Trainer Marco Rose bedankt sich nach der Partie bei Hannes Wolf. - Bildquelle: imago images/Matthias KochTrainer Marco Rose bedankt sich nach der Partie bei Hannes Wolf. © imago images/Matthias Koch

Budapest/München - Über die kompletten 90 Minuten hatte Manchester City Ball und Gegner kontrolliert, die himmelblaue Fußballmaschine von Pep Guardiola ließ Borussia Mönchengladbach im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals praktisch nicht ins Spiel kommen.

Aber dann war da dieser eine Moment in der 63. Minute. Eine Flanke von Dennis Zakaria landete auf der Hacke des ansonsten abgemeldeten Borussen-Stürmers Alassane Plea. Plea zirkelte den Ball artistisch haarscharf am Pfosten vorbei. Es wäre das 1:1 gewesen, vielleicht hätte die in Budapest ausgetragene Partie einen anderen Lauf genommen.

Stattdessen fiel drei Minuten später auf der anderen Seite das 2:0 für ManCity durch Gabriel Jesus (65.), was gleichzeitig auch der Endstand war. Dies aber als glücklich für die Citizens zu bezeichnen, würde dem Spiel nicht gerecht werden. Denn der Sieg für die deutlich überlegenen und enorm souverän spielenden Engländer war hochverdient.

"Sind sehr, sehr viel hinterhergelaufen"

"City war sehr gut im eigenen Ballbesitz. Wir sind sehr, sehr viel hinterhergelaufen. Am Ende hat City verdient gewonnen. Über 90 Minuten kannst du nicht alles verteidigen", räumte Nationalspieler Florian Neuhaus bei "DAZN" ein.

Letztlich hatte sich die Borussia wenig vorzuwerfen. Manchester City, derzeit die formstärkste Mannschaft Europas, Tabellenführer der Premier League, war einfach eine Nummer zu groß für die zuletzt in der Bundesliga ins Straucheln geratenen Gladbacher. Während City aus den letzten 15 Ligaspielen überragende 41 Punkte holte, verlor Gladbach gegen Mainz und Köln und holte einen Punkt gegen Wolfsburg.

"Das war ein absolutes Top-Team, das wir zu bespielen und zu bekämpfen hatten", sagte Trainer Marco Rose nach der Niederlage gegen City: "Wir wollten mutig auftreten. In der ersten Halbzeit haben wir zu wenig die Tiefe gefunden. Wir haben nicht so viel zugelassen. Aber es ist gegen sie unglaublich schwer."

Zwei Halbfeldflanken führen zu Gegentoren

Trainer Rose wird die Gladbacher am Saisonende in Richtung Dortmund verlassen, was natürlich für Unruhe sorgt. Letztlich helfen in dieser angespannten Situation nur Erfolge, eine Überraschung gegen City hätte ein solcher Gamechanger sein können. Dafür hätte die Borussia aber noch konsequenter verteidigen, mutiger sein und vor allem die wenigen Gelegenheiten nutzen müssen.

"Wir hatten die eine oder andere gute Umschaltchance, die haben wir nicht sauber genug ausgespielt", analysierte Neuhaus: "Es war unglücklich, dass es zwei Halbfeldflanken waren. Wir hatten vorher angesprochen, dass die City die gerne spielt." Tatsächlich leitete ein böser Fehlpass von Christoph Kramer das 0:1 ein, Joao Cancelos flankte passgenau zwischen Nico Elvedi und Ramy Bensebaini, der nur 1,73 Meter große Bernardo Silva (29.) köpfte zur Führung ein.

Unmittelbar vor Schluss hatte der eingewechselte Hannes Wolf dann die vielleicht beste Gladbacher Chance. Nach einem Fehlpass von Rodri scheiterte er aber an Torhüter Ederson. Ein Anschlusstreffer hätte den Gladbachern zumindest theoretisch noch etwas mehr Hoffnung für das Rückspiel gegeben, angesichts der zwei Auswärtstore von City sind die Chancen auf ein Weiterkommen aber nur noch minimal.

Guardiola vermisst die letzte Konsequenz

"Es war schwierig, zu attackieren, aber unser hohes Pressing war gut. Nicht gut war, dass wir nicht konsequent genug im letzten Drittel waren", zeigte sich City-Trainer Guardiola nicht völlig zufrieden: "In diesem Wettbewerb muss man treffen, wenn man Chancen bekommt. Im Fußball ist alles möglich. Sie haben gezeigt, dass sie ein Tor erzielen können."

Auch wenn der ehemalige Bayern-Coach die Borussia noch nicht komplett abgeschrieben hat, dürfte es für die Rose-Elf in den nächsten Tagen eher darum gehen, sich auf die Bundesliga und den DFB-Pokal zu konzentrieren. Am Samstagabend treten die Gladbacher bei RB Leipzig an, bei einer weiteren Niederlage droht der Anschluss an die internationalen Plätze verloren zu gehen. Im Viertelfinale des DFB-Pokals trifft die Borussia am 2. März auf die andere Borussia aus Dortmund. Diese Partien werden richtungweisend für den weiteren Saisonverlauf sein.

"Natürlich ist es im Moment nicht ganz einfach, aufgrund der Situation und der Ergebnisse", sagte Kapitän Lars Stindl bei "DAZN": "Aber das sind Situationen, die haben wir in der Vergangenheit gemeistert und die werden auch in der Zukunft meistern." Es gilt, nach vorne zu blicken. Und das Beste aus einem 0:2 gegen die derzeit wahrscheinlich beste Mannschaft Europas mitzunehmen.

Christian Stüwe

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