- Bildquelle: imago images/Christian Schroedter © imago images/Christian Schroedter

München - Teuer verkauft und dennoch verloren. 

Leipzigs Champions-League-Auftakt gegen Manchester City konnte sich durchaus sehen lassen. Dennoch fahren Jesse Marsch und Co. nach dem 3:6 mit null Punkten zurück nach Sachsen - wie schon so oft in dieser Saison. 

Nach dem Neun-Tore-Spektakel sprach der RB-Trainer genau die Probleme an, die das Leipziger Spiel gerade ausmachen: "Wir hatten viele individuelle Fehler. Auch komische Situationen, in denen wir einfach das Gegenteil von dem machen, was wir geplant haben." 

"In der ersten Halbzeit waren wir fast nie aggressiv. Wir haben keine Intensität gegen den Ball gehabt." Ein Problem, welches laut Marsch zuletzt schon gegen Bayern und Wolfsburg häufig zu erkennen war. 

Kommt man bei RB noch um das Wort Krise herum? Die Selbstzweifel sind mit Sicherheit nicht kleiner geworden. 

Schlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Mit drei Niederlagen aus den ersten vier Ligaspielen sind die Leipziger so schlecht wie noch nie in eine Bundesligasaison gestartet.

Es läuft nicht viel zusammen unter dem neuen Coach. Die Räder quietschen nach dem Umbruch noch gewaltig und auch der Transfersommer hat seine Spuren hinterlassen. Vor allem in der sonst so verlässlichen Defensive. 

Die Abgänge in der Abwehrzentrale um Dayot Upamecano und Ibrahima Konate haben große Lücken hinterlassen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Das 1:4 gegen die Bayern hätte auch ohne Probleme doppelt so deutlich ausfallen können. Und Slapstikeinlagen a la Mukiele in Manchester zeigen die Verunsicherung der Roten Bullen nur noch deutlicher.

Zehn Gegentore in zwei Spielen - zu viel.

Mit Kapitän Marcel Sabitzer ist darüber hinaus ein großes Stück Stabilität im Mittelfeld und eines der wichtigsten Bindeglieder zur Offensive von Bord gegangen.

Ansätze sind vorhanden - es fehlt die Leichtigkeit

Im Spiel nach vorne sind immer wieder gute Ansätze zu erkennen. Nach dem 4:0-Heimsieg gegen Stuttgart wirkte die Auftaktpleite in Mainz zunächst nur wie ein kleiner Ausrutscher. 

Auch drei Tore gegen das Star-Ensemble der Citizens zu schießen, ist bisher noch nicht vielen Mannschaften gelungen. Doch insgesamt ist das Spiel der Bullen zu fahrig und wirkt oftmals zu verkopft. 

Es fehlt die Leichtigkeit, die den Leipziger Fußball in den vergangenen Jahren so ansehnlich gemacht hat. "Es ist schade, dass wir nicht die Ergebnisse haben", sagte Marsch zuletzt auf der Pressekonferenz nach dem Bayern-Spiel. "Erst dann bringt es ein bisschen Spaß." 

Wenig wirkt automatisiert und irgendwie scheint das Tempo abhanden gekommen zu sein. Auch im Sturmzentrum knirscht es noch im Getriebe.

André Silva kam im Sommer für 23 Millionen Euro aus Frankfurt, konnte bisher aber noch nicht an seine Eintracht-Zeit anknüpfen. Vor allem die Abstimmung mit seinen Mitspielern hakt bislang gehörig. Nur ein Tor aus fünf Spielen ist noch nicht die Quote, die sich die Verantwortlichen von ihm erhofft und gewünscht hatten. 

Wann beginnt die Aufbruchsstimmung? 

Wann kommen die von Marsch angesprochenen Ergebnisse? Der 47-Jährige wünscht sich momentan wahrscheinlich vor allem eines: Zeit. Da diese im Profifußball aber so gut wie nicht vorhanden ist, sollte möglichst schnell der Umschwung beginnen.

Die kommenden Aufgaben scheinen dafür auch wie gemacht: In der Liga wartet am kommenden Samstag zwar noch der äußerst gut aufgelegte FC Köln, danach folgen mit Hertha, Brügge und Bochum allerdings drei Heimspiele, bei denen sich RB das abhanden gekommene Selbstvertrauen wieder holen kann - besser gesagt: muss. 

Nun heißt es aber erst einmal Krisenmanagement in Leipzig. Eine Situation, mit der die Verantwortlichen bisher nicht allzu viel Erfahrung haben.

Es dürfte daher umso spannender werden zu sehen, wie die Roten Bullen damit umgehen. Der Druck wird von Woche zu Woche größer. 

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