Thomas Müller. - Bildquelle: ULMER PressebildagenturThomas Müller. © ULMER Pressebildagentur

München - Es ist die 87. Minute, als Thomas Müller den Ball im Strafraum annimmt, sich um die eigene Achse dreht und abzieht. Dabei schießt er sich selbst an, doch der Ball trudelt knapp am Tor vorbei.

Es war der 31. Torabschluss des FC Bayern bei der 2:3-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris St. Germain. Es ist insgesamt ein ebenso schöner wie für die Bayern bitterer Beweis, wie viel Zahlen und Statistiken aussagen und dabei doch an der harten Realität vorbeigehen können.

Die Bayern hatten über 90 Minuten knapp 60 Prozent Ballbesitz, hinzu kam beim deutschen Meister eine Passgenauigkeit von 86 Prozent (zu 75 Prozent).

Von den 31 Abschlüssen der Bayern gingen zwölf auf das Tor, teilweise waren es hochkarätige Möglichkeiten. 15:1 Ecken untermauern die dies. Bei den Franzosen waren es ganze sechs Schüsse, vier davon auf das Tor. 

Drei waren drin.  

Haushoch überlegen

Am Ende stand ein irres, ein verrücktes 2:3, und die Bayern stehen beim Rückspiel am kommenden Dienstag in Paris vor dem Aus, obwohl sie statistisch haushoch überlegen waren. Und nicht nur statistisch, sondern auch optisch. Und spielerisch.

Müller konnte einem deshalb leid tun, wie er im Schneetreiben nach dem Spiel selbst "nur" 25 Torschüsse schätzte und kaum wusste, wie man das Spiel verlieren konnte. Klar war ihm aber: "Wir müssen deutlich mehr Tore machen. Wenn es 6:3 ausgeht, kann sich auch keiner beschweren. Wir haben uns das Ei selbst ins Nest gelegt." 

Natürlich sah bei den Gegentreffern der äußerst effektiven Franzosen auch die Defensive - vor allem gegen den zweifachen Torschützen Kylian Mbappe - nicht gut aus. Das wollte Müller aber gar nicht hören. 

Denn: "Wenn wir den Killerinstinkt an den Tag legen, hätten wir ein ganz anderes Spiel gesehen und dann brauchen wir die Diskussionen über die Gegentore nicht führen", sagte Müller.

Eiskalte Effektivität

Auch der Gegner sah ein, dass es vor allem die eiskalte Effektivität war, die den Unterschied gemacht hat. "Die Bayern hatten mehr Spielanteile, aber wir waren vorne sehr effektiv und wir haben die Tore in den richtigen Momenten gemacht. Wir haben auf diese Momente gewartet", sagte Mittelfeldmann Julian Draxler.

"Sky"-Experte Lothar Matthäus ist sich sicher, dass der verletzte Robert Lewandowski "in die Couch gebissen" hat. "Man konnte sich vorher gar nicht vorstellen, dass die Bayern so viele Chancen bekommen. Aber die haben sie kläglich liegengelassen."

Eric Maxim Choupo-Moting machte seine Sache als Lewandowski-Ersatz ordentlich, einen Weltfußballer kann man aber eben nicht eins zu eins ersetzen.

Für die Bayern heißt das möglicherweise, frei nach Andrea Pirlo: No Lewy, no Party.

Denn Lewandowski wird auch am Dienstag ausfallen. "Das ist immer noch zu früh", sagte er bei "Sky": "Ich mache alles, um wieder auf den Platz zu kommen. Allerdings erst, wenn ich mich wirklich gut und sicher fühle." 

Daneben befindet sich Serge Gnabry nach seinem positiven Coronatest in Quarantäne. Außerdem zogen sich Leon Goretzka ebenso wie Niklas Süle während des Spiels eine muskuläre Verletzung zu, ob beide ausfallen, ist noch unklar. 

Kader wird immer dünner

"Der Kader wird immer dünner, aber wir machen das Beste draus. Wir müssen die Energie umwandeln, dass wir sie am Dienstag bei 100 Prozent haben", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft bis auf die fehlende Effektivität hochzufrieden war: "Wir gehen die Spiele immer positiv an."

Müller ist trotz allem ebenfalls optimistisch, auch wenn er weiß, dass sich "nicht mehr viele weh tun dürfen. Aber alle, die da sind, haben das Zeug, in den großen Spielen mitzuhalten", so Müller.

Wenn man die Leistung auf den Platz bringe, werde man die Chancen wieder bekommen, um ins Halbfinale zu kommen, sagte Müller: "Und diese Überzeugung haben wir auch."

Auch ohne Lewandowski.

Andreas Reiners

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