Wird wohl auch während der Spiele in den kommenden Monaten verwaist bleiben:... - Bildquelle: Getty ImagesWird wohl auch während der Spiele in den kommenden Monaten verwaist bleiben: Das King Power Stadium von Leicester City könnte im Herbst wieder Champions League erleben © Getty Images

London/München - Die Bundesliga marschiert vorneweg, die Premier League eilt hinterher. In den Planungen für die Zeit nach der Corona-Zwangspause scheint auch Englands Topliga weit vorangeschritten zu sein. Anders als hierzulande soll es im Mutterland des Fußballs jedoch erst im Juni weitergehen.

Wie der "Daily Mirror" berichtet, hätten mehrere Klubs ihre Spieler angewiesen, sich auf die Wiederaufnahme des Trainings im kommenden Monat einzustellen. Dann sei eine Mini-Vorbereitung von zwei bis drei Wochen angedacht, bevor die noch ausstehenden neun Spieltage sowie die Nachholspiele über die Bühne gehen sollen.

Premier League setzt offenbar auf Englische Wochen

Für die Restsaison wird demnach eine Zeit von nur vier oder fünf Wochen veranschlagt. Heißt: Englische Wochen en masse. Ähnlich wie in Deutschland werden die Partien ohne Fans stattfinden, wie wohl auch in der Bundesliga sind sogar Geisterspiele bis zum Jahresende realistisch.

Umgerechnet über 850 Millionen Euro würden der Premier League dem Bericht zufolge durch die Lappen gehen, müsste die Saison abgebrochen werden. Diese Summe müsste dann an die Rechtepartner zurückgezahlt werden.

Bedenken bei Spielern wegen Infektionsgefahr und gebundenem Personal

Nach wie vor gebe es in Spielerkreisen jedoch Bedenken. Zum Einen wegen der Gefahr einer Infektion. Aber auch wegen der durch die Spiele gebundenen Mediziner und Polizisten, die in der Corona-Krise andernorts ebenfalls benötigt werden.

Die besonderen Vorkehrungen der Liga, die sich eng mit der Regierung und dem Gesundheitsamt abspricht, sollen dem "Mirror" zufolge auch die Möglichkeit umfassen, die Spieler täglich testen zu können. Dies wäre nach aktuellem Stand wohl ein einzigartiges Vorgehen.

Tägliche Tests sollen auf Trainingsgeländen möglich sein

Die Voraussetzungen für eine solche Masse an Tests sollen an jedem Trainingsgelände gegeben sein. Demnach versicherte die Regierung, dass die landesweiten Kapazitäten bis Ende des Monats entsprechend hochgefahren werden - natürlich nicht nur zugunsten der Fußballer, sondern der gesamten Gesellschaft.

Über das genaue Vorgehen soll am 17. Mai - also dem Freitag nach Ostern - diskutiert werden. EFL-Boss Rick Parry, zuständig für die zweite bis vierte Liga, informierte die dort aktiven Klubs, dass frühestens am 16. Mai das Training wieder aufgenommen werden und die Saison dann binnen 56 Tagen durchgezogen werden solle.

Spieler nahestehende Person bestätigt Zeitraum der Pläne

Die Informationen der "Sun" decken sich mit den genannten Plänen. "Den Spielern wurde gesagt, dass Mitte Juni der Zeitpunkt sein wird, an dem wahrscheinlich wieder gespielt wird", zitiert das Boulevardblatt eine einem Spieler nahestehende Quelle: "Es besteht die Absicht, Mitte Mai wieder mit dem Training zu beginnen - das sollte genug Zeit verschaffen."

Zugleich präsentierte die "Sun" sechs Optionen für ein weiteres Vorgehen: Ein Abbruch der Saison könnte dazu führen, dass es weder Meister noch Absteiger gäbe, oder aber die aktuelle Tabelle würde mit den jeweiligen Konsequenzen als Abschlusstabelle herangezogen werden.

Spieler in Hotels, Spiele in wenigen Stadien?

Zudem könnten die noch ausstehenden 92 Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit möglichst wenig Personal vor Ort ausgetragen werden. Diese Spiele könnten aber auch in nur wenigen Stadien stattfinden, die Profis in der Zeit drumherum in Hotels untergebracht werden - um Kontakte und damit die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Eher unrealistisch sei eine Verlängerung der Spielzeit, denn schon am 8. August soll eigentlich die Saison 2020/2021 beginnen. Interessant, aber höchst fragwürdig wäre die Option, die Saison in einem anderen, nicht so sehr vom Coronavirus heimgesuchten Land zu beenden.

Hier wird Katar ins Spiel gebracht. Im WM-Gastgeberland von 2022 gibt es offiziell weniger als 2500 Infizierte, knapp zehn Prozent davon haben die Lungenkrankheit besiegt, sechs Personen sind ihr erlegen.

Europapokal-Fortsetzung unter fairen Bedingungen kaum möglich

Was unabhängig von den verschiedenen Optionen ersichtlich wird: Der UEFA dürfte es immens schwer fallen, die ebenfalls unterbrochenen Europapokale fortzuführen. Unter dem Aspekt der Wettbewerbsgleichheit wäre das unmöglich.

Denn jede der großen Ligen manövriert sich in ihrem eigenen Rhythmus durch die Krise. Wann Serie A und Primera Division ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, steht in den Sternen. Italien und Spanien ächzen schließlich noch weit mehr unter der Pandemie als Deutschland und Großbritannien oder auch Frankreich.

Gut möglich also, dass manche Topliga erst wieder spielen kann, wenn sich die Bundesliga schon in ihre verspätete Sommerpause verabschiedet hat.

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