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München/Madrid - Auf dem YouTube-Kanal des FC Liverpool gibt es eine Rubrik mit dem Namen "Every Angle", also "jeder Blickwinkel". Dort werden einzelne Tore der "Reds" ausgiebig aus, nun ja, jedem Blickwinkel gezeigt, wieder und immer wieder. Doch findet sich dort nicht, wie man es von einem klubeigenen Medium erwarten würde, ein Filmchen über jeden halbwegs sehenswerten Treffer.

Die Tore müssen schon Gewicht haben. Divock Origis entscheidender Treffer im Champions-League-Finale gegen Tottenham ist dort zum Beispiel zu sehen. Oder das Kopfballtor von Torwart Alisson Becker gegen West Bromwich.

In den vergangenen zwei Wochen musste die Social-Media-Abteilung des LFC gleich zwei "Every Angle"-Videos zusammenschneiden. Freilich haben die "Reds" noch keinen großen Wettbewerb gewonnen diese Saison und auch der Schütze dieser Treffer überrascht nicht; vielmehr ist es die Art und Weise, wie Mo Salah seine Treffer gegen Manchester City (2:2) und Watford (5:0) erzielt und wie sie die Fußballwelt ins Staunen versetzt hat. Zwei Sololäufe, einer gegen alle, Marke: absolute Weltklasse.

Salah entscheidet das Duell gegen Atletico

"Was Mo gemacht hat, ist für Leute wie uns mit normalen Füßen gar nicht möglich, aber offensichtlich ist es möglich für ihn", huldigte Trainer Jürgen Klopp seinem Angreifer nach der Partie gegen die Hornets: "Das macht es speziell."

Der FC Liverpool ist aktuell in bestechender Form, in allen Wettbewerben noch ungeschlagen und in der Premier League mitten im Titelkampf dabei. Salah aber ragt aus diesem Kollektiv trotzdem noch einmal heraus. Der 29-Jährige spielt die Saison seines Lebens, die Fans lieben ihn und die heimische Presse hebt ihn bereits auf eine Stufe mit Lionel Messi.

Sein letzter Geniestreich stammt aus dem Spiel gegen Atletico – und auch dieses Führungstor zum frühen 1:0 hätte beinahe ein Video verdient: Rechts am Sechzehner bekam Salah den Ball, zog in blitzschnellen Bewegungen nach innen, vorbei am Ersten, am Zweiten, am Dritten, trockener Schuss aus zentraler Position. Und drin. Beim 3:2-Auswärtssieg gegen die Rojiblancos legte der Ägypter sogar noch nach und markierte kurz vor dem Ende den Siegtreffer vom Elfmeterpunkt. Elf Spiele, elf Tore, fünf Assists sind die beeindruckenden Zahlen der noch jungen Spielzeit.

"Es war ein hartes Spiel", pustete Klopp nach dem Dreier in Madrid durch. "Aber ehrlich gesagt könnte es mir nicht egaler sein, wie wir es gewonnen haben. In einer Nacht wie heute sind die drei Punkte massiv wichtig." Den Reds fehlt damit nur noch ein Sieg, um bereits in zwei Wochen den Einzug in die K.o.-Runde fix zu machen.

Jürgen Klopp: "Im Augenblick ist keiner besser als er"

Und das dank Doppelpacker Salah, der mit 31 Champions-League-Treffern jetzt der beste Reds-Schütze in der Königsklasse aller Zeiten ist. Schon vor einem knappen Monat schoss "Mo Magic", wie ihn die englische Yellow Press taufte, seinen insgesamt 100. Treffer für den FC Liverpool. So schnell hatte das noch niemand in der Historie der Reds geschafft. Kein Ian Rush, kein Steven Gerrard, kein Sir Kenny Dalglish und kein Michael Owen. Und das, obwohl Salah meistens vom Flügel kommt und nicht als klassischer Mittelstürmer agiert.

Woche für Woche unterstreicht der Ägypter momentan die drastische These seine Coaches, bei der man ihm aktuell nur schwer widersprechen kann. "Gibt es im Moment einen Besseren?", fragte dieser kürzlich in einer Presserunde und antwortete praktischerweise gleich selbst: "Natürlich nicht! Wir müssen nicht über Ronaldo und Messi reden, was sie für den Weltfußball getan und wie sie ihn dominiert haben. Im Augenblick ist aber keiner besser als er."

Salahs Verlängerung wird zur Hängepartie

Aber wie lang können sie Salah noch genießen in Liverpool? Der Vertrag des Offensivmannes läuft 2023 aus, die Verlängerung, die beide Seiten an sich begrüßen würden, gestaltet sich unerwarteterweise als Hängepartie. Daran sollen Medienberichten auf der Insel zufolge vor allem die Gehaltsvorstellungen des 29-Jährigen Schuld sein, die bei 100 Millionen Euro für drei Jahre liegen sollen – also über 600.000 Euro in der Woche.

Es könnte am Ende also auf die Frage hinauslaufen: Kann (und vor allem will) sich Liverpool, das finanziell keine quasi endlosen Ressourcen wie andere Klubs zur Verfügung hat, den Besten der Welt überhaupt leisten?

David Kreisl

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