München - Dienstag, 19. Oktober 2021, kurz vor 21 Uhr. Brennende Bengalos und Rauchentwicklung zu Spielbeginn in der Johan-Cruyff-Arena zu Amsterdam. Schon zu diesem Zeitpunkt roch es nach einem hitzigen Europapokal-Abend. 

Und tatsächlich: Ajax Amsterdam spielte sich in einen Rausch und dominierte stets überforderte Dortmunder beinahe nach Belieben. Das Resultat ist bekannt. 4:0. Was bleibt, sind freudestrahlende Gesichter bei jedem, der es mit den Niederländern hält oder als neutraler Fan einfach nur 90 Minuten lang beste Fußball-Unterhaltung geboten bekam. Es war letztendlich eine Hommage an einen ganz besonderen Verein nach einer denkwürdigen Europapokal-Nacht.

Der totale Fußball gehört zur Ajax-DNA 

Mitte der Neunziger hießen die Ajax-Helden noch Edwin van der Sar, Edgar Davids, Clarence Seedorf oder Patrick Kluivert. Einst Talente, die gemeinsam in jungen Jahren die Champions League mit Amsterdam gewannen und später Weltkarrieren hinlegten. Der Mann an der Seitenlinie damals: Louis van Gaal. 

Der aktuelle Erfolg ist kaum weniger hoch einzuschätzen. Die Namen klingen zwar (noch) nicht so klangvoll, der Spielstil ist aber nicht weniger mitreißend wie der vor gut 25 Jahren. Die Ajax-Legende schlechthin, Johan Cruyff, stand wie kein Zweiter einst für "Voetbal total", seitdem prägt dieser "totale Fußball" im 4-3-3-System die Ajax-Schule, die neben Erfolg vor allem eins verspricht: allerbeste Fußball-Unterhaltung. 

Nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" hält Ajax die Gegner weit vom eigenen Strafraum fern und lässt mit hohem Pressing die Gegner nie zu Ruhe kommen. Langweiliges Ballgeschiebe? Nicht mit den Niederländern! Es geht stets schnell und schnörkellos nach vorne. Das gefällt.

Ajax verzaubert wieder die Fußballwelt

Heute steht selbstverständlich ein anderer Trainer an der Seitenlinie, doch Erik ten Hag will mit seinen Hochbegabten auch nichts anderes als damals der Tulpen-General: Spektakel und viele, viele Tore. So wundert es nicht, dass die Niederländer mit Sébastien Haller (6 Tore) und Antony (3 Assists) den besten Torschützen sowie den besten Vorlagengeber der Königsklasse in ihren Reihen haben. 

Bereits vor gut zwei Jahren trug der nicht von Defensivwahn geprägte Fußball seine Früchte. Bis ins Halbfinale ging die Reise damals für Frenkie de Jong, Matthijs de Ligt, Hakim Ziyech und Co. Die genannten fühlten sich später allesamt für höhere Aufgaben berufen. Die Auftritte des AFC Ajax waren zu der Zeit auch nicht weniger spektakulär als heute. Exemplarisch: ein 4:1-Erfolg im Estadio Santiago Bernabéu gegen den damaligen Titelverteidiger Real Madrid im entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel. 

Mit dabei sind noch immer die Routiniers Dusan Tadic (32) und Daley Blind (31), die die "jungen Wilden" leiten und darüber hinaus noch immer wichtig auf dem Platz sind. Tadic führt Ajax als Kapitän aufs Feld, der ehemalige Verteidiger von Manchester United erzielte gegen den BVB per anspruchsvollem Dropkick sogar das zwischenzeitliche 2:0, den Endstand bereitete er obendrein vor.  

Die Niederländer hören, egal wie es steht, 90 Minuten lang nicht auf, selbst den Weg nach vorne zu suchen. Das gefällt. Fußballherz, was willst du eigentlich noch mehr? Genau: nichts. Als neutraler Fußballfan wünscht man sich sogar eher noch mehr Mannschaften wie Ajax Amsterdam.

Es braucht mehr Nachahmer

In Zeiten von Super League, Scheich-Übernahmen und Diskussionen über Weltmeisterschaften alle zwei Jahre, tut ein Klub wie Ajax Amsterdam dem Profifußball schlichtweg gut. In Amsterdam wird seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet und das dann regelmäßig auch mit Erfolgen belohnt. Der einfache Fußballfan kann sich mit solchen Vereinen noch identifizieren und das zahlende Publikum wird in häufiger Regelmäßigkeit mit spektakulärem Fußball ins Stadion gelockt - in Amsterdam bekommt man ja auch noch was für sein Geld. 

Patrick Blank 

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