeichen von beiden Mannschaften."

Manuel Neuer (FC Bayern): "Ich bin der Meinung, dass uns auch was kaputt gemacht wurde als Spieler des FC Bayern, weil wir eine tolle Leistung gezeigt haben."

Dietmar Hamann (Sky-Experte): "Da muss sich die ganze Liga zusammensetzen, damit wir diese Leute aus dem Stadion bekommen. Es kann nicht sein, dass 20, 50 oder 100 dieser Chaoten ein Spiel an den Rande eines Abbruchs bringen. Das kann und darf nicht toleriert werden. Ein beschämender und trauriger Tag. Auf der anderen Seite aber auch ein absoluter Gänsehautmoment für mich, als Karl-Heinz Rummenigge nach dem Spiel mit Dietmar Hopp auf den Platz geht, sich beim Schiedsrichtergespann bedankt, alle Spieler von Bayern und Hoffenheim gehen in die Kurve, Hopp-Gesänge im Stadion. Das ging von einem der schwärzesten Momente zu einem der schönsten Momente innerhalb einer Viertelstunde." 

Sebastian Kehl (Leiter Lizenzspielerabteilung BVB): ""Über Konsequenzen habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. der Schiedsrichter hat das Spiel unterbrochen, so wie es auch besprochen war. Es gibt ja einen Drei-Stufen-Plan, der auch so an die Vereine kommuniziert wurde. Es wurde kurzfristig unterbrochen aufgrund einzelner Schmähungen, die in unserem Stadion nichts verloren haben und gegen die wir uns als Klub in der Vergangenheit schon mehrfach klar positioniert haben. Es gibt hier keinen Raum für solche Themen. Deswegen hat der Schiedsrichter hier richtig unterbrochen und dann hat sich das Spiel weiter fortgesetzt." (...) "Es gibt keinen Raum hier bei Borussia Dortmund für persönliche Anfeindungen, egal ob sie nach irgendeiner Hautfarbe oder Religion zu bewerten sind. Wir stehen hier für Vielfalt bei Borussia Dortmund und deswegen finden wir es nicht in Ordnung."

Michael Zorc (Sportdirektor BVB): "Das hat bei uns im Stadion nichts zu suchen. Wir können uns nur mit aller Kraft distanzieren. Bisher hat es die Bundesliga nicht in den Griff bekommen. Wir haben einen Punkt erreicht, der nicht mehr zu tolerieren ist. Das ist scheiße."

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Nächste Bundesliga-Spiele: Wer ist Favorit?

Wer überträgt die Bundesliga 2022/23 live?

In der Bundesliga-Saison 2022/2023 gelten die gleichen Übertragungsrechte wie in der Vorsaison.

Bundesliga im Free TV bei SAT.1
Auch in der Saison 2022/23 zeigt ran insgesamt neun Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga live in SAT.1 und im Livestream. Alle Tore, Ergebnisse und Tabellen gibt es auf ran.de in Echtzeit. Neben der Konferenz aller Spiele sind auch alle Einzelspiele im Liveticker abrufbar.

Bundesliga bei Sky
Sky ist und bleibt der größte Übertragungspartner der Deutschen Fußball Liga. Der Pay-TV-Sender hält die Rechte für alle Spiele am Samstag sowie für die Spiele der englischen Wochen, die dienstags und mittwochs stattfinden. Auch die Konferenz bleibt im Sky-Programm erhalten.

Bundesliga beim Streaming Dienst DAZN
Jedes Freitags- und Sonntagsspiel der Saison läuft exklusiv auf DAZN. Freitags immer um 20.30 Uhr, sonntags an bis zu drei Anstoßzeiten um 15:30 Uhr, 17:30 Uhr und 19:30 Uhr.

Bundesliga bei der ARD
ARD ist mit der Sportschau am Samstagabend ab 18:30 Uhr mit der Bundesliga am Start und zeigt die Zusammenfassungen und Highlights aller Spiele der Bundesliga und der Samstagsspiele der 2. Bundesliga. Am Sonntag ab 21:15 Uhr dürfen die ARD und ihre Regionalsender die Highlights / Zusammenfassungen der bis zu drei Sonntagsspiele im frei empfangbaren Fernsehen präsentieren

Bundesliga beim ZDF
Am späten Samstagabend, zwischen 21:45 und 24:00 Uhr, gibt es im ZDF die Nachberichterstattungen der Spieltage der 1. und 2. Liga sowie die Erstverwertung der Highlights des Abend Bundesliga-Topspiels im TV.


Wann findet die Bundesliga-Relegation 2023 statt?

Wenn am 27. Mai 2023 die Bundesliga-Saison beendet wird, steht auch fest, wer in der Relegation ran muss. Ausgetragen wird die Relegation am 1. und 5. Juni - live in SAT.1 und auf ran.de.

Die Termine für die Relegation im Überblick:

  • 1. Juni 2023 - Relegation Bundesliga Hinspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 2. Juni 2023 - Relegation 2. Bundesliga Hinspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 5. Juni 2023 - Relegation Bundesliga Rückspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 6. Juni 2023 - Relegation 2. Bundesliga Rückspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn

Wann endet die Bundesliga-Saison 2022/23?

Die Bundesliga-Saison 2022/23 endet am 27. Mai 2023 mit dem 34. Spieltag. Spätestens hier wird entschieden, wer Meister wird, wer absteigt und wer in die Relegation muss.


Wie sind die Anstoßzeiten in der Bundesliga-Saison 2022/23?

Seit der Bundesliga-Saison 2022/23 wird es einige Änderungen bei den Anstoßzeiten geben. Das späte Sonntagsspiel wird nicht um 18 Uhr, sondern um 17:30 angepfiffen. Zudem wird es zehn Spiele am Sonntag um 19:30 Uhr geben. Die Montagsspiele fallen dagegen weg. Die Freitagsspiele finden wie gewohnt um 20:30 Uhr statt und auch am Samstag werden die Partien wie gewohnt um 15:30 Uhr und um 18:30 Uhr angepfiffen. Hier geht es zum Spielplan der Bundesliga.


Die nächsten Spiele & Termine

Bundesliga Spieltage 18, 19 und 20

TOP Spiele 18. Spieltag

Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB18107152:163637
21. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU18113431:22936
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL18105339:241535
4SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF18104429:25434
5Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1895437:261132
6Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB17101631:25631
7VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1885536:221429
8Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG1874734:29525
9Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041773730:28224
10Werder BremenWerder BremenWerderSVW1873829:37-824
111. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051865726:29-323
121. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1756629:31-221
131899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1854926:31-519
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA18531023:33-1018
15VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB1837822:32-1016
16VfL BochumVfL BochumBochumBOC18511219:44-2516
17Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC18351020:32-1214
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0417231214:41-279
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