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Hamburg - "Auf St. Pauli brennt noch Licht", heißt es im Lied "St. Pauli" von Jan Delay. 

Diese Aussage konnten die Profis des Zweitligisten FC St. Pauli nach ihrem Pokal-Coup gegen Borussia Dortmund (2:1) nicht wirklich untermauern. Und dies lag nicht ausschließlich an den Corona-Maßnahmen in der Elbmetropole. "Heute Abend können wir uns freuen, ab morgen sind wir dann im Derbymodus", gab Coach Timo Schultz die Marschrichtung für die Kiezkicker vor.

Ausschweifende Festivitäten waren für den Zweitliga-Tabellenführer nicht drin, schließlich wartet am Freitag mit dem Derby beim Hamburger SV (ab 18:30 Uhr im Liveticker auf ran.de) bereits das nächste Highlight auf die Schultz-Elf. 

St. Pauli mit Wiederauferstehung

"Da wollen wir mindestens so eine gute Leistung zeigen und müssen wieder voll da sein", ergänzte Schultz und verwies darauf, dass der HSV durch sein Weiterkommen beim Bundesligisten 1. FC Köln (5:4 nach Elfmeterschießen) ebenfalls Großes geleistet habe: "Der Stadtrivale ist auch gut drauf."

Das Hamburg-Derby wird zum Spitzenspiel, wenn der Erste St. Pauli auf den Fünften, den HSV, trifft. In dieser Spielzeit hat sich St. Pauli aus dem Schatten des Stadtrivalen gewagt und ist momentan auf Kurs in Richtung Bundesliga-Aufstieg - eine Art Wiederauferstehung, die nun mit dem BVB-Coup ihren bisherigen Höhepunkt gefunden hat.

Zur Erinnerung: 2010/11 spielten die Hamburger eine Saison in der Bundesliga, stiegen aber direkt wieder ab. In den Jahren danach hielt sich der Kult-Klub meistens im Mittelfeld der 2. Liga, geriet aber auch einige Male in den Abstiegskampf.

Diese Zeiten scheinen vorerst vorbei. Großen Anteil am Höhenflug an der Tabellenspitze hat Coach Schultz, der seit Juli 2020 als Nachfolger von Jos Luhukay die Kiezkicker trainiert. In 57 Spielen in der Verantwortung weist er einen Punkteschnitt von 1,57 auf. 

Schultz wollte nie Trainer werden

Dabei wäre es beinahe gar nicht zur Trainerkarriere gekommen. "Er wollte eigentlich mit seiner Familie zurückgehen nach Ostfriesland und dort Lehrer werden", berichtete der ehemalige Pauli-Funktionär Helmut Schulte einst der "Morgenpost". 

Schulte, der Schultz auch als Profi auf dem Platz erlebte, ergänzte: "Schulle war schon als Spieler sehr intelligent, als Typ den Menschen zugewandt." Er habe viele Dinge mitgebracht, "die man nicht lernen kann", meinte Schulte über den früheren Mittelfeld-Recken. 

Zunächst arbeitete Schultz im Nachwuchs von St. Pauli, war aber auch Co-Trainer der Profis, bevor er dann im Juli 2020 das Zepter als Hauptverantwortlicher übernahm. In dieser Saison könnte Schultz mit St. Pauli der große Wurf gelingen, auch weil er mit dem Ex-Schalker Guido Burgstaller (16 Tore) einen treffsicheren Knipser vorne drin hat. 

St. Pauli: Fünf Zähler Vorsprung auf Nicht-Aufstiegsplatz

Daneben zählen Spieler wie Maximilian Dittgen, Philipp Ziereis und Torhüter Nikola Vasilj zu den wichtigen Stützen im Schultz-Team. Zudem hält sich das Verletzungspech einigermaßen in Grenzen, sodass die "Paulianer" oft in Bestbesetzung agieren können. 

Die Folge: St. Pauli hat bereits fünf Zähler Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz. Zuletzt gab es in der Liga aber eine kleine Formdelle mit nur zwei Punkten aus den vergangenen drei Partien. Doch der Coup gegen den BVB dürfte für neuen Schwung am Millerntor sorgen. 

Und einen Derby-Sieg beim Hamburger SV vorausgesetzt, könnte in der Nacht von Freitag auf Samstag auf St. Pauli dann tatsächlich noch länger das Licht brennen. 

Markus Bosch

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