(Noch)-Gladbach-Trainer Marco Rose gegen seinen zukünftigen Verein Borussia ... - Bildquelle: getty(Noch)-Gladbach-Trainer Marco Rose gegen seinen zukünftigen Verein Borussia Dortmund. © getty

Mönchengladbach – Marco Rose hat sich verändert. 

Vom sonst so lockeren und coolen Trainer ist zumindest in der Öffentlichkeit zuletzt nicht mehr wirklich viel übrig. 

Der Coach von Borussia Mönchengladbach wirkt seit Wochen bei bestimmten Themen dünnhäutig, außerdem oft schmallippig. Ein großer Redner oder Sprücheklopfer war er noch nie, doch aus der einstigen Lässigkeit, die Rose ausstrahlte, ist ein unüberhörbares Misstrauen geworden. 

Brisantes Spiel, brisante Fragen

Ablehnung, eine Mischung aus Abwehrhaltung und Angriffslustigkeit. Rose wirkt dabei vor allem eines: genervt. 

Jüngstes Beispiel: die Pressekonferenz vor dem Viertelfinal-Spiel im DFB-Pokal am Dienstag (ab 20.45 im Liveticker auf ran.de).  

Es ist dabei natürlich nicht verwunderlich, dass Rose bei dieser brisanten Konstellation Fragen zu genau jener auch beantworten soll. Auch mehrfach, in verschiedenen Variationen, mit neuen Anläufen, anderen Ansätzen.

Es ist nun mal eines der zentralen Themen des Spiels, dass Rose mit seinem aktuellen gegen seinen zukünftigen Klub spielt. Und von der Hand zu weisen ist es auch nicht, dass die Borussia seit der offiziellen Verkündung des Wechsels 1:2 gegen Mainz, 0:2 gegen Manchester City und 2:3 bei RB Leipzig verloren hat. 

Mittelfeld-Star Jones Hofmann will die Trainer-Debatte nicht als Auslöser der Misere gelten lassen: "Ich bin ziemlich sicher, dass sich keiner von uns momentan Gedanken über den Trainerwechsel macht", wird Hofmann vom "kicker" zitiert: "Ich weiß, dass alle Gas geben", fuhr er fort.  

Doch die Brisanz der angespannten Gesamtsituation schwebt über diesem Spiel, auch wenn Rose versuchte, das Thema auszublenden.

Ist er parallel schon im Hinblick auf die neue Saison mit einem Auge beim BVB? "Es gibt nichts zu sagen, weil es kein Thema ist. Ich bin hier voll gefordert, brauche jedes Korn an Energie, um die Situation zu meistern", sagte er. 

Auf die Frage, wie groß sein Wunsch sei, sich mit dem Pokalsieg zu verabschieden, entgegnete er: "Wenn ich bei 'Wünsch dir was' wäre, wäre das ein Wunsch, ja. Aber morgen steht ein Gegner namens Borussia Dortmund. Und dann wären da noch zwei Spiele."

Keine Lust mehr auf Nachfragen

Irgendwann hatte er dann keine Lust mehr, auf Nachfragen einzugehen.

"Ich denke, ich habe zu dem Thema alles gesagt. Und bei allem Respekt: Dann gibt es auch Fragen, die ich nicht mehr beantworten muss", meinte er auf die Frage, ob Niko Kovac ein Vorbild sei, der vor seinem Wechsel zum FC Bayern mit Eintracht Frankfurt den Pokal gegen den FCB gewann.

Auch beim Thema Druck versuchte Rose, selbigen zumindest verbal herauszunehmen. "Es werden immer viele Dinge aufgebaut, es wird viel geredet", sagte er und betonte, er bekomme wenig mit und lese nur wenig. "Und das tut mir gut. Ich empfinde immer den gleichen Druck, aber auch Vorfreude. Es geht nicht um Marco Rose, sondern um die Mannschaft, Ziele und Borussia Mönchengladbach. 

Das Problem: Die Borussia schickt sich an, sämtliche Ziele zu verpassen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die Mannschaft schon seit Wochen ihrer Form hinterherläuft und bereits vor dem Trara um den Trainer oft nur selten überzeugte.  

In der Liga liegt sie vier Punkte hinter einem Europa-League-Platz. In der Champions League war das Achtelfinale gegen Manchester City schon vorher vor allem ein Bonbon, das es zu genießen galt. Beim Auftritt in Budapest war von Spaß allerdings nur wenig zu sehen, dafür Kampf und Krampf. Und Angst.

Doch natürlich ist der Pokal-Wettbewerb ohne den FC Bayern die große Chance für die anderen, einen Titel zu holen. 

Während Leipzig und Wolfsburg im anderen Bundesliga-Duell aufeinandertreffen, befinden sich mit dem Sieger aus Jahn Regensburg gegen Werder Bremen sowie Rot-Weiss Essen gegen Holstein Kiel machbare Gegner im Wettbewerb. 

Interessant: Wie es scheint, wäre es Rose lieber gewesen, wenn sein Wechsel erst nach dem Pokalspiel bekanntgeben worden wäre. Er lässt es zumindest durchblicken. Der "mediale Druck" habe dazu geführt, die Entscheidung schon vorher bekanntzugeben. "Es war nicht mein Ansinnen, für Unruhe zu sorgen", so Rose. 

Die läuft auf einen neuen Höhepunkt zu, auch dem 44-Jährigen dürfte klar sein, dass es ungemütlich wird, wenn Gladbach am Dienstag verlieren sollte. 

Doch klar: Genauso könnte ein Sieg eine Wende einleiten. Doch die letzten Auftritte der Gladbacher, kombiniert mit dem Aufwärtstrend beim BVB, sorgen rund um die kriselnde Borussia für wenig Anhaltspunkte, dass es endlich wieder aufwärts gehen könnte.

Alles reinwerfen

"Wir haben uns hohe Ziele gesteckt", sagte Rose, und es passiere auch mal, dass man in Phasen komme, in denen man die Ziele aus den Augen verliere, weil man Probleme habe, so der 44-Jährige: "In dieser Phase befinden wir uns jetzt und müssen wieder in die Spur kommen."

Sein Plan für den BVB: "Wir müssen wieder klarer nach vorne, wieder vertikaler spielen, unser Spiel emotional und mit Leidenschaft auf den Platz bringen. Wir wollen uns endlich auch wieder mit einem Ergebnis belohnen, dafür müssen wir an uns glauben und alles reinwerfen, was wir haben."

Und nahm dann auch seine Spieler in die Pflicht. Immerhin können auch sie einen Titel holen. "Es wäre schön, wenn die Jungs das selbst angehen. Wenn sie in der Kabine über solche Ereignisse sprechen, von innen heraus. Es ist wichtig, wenn die erfahrenen Spieler vorangehen."

Denn von der alleinigen Hauptrolle ist Rose vor allem eines: genervt.

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