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München - Das Gespür für Tore ist James Tavernier quasi in die Wiege gelegt worden. "Über die Jahre bin ich positionstechnisch immer weiter nach hinten gerutscht, aber meinen Angriffs-Instinkt habe ich dabei stets behalten", sagte der Brite zuletzt in einem Interview über sich.

Dieser "Angriffs-Instinkt" ist das, was den Rechtsverteidiger ausmacht. Bei den Glasgow Rangers spielt er hinten rechts im System, ist zur gleichen Zeit aber auch Top-Torschütze des schottischen Traditionsklubs - zumindest in dieser herausragenden Europa-League-Saison.

Ein Typ, der voran geht: James Tavernier

Schließlich kam der 30-Jährige in 13 Spielen sieben Mal zum Torerfolg, darunter auch in den Duellen gegen Borussia Dortmund und RB Leipzig. Die Frankfurter Eintracht dürfte dementsprechend gewarnt sein, wenn es am Mittwochabend in Sevilla (21:00 Uhr) gegen Tavernier und seine Rangers geht.

Natürlich gelangen ihm vier der sieben Treffer vom Elfmeter-Punkt aus, doch es zeigt dennoch ganz gut, was für ein Typ Tavernier ist. Der Engländer geht voran, ist nicht ohne Grund der "Captain" bei den Rangers.

Taverniers langer Anlauf zum Erfolg

Doch so war es nicht immer. Vor seiner Zeit in Glasgow war "Tav" bei neun verschiedenen Vereinen unter Vertrag - bei keinem davon langfristig. Er dümpelte nach seiner Ausbildung im Nachwuchs von Newcastle United über diverse Leih-Stationen in den unteren Ligen Englands herum. 2015 folgte dann der Wechsel nach Schottland. Doch auch dort sah es anfangs gar nicht so prickelnd aus.

Schließlich befanden sich die Rangers zu dieser Zeit noch in der Scottish Championship, also der zweithöchsten Spielklasse Schottlands. Nach nur einer Saison folgte jedoch der Aufstieg in die Premiership. Stammspieler war Tavernier bereits damals schon.

Tavernier und der lange Pfosten

Seine beste Spielzeit war dann die Saison 2018/2019. Dort sammelte er in der Liga insgesamt 25 Scorerpunkte, davon 14 Assists. Vorlagen hat er auch heute noch drauf - wettbewerbsübergreifend steht der aus West-Yorkshire stammende Tavernier bei 17 Assists.

Auch dieser Wert ist auf den viel gerühmten "Angriffs-Instinkt" zurückzuführen. Tavernier zieht das Spiel teilweise von der rechten Seite auf, ist technisch versiert und tritt bei den Rangers jeden Standard. Eine besondere Beziehung scheint der Rechtsverteidiger zum langen Eck zu haben - zumindest im gegnerischen Sechzehner.

Ein Leader vor der Perfektion

Wenn Tavernier schließlich mal nicht per Strafstoß trifft, trifft er durch einen Lauf eben in die Position. Dort lauert er oftmals und muss dann die Hereingabe der Mitspieler nur noch aus kurzer Distanz vollenden.

Auf diese Art und Weise hat er auch gegen Leipzig getroffen und einmal mehr ein wichtiges Tor für Glasgow erzielt. Tavernier steht für den Erfolg der Rangers in der Europa League. Er ist das Gesicht der Mannschaft, ein waschechter Leader und wird von den Fans und Trainer Giovanni van Bronckhorst geschätzt.

190 Scorer in 345 Spielen

Und doch hat es der 30-Jährige (bislang) nicht zum englischen Nationalspieler geschafft. Auch weil auf seiner Position über die vergangenen Jahre mit Kyle Walker, Trent Alexander-Arnold oder Kieran Trippier stets außerordentlich gute Konkurrenz herrschte.

Insgesamt 345 Spiele (83 Tore, 107 Vorlagen) für die Schotten sind allerdings eine Hausnummer - das Wichtigste steht ihm jedoch noch bevor. Sollte Tavernier mit den Rangers am Mittwoch die Europa League gewinnen, dürfte er als einer der großen Helden des Vereins in die Annalen eingehen.

Will die Eintracht das verhindern, sollte sie lieber den eigenen Strafraum besonders geschickt schützen und in den Zweikämpfen sehr clever vorgehen. Sonst ist Tavernier zur Stelle - wie so oft für die Rangers.

Max Bruns

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