Lars Windhorst und Klaus-Michael Kühne stiegen bei Hertha BSC bzw. dem Hambu...Lars Windhorst und Klaus-Michael Kühne stiegen bei Hertha BSC bzw. dem Hamburger SV mit viel Geld als Investoren ein, erlebten aber nur sportliche Misserfolge

Hamburg – Zwei Vereine, zwei Spiele, ein gemeinsames Schicksal!

Der sportliche Niedergang von Hertha BSC und dem Hamburger SV, die nun im Relegationsduell um die Bundesliga-Zugehörigkeit spielen, hat Parallelen - der Einstieg der Investoren spielt dabei eine gewichtige Rolle. Gemeint sind Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV und Lars Windhorst bei Hertha BSC.

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Kühne hat mit seinem Speditionsunternehmen ein Vermögen von geschätzten 37,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und zählt zu den zehn reichsten Personen in Deutschland. Der HSV ist praktisch sein Hobby. Oder besser gesagt: Es war sein Hobby.

Rund 100 Millionen Euro soll er laut Medienberichten in den Verein investiert haben. Rückblickend bezeichnet er dies als ein "völlig missglücktes Abenteuer". Im Oktober sagte er dem "Hamburger Abendblatt": "Ich bin noch Aktionär, aber es macht keinen Spaß mehr."

Kühne stieg im Jahr 2010 beim HSV ein, als er für 12,5 Millionen Euro 33 Prozent der Transferrechte an Spielern wie Dennis Aogo und Marcell Jansen erwarb. Zwei Jahre später ermöglichte er durch ein Darlehen von 8,5 Millionen Euro die Verpflichtung von Rafael van der Vaart.

Immer wieder überwies er Geld an den HSV. Vielfach wurden die Darlehen in Anteile an der HSV Fußball AG umgewandelt, sodass er zeitweise 20,57 Prozent besaß. Heute sind es noch 15,21 Prozent.

Kurios: Je mehr Geld Kühne in den HSV steckte, desto schlechter war die sportliche Entwicklung. 2010, in Jahr seines Einstiegs, stand der Verein noch im Halbfinale der Europa League. Danach nahmen die Rothosen nie wieder an einem internationalen Wettbewerb teil.

Im Sommer 2016 wollte Kühne mit dem HSV den Erfolg erzwingen und stellte für Neuverpflichtungen 38 Millionen Euro zur Verfügung. Die Summe hätte nur zurückgezahlt werden müssen, wenn der HSV sich in den folgenden sechs Spielzeiten drei Mal für den Europapokal qualifiziert – also letztlich gar nicht.

Kühne wirft dem HSV "Unvermögen" vor

Der Ausgang ist bekannt: Der HSV vermied in der Saison darauf am letzten Spieltag gerade noch die Relegation. Ein Jahr später erfolgte beinahe unvermeidlich der Abstieg in die 2. Liga. "Dem HSV klebt das Pech und das Unvermögen an den Hacken", sagte Kühne einmal.

Dabei trägt er selbst seinen Anteil daran. Der renommierte Spielerberater Volker Struth hat Kühne bei seinen Investitionen zeitweise beraten. In seinem Buch "Meine Spielzüge" berichtet er, dass Kühne, der damalige Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer und der frühere Trainer Bruno Labbadia eher gegeneinander als miteinander arbeiteten. Dies scheint ohnehin eher Kern des Problems gewesen zu sein als der bloße Einstieg des Geldgebers.

Wunschspieler des Trainers, beispielsweise war eine Rückholaktion von Aogo geplant, wurden vom Investor abgelehnt, der dies hätte finanzieren müssen. Wunschspieler vom Investor wiederum, Moussa Sissoko soll damals ein Thema gewesen sein, lehnte der Trainer ab. 

Getätigte Transfers waren eher ein Kompromiss als eine gemeinsame Entscheidung.  

Struth schreibt in seinem Buch: "Trotz faszinierender einzelner Zukäufe fehlte das Wichtigste: eine stringente Linie. Kriegte der Trainer seinen einen Wunschspieler, durfte der Sportvorstand dafür seinen kaufen. Ich hatte einen wunderbaren Crashkurs erhalten zum Thema: Warum es mit dem HSV nie etwas wird."

Auch verbal sorgte Kühne immer wieder für Unruhe. Der frühere Sportdirektor Oliver Kreuzer wurde kurz nach seinem Dienstantritt in Hamburg von Kühne öffentlich als "Drittliga-Manager" abgekanzelt. Pierre-Michel Lasogga, der immerhin 49 Pflichtspieltore für den HSV schoss, hatte er als "Lusche" abgetan.

Kurzum: Kühne brachte viel Geld, aber genauso viel Unruhe in den Verein.

Windhorst investierte rund 375 Millionen Euro in die Hertha

Ähnliches lässt sich von Lars Windhorst bei Hertha BSC behaupten. Das Vermögen des deutschen Unternehmers wird auf bis zu 800 Millionen Euro geschätzt. Seit seinem Einstieg im Juni 2019 soll er insgesamt rund 375 Millionen Euro in den Verein gesteckt haben.

Er scheint dies ähnlich zu bereuen wie Kühne. "Bislang hat mir das Investment bei Hertha abgesehen von positiven Erfahrungen mit vielen Mitgliedern nur Nachteile gebracht", sagte er im März.

Rund 170 Millionen Euro hat die Hertha seit Sommer 2019 in Neuzugänge investiert, rund 82,4 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen. Dies ergibt ein Transferminus von 87,6 Millionen Euro. Eine Verbesserung der Mannschaft fand allerdings nicht statt.

Im Gegenteil: Mit Tabellenplatz 10, 14 und 16 ging es seit dem Einstieg von Windhorst nur noch bergab. 

