Toni Kroos saß gegen Manchester City nur auf der Bank - Bildquelle: ImagoToni Kroos saß gegen Manchester City nur auf der Bank © Imago

Madrid/München - Toni Kroos wollte nach dem 1:2 Real Madrids im Achtelfinale der Champions League gegen Manchester City lieber nichts sagen. Schweigend lief er in der Mixed Zone an den Pressevertretern vorbei.

Schon zum Spiel durfte Kroos überraschenderweise nichts beitragen: Erstmals seit Dezember 2018 stand er bei Real bei einem Champions-League-Spiel nicht in der Startelf. Damals schenkten die "Königlichen" das letzte Gruppenspiel gegen ZSKA Moskau her. Diesmal aber ging es um das bislang wichtigste Real-Spiel des Jahres.

Über komplette 90 Minuten schmorte der deutsche Nationalspieler auf der Bank, musste zusehen, wie sein 21 Jahre alter Vertreter Federico Valverde neben Luka Modric ran durfte.

 

Gündogan: "Er ist ein Anker für Real"

Es war erst das dritte Pflichtspiel in dieser Saison, in der Kroos über 90 Minuten auf der Bank saß. Das überraschte auch Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan von Manchester City. "Wir haben uns auf ihn in der Startelf eingestellt", sagte der Mittelfeldspieler nach der Party bei "Sky". "Er ist ein Anker für Real, der die Bälle nach vorne bringt."

Auch Citys Trainer Pep Guardiola gilt als Kroos-Fan, unterhielt sich nach dem Schlusspfiff noch mit seinem einstigen Spieler.

Im Rahmen der Veröffentlichung der Dokumentation "Kroos" sagte der einstige Bayern-Spieler über seinen damaligen Abgang zu Madrid: "Ob das ein Grund dafür war, dass Pep aus München weggegangen ist, muss er beantworten. Dass ihm mein Verkauf nicht gefallen hat, kann ich aber bestätigen."

Nun also verzichtete Madrids Coach Zinedine Zidane freiwillig auf Kroos - immerhin Reals zweitbesten Scorer und Vorbereiter der Saison. Dabei war ein Leistungseinbruch bei Kroos zuletzt nicht zu erkennen.

Zidane selbst blieb bei seinem Erklärungsversuch jedoch kryptisch: "Er ist ein wichtiger Spieler für uns, aber ich habe mich heute so entschieden. Nichts gegen Toni, er macht das gut. Aber ich hatte alle Spieler zur Verfügung, und ich habe heute diese Spieler gewählt."

Vertreter Federico Valverde hoch im Kurs

Seine Wahl fiel auf Valverde. Ein Youngster, den Real als Teenager aus Uruguay in die eigene Jugend holte. Teamkollege Casemiro schwärmte schon zuletzt in höchsten Tönen von ihm: "Ich habe einmal gesagt, dass er in zwei Jahren einer der besten Achter der Welt sein wird. Doch da habe ich mich getäuscht. Er beschleunigt das Ganze."

In dieser Saison kommt Valverde bereits auf 30 Pflichtspieleinsätze. Auf der Doppel-Acht muss Zidane die Spielzeit unter dem Trio Kroos, Valverde, Modric aufteilen. Dass der Trainer aber auch in einem so wichtigen Spiel wie gegen City bereits auf den 21-Jährigen baut, könnte Kroos beunruhigen - noch mehr allerdings Modric.

Der 34 Jahre alte Kroate steht bei Real nur noch bis Sommer 2021 unter Vertrag. Hinter seiner Zukunft bei den "Königlichen" stehen Fragezeichen. Kroos dagegen hat erst vor Kurzem bis 2023 verlängert. Ein Zeichen des Vereins, weiter auf den Greifswalder zu bauen.

Kroos beim Clasico wieder dabei?

So ist es sehr wahrscheinlich, dass Kroos' Intermezzo auf der Bank nur eine Momentaufnahme ist. Schon am Sonntag trifft Real Madrid im Clasico auf den FC Barcelona (ab 20:30 Uhr im Liveticker auf ran.de). Die Madrilenen haben erst am Wochenende die Tabellenführung an Barca abgegeben. Dabei ist die Sehnsucht nach der ersten spanischen Meisterschaft seit 2017 bei Real groß.

So erklärt sich auch Gündogan Kroos' Aussetzen gegen City: "Wir haben uns nach dem Spiel unterhalten. Er hat mir gesagt, dass er gerne gespielt hätte, aber dass sie am Sonntag auch einen Clasico haben."

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