- Bildquelle: 2020 Getty Images © 2020 Getty Images

München - Der Star des 4:2-Erfolgs der Bayern bei Bayer Leverkusen war schnell gefunden: Leon Goretzka (ran-Note 1).

Mit unglaublicher Präsenz, körperlicher Robustheit, guter Übersicht und Torgefahr leitete der Nationalspieler nach zwischenzeitlichem Rückstand die Wende ein und ebnete den Weg zum Schützenfest.

Es ist nicht das erste Mal seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga, dass Goretzka das Zünglein an der Waage ist: Elfmeter gegen Union Berlin herausgeholt, Tor gegen Eintracht Frankfurt, Dreh- und Angelpunkt gegen Borussia Dortmund. Und auch gegen Leverkusen defensiv wie offensiv so dominant, dass die Bezeichnung Mittelfeldmotor beileibe keine Übertreibung ist. 

Sonderlob von Trainer Flick

Hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel, Torriecher - von Trainer Hansi Flick gab's dafür ein Sonderlob. "Er hat die Akzente gesetzt, die wir, gerade wenn es nicht so gut läuft, in der Mannschaft brauchen. Das hat er hervorragend gemacht."

Goretzka, der Thiago-Ersatz ist der neue Musterschüler des Trainers. Mit Fleiß und Kampfbereitschaft vereint der Ex-Schalker besonders die Tugenden in sich, die Flick vielleicht sogar mehr beeindrucken als eine außergewöhnliche Technik. 

Vom Teilzeitarbeiter zum Erfolgsgarant

Vor Corona galt Goretzka auch aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit eher als Teilzeitkraft. Nur 43 Prozent aller Pflichtspiele stand er in der laufenden Saison in der Startelf. Nach der zehnwöchigen Pandemie-Zwangspause wirkt es jetzt beinahe so, als habe der FC Bayern einen heimlichen Neuzugang erhalten.

Mit akribischem Krafttraining legte sich der einst schlaksige Goretzka einen Muskel-Panzer für die Zweikämpfe zu - unter den Argusaugen der Fitnesstrainer, damit die zusätzliche Masse nicht zu Lasten der Spritzigkeit geht. "Es ist alles mit dem Trainerteam abgesprochen, keine Sorge. Man muss aber auch aufpassen, wir spielen ja immer noch Fußball", sagte er bei "Sky".

Der Erfolg gibt ihm recht. Aktuell ist er aus der Bayern-Elf nicht mehr wegzudenken. Vielmehr noch, durch seine Vielseitigkeit ist Goretzka derzeit der Erfolgsgarant. Zwar profitierte der Nationalspieler zuletzt auch von Thiagos Verletzung, rückte dadurch erst in die Startformation auf der Doppel-Sechs. Doch der Spanier muss sich ordentlich strecken, will er seinen Platz wieder zurückerobern.

Goretzka sieht sich nicht als Chef

Goretzka interpretiert die Sechserrolle ein wenig anders als Thiago, stellte Flick vor dem Spiel gegen Leverkusen fest. Die Dynamik des 25-Jährigen, sein Zug zum gegnerischen Strafraum und seine typischen Läufe in die Tiefe erscheinen derzeit aber angesagter als etwa spektakuläre Fähigkeiten am Ball wie sie Thiago besitzt. "Er nimmt eine sehr gute Entwicklung", so Flick.

Trotz Höhenflug bleibt Goretzka selbst selbstkritisch und bescheiden. "Wir sind nicht gut reingekommen, aber es zeichnet uns aktuell aus, dass wir über den Kampf dann wieder in die Partie finden", sagte er nach dem Sieg in Leverkusen.

In der Rolle des Mittelfeld-Chefs sieht er sich nicht. "Wir haben elf Chefs auf dem Platz", betonte er in der "ARD". "Es gibt viele Spieler, die Verantwortung übernehmen, aber ich zähle mich auf jeden Fall dazu."

Vorzeige-Profi auch abseits des Platzes

Verantwortung übernimmt der Mittelfeldspieler auch außerhalb des Platzes. Zusammen mit Buddy Joshua Kimmich rief er die Charity-Aktion "We kick Corona" ins Leben, sammelte bereits über fünf Millionen Euro für den Kampf gegen die Corona-Pandemie. Eine Million Euro stellte das Bayern-Duo persönlich zur Verfügung. Vorbildlich und längst nicht selbstverständlich.

Goretzka verkörpert auf dem Spielfeld und abseits genau jenen Typ Fußballer, nach dem sich die Gesellschaft sehnt. Erfolgreich, sozial und ganz ohne Starallüren.  

Und sportlich gesehen entwickelt sich der einstige Ergänzungsspieler in diesen Wochen vielleicht sogar zum entscheidenden Puzzlestück, das die Bayern im Mittelfeld seit Monaten händeringend suchen. Ganz ohne auf dem Transfermarkt tätig zu werden. 

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#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB34246499:445578
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL34198760:322865
3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB342041075:462964
4VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB341710761:372461
5Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE341612669:531660
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB043414101053:391452
71. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU341214850:43750
8Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG3413101164:56849
9VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB341291356:55145
10SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF341291352:52045
111899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG3411101352:54-243
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M05341091539:56-1739
13FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA341061836:54-1836
14Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC348111541:52-1135
15Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC34981726:52-2635
161. FC Köln1. FC KölnKölnKOE34891734:60-2633
17Werder BremenWerder BremenWerderSVW347101736:57-2131
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0434372425:86-6116
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