Niklas Süle stand beim FC Bayern schon auf dem Abstellgleis - Bildquelle: 2021 imagoNiklas Süle stand beim FC Bayern schon auf dem Abstellgleis © 2021 imago

München - Die vergangene Saison war für Niklas Süle eine zum Vergessen. Viele kleinere Verletzungen, Quarantäne, Gewichtsprobleme. Vom Stammspieler war der 26-Jährige in der Rückrunde zum Bank- teiweise sogar zum Tribünendrücker degradiert worden. Beim FC Bayern wie in der Nationalmannschaft. 

Kritik hagelte es tonnenweise. Dabei attestierte ihm Trainer-Guru Jupp Heynckes die Qualitäten eines internationalen Top-Verteidigers. Aber eben nur, "wenn er absolut professionell arbeitet und seine Lebensführung seinem Beruf anpasst". Ex-Bayern-Star Mario Basler wurde im Juli im "Doppelpass" noch deutlicher: Süle müsse sich entscheiden, "ob er einen Werbevertrag für ein Fast-Food-Unternehmen annimmt oder ein paar Kilo abnimmt und sich auf Fußball konzentriert".

Auch die Klubbosse signalisierten ihren Unmut, indem sie eine vorzeitige Verlängerung des im Juni 2022 auslaufenden Vertrags auf Eis legten. Im Prinzip war Süle schon weg, so der Anschein.

Nagelsmann ein Glücksfall für Süle

Ein Trainer und einige Monate später hat sich das Blatt plötzlich gewendet. Süle avancierte unter Julian Nagelsmann zum Fels einer stabilen Bayern-Abwehr. Ob als Innenverteidiger oder aushilfsweise auf rechts - der bullige 1,95-Meter-Hüne präsentiert sich seit Wochen in Topform, schaltet sich hin und wieder sogar ins Offensivspiel ein. Nagelsmann erwartet das.

Der neue Bayern-Coach, der Süle schon damals in Hoffenheim von der U15 in die U17 befördert hatte, bescheinigt dem Abwehrrecken ein "Zehner-Gen". "Das muss er mit dem Ball mehr zeigen. Das werde ich aus ihm rauskitzeln", so Nagelsmann vor rund einem Monat.

Es gelingt immer besser. Beispielsweise beim 5:1-Sieg der Münchner am Wochenende in Leverkusen. Süle suchte nach einer Ecke den Abschluss und wirkte dabei nicht mehr wie der behäbige Koloss der Vorsaison, sondern beweglich und spritzig. Thomas Müller fälschte schließlich zum 3:0 ab.

Auch am Mittwoch in der Champions League bei Benfica Lissabon (ab 21 Uhr im Liveticker auf ran.de) will Nagelsmann diese Seite an Süle wieder sehen. Anders als in der Bundesliga wird der 26-Jährige dann aber wohl wieder von der rechten Seite in die Innenverteidigung zurückkehren.

Süle fordert zweistelliges Millionengehalt

Nicht nur beim Trainerstab, auch in der Mannschaft halten sie große Stücke auf den wieder erstarkten "Niki". Müller soll sich zuletzt für eine Vertragsverlängerung stark gemacht haben. Nagelsmann sowieso. Doch noch zögern die Bosse. Auch weil Süle laut "Sport 1" ein Jahresgehalt von zehn Millionen Euro brutto fordern soll.

Um das zu rechtfertigen, reichen nicht nur ein paar gute Wochen. "Niki muss sich mit seinem Potential immer noch etwas entwickeln und es dann als sehr guter Innenverteidiger ausschöpfen", so Nagelsmann kürzlich in der "Abendzeitung". Ob der Vertrag verlängert werde, hänge von seiner Entwicklung sowie der Marktsituation ab.

Süle liebäugelt mit Wechsel 

Süle selbst fühlt sich in München zwar wohl, könnte sich aber auch einen Sprung ins Ausland vorstellen. "Wenn beide Seiten zu dem Schluss kommen, dass es weiterhin miteinander passt, würde ich alles daransetzen, hier zu bleiben", so der Verteidiger gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Wenn man aber merkt, dass das von einer Seite nicht mehr ganz so gesehen wird, dann kann es auch sein, dass ich sage: Ich bin ablösefrei und wage noch mal was Neues."

An Interessenten mangelt es nicht. Zuletzt soll beispielsweise Newcastle United seine Fühler ausgestreckt haben. Die "Magpies", die gerade von einem milliarden-schweren Konsortium aus Saudi-Arabien übernommen wurden, könnten Süles Gehaltsvorstellungen aus der Portokasse zahlen.

Sportlich wäre ein Wechsel zum Tabellenvorletzten der Premier League aber ein Abstieg. Doch wo ein Angebot ins Haus flattert, werden weitere folgen. Die Bayern sollten sich demnach sputen, wenn sie Süle im Sommer nicht verlieren wollen.

Vor allem, weil es den Anschein hat, dass sich das Sorgenkind der letzten Saison vielleicht auch die Kritik von Heynckes und Co. endlich zu Herzen genommen hat.

Carolin Blüchel

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