Dabei hatte Windhorst noch im Juni 2020 getönt: "Wenn alle Beteiligten mitspielen und nicht zu große Fehler gemacht werden, dann gibt es theoretisch keinen Grund, warum Hertha nicht auch einmal deutscher Meister werden sollte und in der Champions League oben mitspielt."

Die Millionen von Windhorst flossen aber nicht nur in neue Spieler, sondern auch in die Schuldentilgung und die Eigenkapitalerhöhung. Zudem wurde Geld benötigt, um die Corona-Verluste zu kompensieren.

Lindhorst hält mit Peil Investment B.V. 66,6 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Allerdings nicht vom Hertha, Berliner Sport-Club e.V. Nur deshalb wird die 50+1-Regel nicht verletzt.

Konflikt zwischen Investor und Präsident sorgt für Unruhe

Einfluss auf den Verein versucht er trotzdem zu nehmen. Das beste Beispiel: Am Tage nach dem ersten Sieg der Hertha unter Trainer Felix Magath meldete sich Windhorst bei "Bild TV" zu Wort und sagte, es sei nicht möglich "unter der Führung von Herrn Gegenbauer (Präsident, Anm.d.Red.) als Team gemeinsam etwas zu erreichen."

Fredi Bobic ist in seiner Funktion als Sport-Geschäftsführer gefordert. "Wir haben sehr viele Nebengeräusche bei uns. Ich versuche immer, zu vermitteln. Das wird nicht immer gelingen. Es sind viele persönliche Sachen", sagte er dem ZDF.

Stellt sich die logische Frage: Warum sorgt ein Investor für Unruhe in einem Verein, in den er so viel Geld investiert hat? 

Windhorst verrät auf Nachfrage des ZDF: "Manchmal zweifle ich, ob es der richtige Schritt war. Das liegt aber nicht am Verein, dessen Potenzial ich nach wie vor sehe, sondern an den dort handelnden Personen."

Die Motivation von Kühne und Windhorst scheint ähnlich gelagert zu sein. Beide wollen nicht tatenlos zusehen, wie ihre hohe Investition verbrannt werden. Also versuchen sie Einfluss zu nehmen. Sie tun das vermutlich nach bestem Gewissen.

Und doch haben sie dadurch den sportlichen Niedergang ihres Vereins begleitet - wenn nicht sogar mit eingeleitet.  

Oliver Jensen

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Den Abschluss im Profi-Fußball macht die Relegation. 1., 2. und 3. Liga kämpfen um die letzten Plätze. Die Bundesliga-Relegation findet am Ende der Saison statt. Alle vier Relegationsspiele werden live im Free-TV bei SAT.1 gezeigt und im kostenlosen Livestream auf ran.de.


Wer überträgt die Bundesliga live?

Die Bundesliga-Rechte sind aufgeteilt. Im Free-TV werden die Spiele in SAT.1 übertragen - dort laufen dann insgesamt neun Spiele im Free-TV. Die Samstagsspiele gibt es beim Pay-TV-Sender Sky. Der Streamingdienst DAZN überträgt alle Freitags- und Sonntagsspiele.


Wo ist die Bundesliga 2022/2023 live zu sehen?

Zur Saison 2021/22 wurden die Rechte neu vergeben. SAT.1 hat sich die Free-TV-Rechte für neun Livespiele gesichert und zeigt unter anderem die Relegationsspiele. Die Bundesligakonferenz, sowie die Einzelspiele am Samstag werden weiterhin bei "Sky" zu sehen sein. "DAZN" überträgt dagegen alle Freitags- und Sonntagsspiele der Bundesliga. Montagsspiele wird es ab der Saison nur im Notfall geben.


Wo sehe ich welche Spiele der Bundesliga live im TV, Livestream, Free TV, und Web?

Der Bezahl-TV-Sender Sky und der Internet Streamingdienst DAZN teilen sich die Übertragunsrechte an der Live Übertragung der Bundesliga 2021/2021. Sky darf ab dieser Saison aber nur noch die Samstags Spiele live übertragen. Zudem überträgt SAT.1 insgesamt neun Spiele mit Free-TV - inklusive der Relegationsspiele um die Bundesliga und der 2. Liga.
Freitag: DAZN überträgt alle Spiele. Anpfiff der Spiele ist um 20:30 Uhr. Die Übertragungen mit Vorberichten, beginnt um 19:30 Uhr
Samstag: Sky überträgt alle Bundesliga-Begegnungen um 15:30 Uhr einzeln und in der Bundesliga Konferenz. Dazu das Topspiel um 18:30 Uhr. Bundesliga im Free-TV: Die Zusammenfassungen der 15:30 Uhr Spiele gibt es in der ARD ab 18:30 Uhr zu sehen. Das ZDF zeigt ab 23 Uhr ebenfalls Zusammenfassungen.
Sonntag: DAZN überträgt alle Partien um 15:30 Uhr und 17:30 Uhr, sowie zehn Spiele um 19:30 Uhr. Bundesliga Free-TV: Die Höhepunkte am Abend werden von der ARD ausgestrahlt. Der TV Sender Sport1 hat die Rechte, Zusammenfassungen der Freitags- und Samstagsbegegnungen auszustrahlen.
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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
11. FC Köln1. FC KölnKölnKOE00000:000
11. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU00000:000
11. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0500000:000
11899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG00000:000
1Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB0400000:000
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB00000:000
1Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG00000:000
1Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB00000:000
1Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE00000:000
1FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA00000:000
1FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0400000:000
1Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC00000:000
1RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL00000:000
1SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF00000:000
1VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB00000:000
1VfL BochumVfL BochumBochumBOC00000:000
1VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB00000:000
1Werder BremenWerder BremenWerderSVW00000:000
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