Nagelsmann sitzt auch im Pokal nicht auf der Trainerbank - Bildquelle: AFP/SID/CHRISTOF STACHENagelsmann sitzt auch im Pokal nicht auf der Trainerbank © AFP/SID/CHRISTOF STACHE

München - Etwas verschnupft wirkte Julian Nagelsmann schon, als sich der Trainer am Tag vor dem Pokalspiel seines FC Bayern bei Borussia Mönchengladbach (Mittwoch ab 20:45 Uhr im ran-Liveticker) aus dem eigenen Homeoffice in die eigene Pressekonferenz zuschaltete. Und das gleich im doppelten Sinne.

Zum einen, weil der 34-Jährige weiterhin leicht nasal sprach - die Erkältungssymptome waren ihm anzumerken. Zum anderen, weil ihm eine ganz bestimmte Thematik so gar nicht passte.

Die öffentliche Diskussion über die Stärke seiner Mannschaft, die auch ohne ihn - den Chef - von Sieg zu Sieg eilt, ist Nagelsmann ein Dorn im Auge.

Dass es hier und da so dargestellt würde, er coache sein Team locker von der Couch, findet Nagelsmann "ein bisschen respektlos". Er liege nicht nur rum oder höre Musik, betonte er.

"Die Mannschaft kann Dinge umsetzen, ohne stetigen Einfluss. Und mein Staff ist sehr gut. Wir sind ein verschworener Haufen, der seit vielen jahren zusammenarbeitet. Die Mitarbeiter wissen, was ich sehen möchte. Da finde ich es dann unglücklich, wenn gesagt wird: 'Die brauchen keinen Trainer'", erklärte Nagelsmann.

Nagelsmann: "Wenn der Virus Bock hat ..."

Im DFB-Pokalhit bei Borussia Mönchengladbach am Mittwoch wird der Trainer trotzdem zum dritten Mal in Folge nicht bei einem Pflichtspiel des Rekordmeisters an der Seitenlinie stehen, auch wenn Vereinspräsident Herbert Hainer am Montagabend am Rande der Premiere der Amazon-Doku "FC Bayern - Behind the Legend" noch das Gegenteil vermutet hatte.

"Mir geht es gut", versicherte Nagelsmann aus der Corona-Isolation, sein jüngster Test "war aber noch nicht so, dass ich raus kann".

Frühestens am Samstag in der Bundesliga gegen Union Berlin kann der ehrgeizige Coach damit wieder an der Seitenlinie stehen. "Wenn der Virus Bock hat, noch zwei Wochen drin zu bleiben, werde ich hier noch länger hängen", sagte er. Es gebe aber "schlimmere Schicksale als meines, das ist Jammern auf hohem Niveau".

Er freue sich sehr, "dass die Jungs marschieren. Sonst würde es mir sehr schwer fallen, nicht dabei zu sein", erzählte der ehemalige RB-Trainer. Nagelsmann war in Redelaune. Also nahm er auch gleich zu den zwei dringendsten Themen Stellung, die den Bundesliga-Tabellenführer dieser Tage beschäftigen.

Nagelsmann plant mit Hernandez und plädiert für Demokratie

Der von einer Haftstrafe bedrohte Lucas Hernandez, der zudem Wadenprobleme hatte, steht in Mönchengladbach zur Verfügung. Für Nagelsmann die einzige Nachricht von Belang in der hitzig aufgeladenen Debatte rund um den französischen Nationalspieler.

"Ich habe keine anderen Informationen, als dass ich ganz normal mit ihm planen kann", sagte der Bayern-Coach bezüglich des Berufungstermins des Verteidigers am Donnerstag.

Und weiter: "Ich habe nicht den Eindruck, dass ihn das belastet. Deswegen sehe ich auch keine Veranlassung, da ständig drin rumzurühren."

Impf-Diskussion: Nagelsmann hat "kurz mit Kimmich geschrieben"

Genauso will es Nagelsmann in der Impfdiskussion um Joshua Kimmich halten. Er habe nach dessen Aufsehen erregenden Interview am Samstag "kurz mit ihm geschrieben" und plädiere weiter fürs Impfen, sagte er.

Aber: "Ich bin froh, wenn ein bisschen Ruhe reinkommt in dieses Thema und wir alle dem nachgehen können, was wir lieben und gut können." Obendrein seien unterschiedliche Meinungen doch ein Ausdruck lebendiger Demokratie: "Jeder darf als erwachsener Mensch für sich entscheiden."

Dürfte Julian Nagelsmann dies tun, wäre er längst zurück bei seiner Mannschaft und den Kollegen an der Seitenlinie. Noch aber hält ihn der Virus zurück.

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