Hansi Flick im Gespräch mit Joshua Kimmich (re.) - Bildquelle: gettyHansi Flick im Gespräch mit Joshua Kimmich (re.) © getty

München/Kiel - Hansi Flick stand allein im Schneegestöber. Während im Hintergrund Autos hupten und damit den Erfolg von Holstein Kiel im Elfmeterschießen über den FC Bayern feierten, bemühte sich der Trainer der Münchner um eine detaillierte Analyse.

"Ich hätte das jetzt auch nicht unbedingt gebraucht", sagte Flick in der "ARD". Dass er damit nicht das Schneegestöber meinte und auch nicht das Interview nach dem Scheitern, machte er mit der tiefgehenden Analyse schnell klar.

Ohne große Umschweife nannte der Coach die Probleme. "Das 1:1 ist wieder das gleiche Muster gewesen. Dabei haben wir die Dinge angesprochen", analysierte der Triple-Trainer. Nur hatten die Schüler die Maßgaben des Fußballlehrers nicht umgesetzt.

Gegentor wie gegen Gladbach

Wieder fiel das Gegentor, als die Bayern hoch standen, den Gegner - in dem Fall Kiels Fin Bartels - fast alleine aufs Tor zulaufen ließen. Wie schon bei zwei Gegentoren in Mönchengladbach. Bayerns Defensive bröckelt nicht nur, sie fällt in der Spielzeit 20/21 geradezu auseinander.

"Über das Tor zum 1:1 reden wir schon länger", stimmte auch Thomas Müller mit ein. Und dass das Pokal-Aus gegen den Zweitligisten und die vielen Gegentore die Nerven angreift, verdeutlichte Müllers patzige Art im Interview.

Flick reagierte souveräner, sprach hingegen die Fehler genau an: "Wir müssen in so einer Situation das Zentrum dicht machen und tiefer stehen. Das haben wir nicht gemacht."

Dabei hatte es der Coach noch in der Vorbesprechung des Spiels mit seinem einstigen Nationalmannschaftsschüler Bastian Schweinsteiger angesprochen.

Erstmals zwei Niederlagen seit Dezember 2019

Auch der späte Ausgleich in der Nachspielzeit ließ Flick nicht aufbrausend reagieren, er analysierte. "Beim 2:2 war die Boxbesetzung nicht optimal. Gerade zum Schluss ist es wichtig, dass du den Strafraum 1-gegen-1 verteidigst", sagte Flick und schob nach: "Wir haben viel zu tun."

Klar ist, dass der Start ins Jahr 2021 nicht gelungen ist. Zwei Niederlagen in Serie. Das gab es unter Flick nur im Dezember 2019, kurz nachdem er von Vorgänger Niko Kovac übernommen hatte.

Dass es zum Jahresbeginn nach dem Überjahr 2020 nicht so perfekt laufen würde, war zu erwarten. Aber zwei Niederlagen? Sind seine Spieler nach der kräftezehrenden vergangenen Spielzeit mit kaum Pausen - wie jetzt um Weihnachten - zu sehr ausgebrannt?

Flick lässt keine Ausreden zu

Flick will davon nichts wissen. Denn er weiß genau, woran es liegt. Ausreden lässt er erst gar nicht zu: "Wir müssen jetzt schauen, dass wir wieder in die Spur kommen. Es gibt keine Ausreden, dass wir viele Spiele hatten, dass wir wenig Pause hatten, ganz egal."

Vielmehr setzt er auf Übungseinheiten, um zu korrigieren, die Fehler aus dem Spiel zu entfernen. "Das sind die Dinge, die wir trainieren müssen. Wir müssen schauen, dass wir eine bessere defensivere Kompaktheit haben, mehr Druck auf den Ball bekommen", sagte Flick und wiederholte noch einmal: "Das sind die Dinge, die wir jetzt trainieren müssen. Analysieren und Aufarbeiten."

Das letzte Mal, als Flick nach zwei Niederlagen zur Analyse und Aufarbeitung angesetzt hatte, folgten den Rest der Saison 29 Siege und ein Unentschieden aus 30 Spielen.

Am Sonntag gegen Freiburg könnte er jetzt erstmal einen gebrauchen.

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