Robert Lewandowski erzielte in der laufenden Saison 38 Pflichtspieltore für ... - Bildquelle: gettyRobert Lewandowski erzielte in der laufenden Saison 38 Pflichtspieltore für den FC Bayern München. © getty

München - In seinem Heimatland Polen ist Robert Lewandowski eine absolute Legende. Und wie es sich für Legenden gehört, kommt der Stürmer des FC Bayern München in den Genuss, Hauptfigur einer Leinwand-Produktion zu werden. Der polnische Fernsehsender "TVN" hat eine Zeichentrickserie über Lewandowski entwickelt.

Natürlich geht es um Fußball, aber nicht in erster Linie um Lewandowskis sportliche Fähigkeiten.

"Robert war der perfekte Kandidat, weil er alles vereint, was ich in der Serie zeigen wollte", erzählt Produzent Pawel Pewny. "Wir müssen nicht über sein fußballerisches Können und sein Talent reden, weil darüber redet jeder. Er ist ein großartiger Mensch und ich wünsche mir, dass Kinder zu einem Fußballer aufschauen, der auch neben dem Platz ein tolles Beispiel für gutes Verhalten ist."

Comic-Held Lewandowski: "Coole, aufregende Sache"

Lewandowski selbst fühlt sich geehrt. "Das ist eine sehr coole und aufregende Sache. Ich hätte nie gedacht, dass das passiert - und jetzt ist es passiert", sagte er.

Ab Herbst 2020 soll die 26-teilige Serie ausgestrahlt werden; genügend Zeit für den Comic-Helden in spe, noch ein bisschen Eigenwerbung zu betreiben.

Dafür muss Lewandowski auf dem Platz nicht viel verändern. Er liefert in der laufenden Saison (mal wieder) atemberaubende Zahlen. 25 Mal hat er in der aktuellen Spielzeit in der Bundesliga bereits getroffen; das sind jetzt schon drei mehr als in der gesamten letzten Saison.

Mit Champions League und DFB-Pokal kommt Lewandowski auf 38 Tore in 32 Pflichtspielen für den FC Bayern. In der Königsklasse führt er die Torjägerliste gemeinsam mit Dortmunds Erling Haaland an - beide haben zehn Mal getroffen.

"Die beste Zeit meines Lebens"

Er ist derzeit in der absoluten Balance, physisch, aber auch mental. "Ich kann sagen, dass es die beste Zeit meines Lebens ist", verriet Lewandowski kürzlich bei "Sport1". Seine familiäre Situation trägt viel zur Hochphase bei, die er beim Fußballspielen erlebt.

"Es ist schön, dass ich mich voll auf Fußball konzentrieren kann und voll fokussiert bin. Wenn ich dann zurück nach Hause komme und meine Kleine auf mich wartet, dann freue ich mich sehr. So wie es läuft, hoffe ich, dass es noch lange läuft", sagt Lewandowski, dessen Frau Anna das zweite gemeinsame Kind erwartet.

Lewandowski ist mit sich im Reinen. Es muss auch nicht mehr der ganz große Vertrag beim ganz großen Klub sein. Lewandowski hat von seiner generalstabsmäßigen Karriereplanung, die irgendwann ein Engagement bei Real Madrid vorsah, Abstand genommen. Er kann sich mittlerweile durchaus vorstellen, seine Laufbahn beim FC Bayern zu beenden. "Meine Familie und ich fühlen uns in München sehr wohl. Es gibt keinerlei Überlegungen, woanders hinzugehen", so Lewandowski.

Lewandowski glaubt weiter an Champions-League-Titel mit dem FC Bayern

Er sieht sich beim FC Bayern gut aufgehoben, um sein großes Ziel noch zu erreichen. "Ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir eines Tages im Champions-League-Finale stehen und es auch gewinnen werden", sagte er in einem Anfang Februar im "Guardian" erschienenen Interview.

Lewandowski verknüpft seinen Höhenflug und die Erfolge der gesamten Mannschaft eng mit der Personalie Hansi Flick. "Seitdem er da ist, ist die Kommunikation viel besser. Die Spieler fühlen sich sicherer, weil sie wissen, was der Trainer von ihnen verlangt", so Lewandowski.

Neben Flicks auch von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im "kicker" hervorgehobenen "emphatischen Verbindung zur Mannschaft" profitiert Lewandowski von der Spielphilosophie des Trainers. Flick setzt auf ein offensives 4-3-3 mit viel eigenem Ballbesitz und schnellem Flügelspiel. Die Systemumstellung auf ein 3-4-3 gegen Paderborn war den personellen Ausfällen in der Defensive geschuldet und wird laut Flick auch eher die Ausnahme bleiben.

Perfekte Bewegung im perfekten Moment

In Flicks Spielidee kommt Lewandowski eine Doppelrolle zu, die auf ihn maßgeschneidert ist. Einerseits soll er seine Qualitäten im Strafraum, oft mit dem ersten Kontakt das Tor zu erzielen, einbringen. Andererseits soll er sich als mitspielender Stürmer, der sich ins Mittelfeld zurückfallen lässt oder auf die Außenbahnen ausweicht, aktiv am Passspiel der Bayern beteiligen. 

"Mir kommt Flicks Philosophie entgegen. Ich will nicht der Stürmertyp sein, der 90 Minuten lang im gegnerischen Strafraum auf den Ball wartet. Ich mag es nicht, nur zehn Ballkontakte pro Spiel zu haben. Natürlich gibt es Spiele, in denen man wenige Kontakte hat und die eine Chance, die man bekommt, auch nutzen muss. Aber ich möchte Teil des Teams sein, ins Passspiel eingebunden werden. Ich suche immer nach den freien Räumen und suche meine Mitspieler. Ich will einfach mitspielen", sagte Lewandowski dem "Guardian".

Dabei versucht Lewandowski in jedem Spiel seine Gegenspieler aufs Neue zu überraschen. "Heutzutage weiß jeder Spieler viel über Taktik, Spielzüge und Laufwege. Man kann vor einem Spiel nicht von vornherein sagen: 'Heute probiere ich diesen und jenen Move.' Das muss im Spiel intuitiv kommen. Man braucht die perfekte Bewegung im perfekten Moment", erklärt Lewandowski. 

Das nötige Selbstvertrauen holt sich der Stürmer im Training. "Es heißt ja immer, Training und Spiel sind grundverschieden. Aber wenn ich im Training 20 Torchancen habe und dabei 20 Mal treffe, erhöht das meine Chancen, dass ich auch im Spiel treffe."

Ladehemmung in der K.o-Phase der Champions League

Die nächste Chance dazu bietet sich Lewandowski im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Chelsea (Di., 21 Uhr im Liveticker auf ran.de). Der Makel, in der Königsklasse zu selten sein ganzes Potential abzurufen, verfolgt Lewandowski, seitdem er beim FC Bayern spielt.

Seit sieben K.o.-Spielen wartet er auf ein Tor; außer einem Doppelpack gegen Besiktas im Februar 2018 ist ihm seit dem Halbfinal-Aus gegen Real Madrid im April 2017 nichts Zählbares gelungen. Die Fähigkeit eines Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi, gerade in den besonderen Spielen besondere Leistungen abzuliefern, muss Lewandowski erst noch beweisen. 

Hinsichtlich seines Legenden-Status' kommt der 31-Jährige den beiden aber schon ganz nah. Außer Lewandowski haben noch zwei Fußballer ihre eigene Comic-Serie: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

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