Steckt mit seinem Team in der schwierigsten Phase der Saison: Jürgen Klopp h... - Bildquelle: imagoSteckt mit seinem Team in der schwierigsten Phase der Saison: Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool drei der vergangenen vier Spiele verloren © imago

Liverpool/München - Im Internet wird Daragh Curley gerade zum zweiten Mal abgefeiert. Nachdem der zehnjährige Fan von Manchester United im Januar dank eines Briefes erstmals Ruhm erlangt hatte. In diesem bat er Jürgen Klopp, Teammanager von Erzrivale FC Liverpool, doch endlich, endlich mit dem Siegen aufzuhören.  

Dieser Wunsch ging schneller in Erfüllung, als es der junge Brieffreund sich wohl jemals erträumt haben dürfte. Zuletzt unterlagen die monatelang unbesiegbar wirkenden "Reds" in Champions League, Liga und FA Cup. Drei Pleiten aus den vergangenen vier Partien.

 

Liverpool lässt die Leichtigkeit vermissen

In eben dieser Schwächephase erinnern sich einige Fans an den forschen Brieffreund. Und lassen ihn eben via Twitter hochleben. Dabei liegt das Problem beim LFC deutlich tiefer.

Seit einigen Wochen - spätestens der einwöchigen Winterpause Anfang Februar - lässt das Klopp-Team die Leichtigkeit auf dem Rasen vermissen. Beim 1:0 bei Schlusslicht Norwich City ließ sich das dank eines späten Tores von Sadio Mane noch mehr schlecht als recht kaschieren.

Drei Pleiten ohne eigenen Treffer

Doch danach folgten das 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atletico Madrid sowie als vorerst letztes Aufbäumen ein wenig überzeugendes 3:2 über West Ham United in der Premier League. Anschließend die erste Liga-Klatsche beim 0:3 beim Kellerkind FC Watford und zuletzt das Aus im FA Cup mit dem 0:2 beim FC Chelsea.

Das waren mehr Pleiten als in den 42 Pflichtspielen der Saison zuvor. Und da ist auch das quasi abgeschenkte 0:5 der Reserve-Mannschaft im League Cup gegen Aston Villa während der Klub-WM berücksichtigt.

Liverpool eilt wie im Rausch durch die Liga

Von Anfang August bis Anfang Februar spielte sich der FC Liverpool geradezu rauschhaft durch die jahrelang an der Spitze so ausgeglichene Premier League. Das Team enteilte den Kontrahenten, stellte mehrere Rekorde auf, besiegte jeden der 19 Gegner mindestens einmal.

Doch mit der Klatsche von Watford platzte auch der Traum, als zweiter Klub nach dem FC Arsenal 2004 ungeschlagen durch eine Saison in der noch jungen Liga zu marschieren. Bei diesem Auftritt konnten sich die LFC-Profis des Eindrucks nicht erwehren, dass sie nicht die richtige Einstellung fanden. Was angesichts des immensen Vorsprungs in der Tabelle nur zu menschlich ist.

Meisterschaft ist nur noch Formsache

22 Punkte beträgt der Abstand aktuell auf Titelverteidiger Manchester City, der ein Spiel im Rückstand ist. Die erste Meisterschaft nach 30 Jahren - und damit in Zeiten der Premier League - ist längst nur noch Formsache.

Doch gerade aufgrund dieser Dominanz dürfte auch die Hoffnung auf einen erneuten Triumph in der Champions League aufleben. Der einzig andere Wettbewerb, in dem die "Reds" nun noch vertreten sind.

Klopp gibt sich nach Pleite bei Chelsea gelassen

Was Klopp per se wohl gar nicht einmal so ungelegen kommen dürfte. Nach der Pleite an der Stamford Bridge gab er sich demonstrativ gelassen, bilanzierte: "Ich mache mir da keine Sorgen, wir haben spielentscheidende Fehler gemacht und dann verliert man eben." Ihm habe "unsere Reaktion gefallen und die Art, wie wir gespielt haben".

Sieben Änderungen hatte der gebürtige Stuttgarter vorgenommen für das Spiel. Unter anderem liefen der 18-jährige Neco Williams als Rechtsverteidiger und der nur ein Jahr ältere Curtis Jones im Mittelfeld auf.

Kapitän Henderson wird als Leader vermisst

Dagegen musste Klopp einmal mehr auf Jordan Henderson verzichten, der Kapitän laboriert seit der Partie in Madrid an einer Oberschenkelverletzung. Und fehlt dem Team als Leader, denn aktuell lässt es das auf Tempofußball ausgelegte Liverpooler Spiel ganz einfach an der Balance vermissen.

"Manchmal realisiert man die Wichtigkeit eines Spielers für ein Team erst, wenn dieser fehlt", twitterte der meinungsfreudige Ex-Profi Gary Lineker folgerichtig. Wann Henderson wieder einsatzbereit sein wird, ist offen.

Nächste Woche folgt Rückspiel gegen Atletico Madrid

Sobald wie möglich, werden sie in Liverpool hoffen. Denn nach dem Heimspiel gegen den AFC Bournemouth am Samstag folgt bereits das zweite Duell mit Atletico Madrid. Das mit Abstand wichtigste Spiel der kommenden Wochen.

Ein Aus in der "Königsklasse" würde nicht nur viel Prestige kosten. Sondern könnte auch zur Folge haben, dass die Spannung im Team komplett in den Keller geht.

Klopp animiert Fans und hofft auf besondere Atmosphäre

Doch so weit will natürlich niemand beim Klub aus der Beatles-Stadt denken. Und schon gar nicht Klopp, der umso mehr als Motivationskünstler gefragt ist. Der 52-Jährige erhofft sich dabei Unterstützung von den Fans, wünscht sich für das Ligaspiel am Wochenende eine Atmosphäre wie bei einem Europapokalspiel an der Anfield Road.

"Wer uns siegen sehen oder einfach nur helfen möchte, soll sich die Seele aus dem Leib schreien", animiert er den enthusiastischen und leidenschaftlichen Anhang: "Wir auf dem Platz und alle auf den Rängen sollten zeigen, dass wir bereit sind zu kämpfen."

Gegen die Durststrecke. Und irgendwie auch den Fluch des kleinen Daragh.

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