Sieg für Leipzig in der Champions League - Bildquelle: ImagoSieg für Leipzig in der Champions League © Imago

München/Leipzig - Drei Punkte für den Achtelfinal-Traum, aber große Sorgen um Kapitän Peter Gulacsi: DFB-Pokalsieger RB Leipzig hat mit einem couragierten Auftritt seine Champions-League-Ambitionen gewahrt, muss den Sieg aber womöglich teuer bezahlen. Die Null-Punkte-Starter schafften im dritten Gruppenspiel durch ein 3:1 (1:0) gegen Celtic Glasgow den erlösenden Befreiungsschlag, verloren jedoch Torhüter Gulacsi.

Der Stammkeeper zog sich einen Riss des vorderen rechten Kreuzbandes zu. Wie der Verein am späten Mittwochabend mitteilte, sollen in den kommenden Tagen weitere Untersuchungen folgen. Gulacsi wurde bereits nach 13 Minuten ausgewechselt, nachdem er im Anschluss an einen Fehlpass im Spielaufbau mit dem rechten Bein weggeknickt war. Nach minutenlanger Behandlung verließ der RB-Kapitän den Platz auf einer Trage und wurde durch Janis Blaswich ersetzt.

Vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick schob sich die Mannschaft von Trainer Marco Rose am schottischen Meister vorbei auf Rang drei und wahrte vor dem Rückspiel am Dienstag ihre Chancen auf die K.o.-Runde. Offensivstar Christopher Nkunku (27.), der bereits beim FC Chelsea unterschrieben haben soll, und Doppelpacker Andre Silva (64./77.) trafen für Leipzig, der Portugiese Jota (47.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

RB Leipzig mit Blitzstart

Nach dem Fehlstart mit Pleiten gegen Schachtjor Donezk (1:4) und bei Real Madrid (0:2) hatte Rose den Ernst der Lage erkannt. "Sollten wir keine Punkte holen, wird es ganz schwer", sagte er. Sein Eindruck vom 52-maligen schottischen Champion, dem er einen "sehr aktiven" Fußball attestiert hatte, bestätigte sich zunächst nicht: RB tauchte innerhalb der ersten zwei Minuten zweimal gefährlich vor dem Tor auf.

Als Celtic besser wurde, passierte das Gulacsi-Unglück: Erst unterlief dem Ungarn wie schon gegen Donezk ein Leichtsinnsfehler im Spielaufbau, dann knickte er mit dem rechten Bein weg. Gulacsi blieb, augenscheinlich schwerer am Knie verletzt, liegen und schlug die Hände vor dem Kopf zusammen. Nach minutenlanger Behandlung verließ der Kapitän das Spielfeld auf einer Trage, für ihn kam Janis Blaswich.

Von dem Schock erholte sich RB schnell - und traf beinahe sehenswert: Nkunku verwandelte ein feines Zuspiel von Mohamed Simakan mit einem gefühlvollem Heber, stand zuvor aber knapp im Abseits (18.). Sechs Minuten später parierte Blaswich einen Kopfball von Kyogo Furuhashi, kurz darauf verpasste der Japaner die Führung nach einem RB-Ballverlust erneut knapp.

Andre Silva avanciert zum Matchwinner

Stattdessen schlug RB im Stile einer Gastmannschaft zu: Xaver Schlager eroberte nach einer gegnerischen Ecke per Pressschlag den Ball, Andre Silva steckte zu Nkunku durch und der schloss den Konter aus spitzem Winkel zum 1:0 ab. Auch danach blieb die Partie unterhaltsam, die Gastgeber konterten immer wieder gefährlich.

Celtic kam furios aus der Kabine - und belohnte sich schnell: Furuhashi leitete nach einem Ballverlust von Timo Werner sofort weiter zu Jota, der mühelos einschob. RB reagierte wütend und rannte an, Dominik Szoboszlai traf den Pfosten (57.).

Vier Minuten später schlenzte er den Ball aus 20 Metern ins Netz, doch Schiedsrichter Espen Eskas nahm auch diesen Treffer zurück, weil Silva wohl im Blickfeld von Keeper Joe Hart gestanden hatte. Sämtliche Diskussionen erübrigten sich schnell: Hart spielte einen schlimmen Fehlpass in die Füße von Szoboszlai, der auf Silva weiterleitete. Mithilfe des Innenpfostens schob der Stürmer ein. In der Schlussphase machte Silva mit seinem zweiten Treffer nach einem sehenswerten Spielzug alles klar.

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