Der FC Bayern München erwischt in Mönchengladbach einen rabenschwarzen Tag. - Bildquelle: imago images/ActionPicturesDer FC Bayern München erwischt in Mönchengladbach einen rabenschwarzen Tag. © imago images/ActionPictures

Mönchengladbach/München - Hasan Salihamidzic wollte es erst gar nicht versuchen. 

Eine Erklärung? "Die habe ich nicht." Was war los? "Alles was schieflaufen konnte, ist schiefgelaufen." Der Sportvorstand des FC Bayern München war schockiert. 

Die 0:5-Niederlage bei der furios aufspielenden Gladbacher Borussia hatte er nicht kommen sehen. Wie auch? Noch am Wochenende watschte der Rekordmeister die TSG Hoffenheim mit 4:0 ab. 

Zwar hatten im Anschluss vor allem Joshua Kimmich und seine Aussagen zur Corona-Impfung die Schlagzeilen bestimmt, am spielerischen Selbstvertrauen des Rekordmeisters gab es aber keinen Zweifel. 

Bayern in allen Belangen unterlegen

In Mönchengladbach aber bekam der Rekordmeister von der ersten Minute an keinen Fuß in die Tür. Ballverluste, Fehlpässe, ein unterirdisches Zweikampfverhalten - die volle Palette. 

"Wir waren einfach nicht da. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen, nicht umgeschaltet, uns total den Schneid abkaufen lassen", bilanziert Salihamidzic: "Es war ein kollektiver Blackout". 

Ein Blackout an dessen Ende die höchste Pokalpleite der Vereinsgeschichte sowie die höchste Pflichtspielniederlage seit 43 Jahren steht. Erstmals seit der Saison 1995/96 erreichen die Bayern zwei Jahre in Folge nicht das Achtelfinale. Ohnehin war es für die Gladbacher der erste Pokalsieg gegen Bayern überhaupt. 

Eine historische Klatsche, für die auch Interims-Cheftrainer Dino Toppmöller nach Worten rang: "Wir haben uns viele Dinge anders vorgenommen. Die Idee war, das ein oder andere Mal die Bälle hinter die Kette zu spielen. Das ist uns überhaupt nicht gelungen."

Upamecano als Sinnbild für den Münchener Auftritt

Nun wäre es zu einfach, die Niederlage an einzelnen Spielern festzumachen. Fakt ist: Kein Münchener erreichte an diesem denkwürdigen Abend im Borussia-Park Normalform. 

Sinnbildlich für das vogelwilde Auftreten der Hintermannschaft war aber zweifelsohne Dayot Upamecano (ran-Note: 6). Der Franzose erwischte einen rabenschwarzen Tag, der auch seine Bosse ratlos zurückließ: "Ich weiß nicht was mit ihm los war, da hab ich keine Erklärung für", meinte Salihamidzic. 

Upamecano segelte reihenweise unter Flanken hindurch, war für mehrere Tore hauptverantwortlich. Sein krassester Fehler: Vor dem 4:0 - die endgültige Entscheidung - trabte er in Richtung des Balles und verlor den Zweikampf gegen Breel Embolo. Der Schweizer krönte seinen persönlichen Sahne-Tag Sekunden später mit seinem ersten Treffer. 

Nagelsmann nun mit großer Rotation?

Kurz darauf musste Upamecano vom Feld, wurde in der 55. Minute für Niklas Süle ausgewechselt. Salihamzidic versuchte zu beschwichtigen, sagte am ARD-Mikrofon: "Wir gewinnen und verlieren zusammen. Deshalb werden wir ihn wieder aufbauen. Er hat zuletzt sensationell gespielt, das darf man ja nicht vergessen." 

 

Ob der 23-Jährige Innenverteidiger am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker auf ran.de) bei Union Berlin aber erneut in der Startelf stehen wird, darf bezweifelt werden.

Alternativen wären durchaus vorhanden. Das 19-Jährige Top-Talent Tanguy Nianzou spielt unter Nagelsmann derzeit keine Rolle, schaffte es zuletzt nicht einmal in den Kader. Niklas Süle dürfte so oder so wieder in die Innenverteidigung reinrotieren. 

Auch auf anderen Positionen scheinen personelle Veränderungen mehr als nur denkbar. 

Immerhin: Am Samstag wird Julian Nagelsmann wohl wieder auf der Bank sitzen können. Von wo auch immer er das Pokal-Debakel gesehen hat - auch er wird sich schwer getan haben, die passende Erklärung zu finden. 

Timo Nicklaus

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