Bejubelt seinen Führungstreffer gegen Crystal Palace: Kai Havertz - Bildquelle: ImagoBejubelt seinen Führungstreffer gegen Crystal Palace: Kai Havertz © Imago

München/London - Von Kai Havertz ist in England viel erwartet worden. Satte 80 Millionen Euro überwies der FC Chelsea an Bayer 04 Leverkusen für die Dienste des deutschen Nationalspielers. Er ist damit der teuerste Spieler der aktuellen Saison.

Havertz konnte sich nie wirklich eingewöhnen

Wie kam es also dazu, dass Havertz seine erste wirklich herausragende Vorstellung im Chelsea-Trikot erst im April, einem 4:1 bei Crystal Palace, ablieferte?

Chelseas Saisonstart verlief schleppend. Der mittlerweile Ex-Coach Frank Lampard experimentierte im Laufe der Saison immer mehr herum, auch mit Kai Havertz. Linksaußen, Rechtsaußen, Achter-Position, all das hat Havertz schon durch - weitgehend erfolglos.

Hinzu kommt, dass Havertz nie wirklich fit war. Im November fing sich der gebürtige Aachener das tückische Coronavirus ein, was ihn weiter zurückwarf und nachhaltig hemmte. Im Februar fehlte er einen Monat mit einer Verletzung am Knöchel. "Es war sehr schwierig", sagte Havertz über diese Zeit.

Tuchel setzt Havertz richtig ein - und vertraut ihm

Mittlerweile ist bekannterweise Thomas Tuchel Trainer beim FC Chelsea. Erst kürzlich nahm er Kai Havertz und seinen Nationalmannschaftskollegen Timo Werner in Schutz, als es Kritik hagelte: "Wir verlieren nicht den Glauben und das Vertrauen an Beide", sagte Tuchel.

Vertrauen tut Tuchel Havertz offensichtlich, nicht umsonst bietet er seinen Landsmann derzeit regelmäßig in der Sturmspitze auf. Dort, wo er auch bei Bayer Leverkusen schon glänzte und auch bei der Nationalmannschaft gegen Island traf. Olivier Giroud und Tammy Abraham sitzen derweil meistens auf der Bank.

 

"Ich mag diese Position. Ich kann mich frei bewegen und bin nicht so gebunden", sagte der 21-Jährige zur Umstellung. Unter Frank Lampard durfte er diese Position nur ein einziges Mal ausfüllen und das nur eine Halbzeit lang.

Auf dieser Position war Havertz in seinen letzten drei Startelfeinsätzen in der Premier League an drei Treffern beteiligt (ein Tor, zwei Vorlagen). Gerade nach dem letzten Spiel gegen Crystal Palace lobte ihn die Presse in England.

Tuchel: "Er muss noch mehr Tore schießen" - Havertz stimmt zu

Warf sich der Trainer der Blues noch heroisch vor seine Spieler, als es Kritik gab, bremst er sie ein, wenn es überschwängliches Lob gibt. "Er hätte noch ein, zwei Tore mehr schießen müssen", sagte Tuchel direkt nach dem Sieg.

In der Tat hätte Havertz öfter treffen müssen. In der 22. Minute nahm er einen langen Ball im Strafraum mit links an, lupfte ihn in einer Bewegung über einen Abwehrspieler und schloss volley ab. Alleine Palace-Torwart Vicente Guaita verhinderte ein traumhaft schönes Tor, das an Dennis Bergkamp erinnert hätte.

"Wir hätten mehr Tore erzielen müssen, aber wir können zufrieden sein", sagte Havertz nach dem Spiel am "Sky Sports"-Mikro. Auf die Frage, ob sein Tor ihn erleichtert habe, sagte er: "Na klar. Als Stürmer will man immer treffen und ich hätte auch öfter treffen können." 

In der heißesten Phase in Bestform?

Der Frühling ist die wichtigste Phase in einer Saison. Für Chelsea geht es noch um die Qualifikation für die Champions League sowie das Halbfinale in jener Königsklasse.

Letzteres kann bereits am Mittwoch klar gemacht werden. Mit einem Zwei-Auswärtstore-Vorsprung geht Chelsea ins Rückspiel gegen Porto. Dort wird Havertz mutmaßlich wieder in der Sturmspitze aufgeboten werden. Wenn er seine aktuelle Verfassung hält, dann ist das Halbfinale nur noch Formsache für die Blues.

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