Jürgen Klopp (Mitte) feiert 2019 den Gewinn der UEFA Champions League mit FC... - Bildquelle: Getty ImagesJürgen Klopp (Mitte) feiert 2019 den Gewinn der UEFA Champions League mit FC Liverpool. © Getty Images

München - Am 8. Oktober 2015 trat Jürgen Klopp beim Liverpool Football Club seine dritte Station als Cheftrainer an. Nur wenige Monate zuvor war seine siebenjährige, intensive Amtszeit bei Borussia Dortmund zu Ende gegangen. In seiner ersten Station als Trainer hatte er Mainz 05 unter anderem zum ersten Aufstieg in die Bundesliga verholfen.

Überall hinterließ Klopp bleibenden Eindruck. Dass er an der Anfield Road schon jetzt Legendenstatus genießt, bemerkenswert. Als der charismatische Fußballlehrer beim englischen Traditionsklub unterschrieb, stand Liverpool nach acht Spieltagen auf Platz zehn der Premier League, bei einer negativen Tordifferenz. Heute nur noch schwer vorstellbar.

In seiner ersten Pressekonferenz sprach "The Normal One" davon, dass er sich zwar freue, dass in Liverpool nun alle so euphorisch seien, aber er wolle sich davon nicht blenden lassen. Ein Vergleich mit alten Klub-Legenden lag ihm fern. "Ich will keine Klub-Legende werden, das ist nicht mein Ziel.", sagte Klopp. Er wolle einfach arbeiten.

Das tat er mit Erfolg, wenngleich der Meister nach seiner ersten Saison in England Leicester City hieß. Klopp beendete seine Premierenspielzeit auf Rang acht, 21 Punkte hinter dem Überraschungschampion.

Dennoch kündigte der damals 48-Jährige, wenn auch mit Augenzwinkern, bei seiner Vorstellung ambitioniert an. "Ich kann keine Titel versprechen. Aber wenn wir uns hier in vier Jahren wiedersehen sollten, dann haben wir wohl einen Titel gewonnen. Wenn nicht, dann sehen wir uns das nächste Mal woanders. Vielleicht in der Schweiz."

Vier Jahre später: Klopp gewinnt ersten Titel und besiegt Finalfluch

Klopp und sein Team lieferten - der gebürtige Stuttgarter arbeitet bekanntlich noch immer nicht in der Alpenrepublik. Jüngst verlängerte er seinen ohnehin bis 2024 gültigen Vertrag um weitere zwei Jahre. In Dortmund und Mainz war der inzwischen 54-Jährige jeweils sieben Jahre aktiv. Beim Liverpool Football Club wäre er am Ende der neuen Vertragslaufzeit sogar knapp elf Jahre im Amt.

Mit dem damals in die Mittelmäßigkeit abgestürzten Klub gewann den angekündigten Titel beinahe schon in der ersten Saison. Im Finale der Europa League unterlagen die "Reds" Rekordsieger FC Sevilla mit 1:3. Auch wenn die Euphorie immer spürbarer an die Merseyside zurückkehrte, Titel blieben auch in den Jahren nach Klopps-Amtsantritt zunächst aus.

Im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid erlebte Klopp eine bittere Niederlage. Ein Jahr später klappte es gegen Ligakonkurrent Tottenham Hotspur und Liverpool setzte sich erstmals seit 2005 die europäische Fußballkrone auf. Für Klopp persönlich war es nach sechs bitteren Finalniederlagen in Folge der erste Titel seit dem DFB-Pokalsieg mit Borussia Dortmund 2012. 

Klopp hatte gehalten, was er bei seiner Pressekonferenz mit einem Augenzwinkern versprach. 

2020 endlich wieder Englischer Meister

Der für den FC Liverpool wichtigste Titel fehlte allerdings noch, denn die große Sehnsucht galt nicht dem Henkelpott. Viel wichtiger: die erste Meisterschaft seit 1990. Und eben diese brachten Klopp 2020 zurück nach Liverpool. Und das in einer bemerkenswerten Souveränität. 18 Punkte Vorsprung hatten die Reds vor Dauerwidersacher Manchester City.

Sieben Spieltage vor Saisonende war der Titel unter Dach und Fach. Liverpool wurde – wenn auch erst im Juni – zum frühesten Meister der Premier-League-Geschichte.

Tausende Fans feierten ihre Helden und natürlich auch den Trainer trotz der Corona-Pandemie ausgelassen vor den verschlossenen Toren der Anfield Road. Zuvor hatte Liverpool zudem den UEFA-Supercup und die FIFA-Klub-WM gewonnen.  

Saison 2021/22: Klopp und der FC Liverpool können Historisches erreichen

Die beiden wichtigsten Titel holte Klopp, der heute exakt 2.399 Tage im Amt ist, bereits. Dennoch kann er in dieser Saison einmal mehr Geschichte schreiben.

Im Februar bezwangen die Reds den FC Chelsea im Endspiel des Ligapokals nach Elfmeterschießen. Der erste Titel 2022 ist damit bereits unter Dach und Fach.

Drei weitere könnten folgen. Im Finale des FA Cups trifft Liverpool am 14. Mai erneut auf den (noch) amtierenden Champions-League-Sieger. Ins Halbfinale der Königsklasse geht es heute mit einem 2:0-Vorsprung im Rücken beim FC Villarreal um das Ticket nach Paris (live im Liveticker auf ran.de).

Und auch in der Liga ist der zweite Titelgewinn unter Klopp möglich. Allerdings ist man in der Premier League auf Schützenhilfe angewiesen, denn vier Spieltage vor Saisonende liegen die Reds einen Punkt hinter Manchester City auf Platz zwei.

Vier Trophäen in einer Spielzeit gab es selbst für den ruhmreichen FC Liverpool noch nie.

Zweiter Umbruch unter Klopp kann, muss und wird folgen

Die Gegenwart sieht rosig aus beim FC Liverpool. Das liegt auch an der erfolgreichen Transferpolitik und dem ersten gemeisterten Kaderumbruch in der Ära Klopps. 

Aus der Mannschaft, die er bei seinem Amtsantritt 2015 vorfand, sind nur Kapitän Jordan Henderson (31), Routinier James Milner (36), der ehemalige Hoffenheimer Roberto Firmino (30) sowie Joe Gomez (24) übrig geblieben.

Derzeitige Leistungsträger wie Virgil van Dijk (30), Thiago (30), Sadio Mane (30), Torhüter Alisson (29) oder Topstürmer Mohamed Salah (29) lotste allesamt Klopp in den Nordwesten Englands.

Bis zu seinem Vertragsende 2026 wird Klopp den Kader aber wieder verjüngen müssen. Der zweite Umbruch unter Klopp scheint ein bereits laufender Prozess zu sein. 

Der ehemalige Leipziger Ibrahima Konate (22) spielte sich in der Innenverteidigung fest und überzeugte zuletzt sogar als Torschütze. Mit Diogo Jota (25) und dem erst im Winter verpflichteten Luis Diaz (25) befinden sich potenzielle Nachfolger für das Offensivduo Mane und Salah in den eigenen Reihen schon in den eigenen Reihen.

Weitere Transfers werden für den nächsten erfolgreichen Umbruch unter Klopp folgen. Ob das historische Quadruple in dieser Saison gelingen mag oder nicht. Eines hat Klopp ohnehin schon sicher: seinen Platz in der Ruhmeshalle des FC Liverpool mit Legenden wie Bill Shankly oder Bob Paisley.

Auch wenn er diese Vergleiche wohl wie einst bei seiner Präsentation ablehnen würde. 

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