Mario Gomez hat mit dem AC Florenz noch einiges vor - Bildquelle: GettyMario Gomez hat mit dem AC Florenz noch einiges vor © Getty

ran.de: Herr Gomez, Sie sind im vergangenen Sommer vom FC Bayern München zum AC Florenz in die italienische Serie A gewechselt und wurden dort fast schon wie ein "Heilsbringer" empfangen. Wie gut tut Ihnen diese Wertschätzung in Florenz, die Sie zum Schluss in München ja ein wenig vermisst haben?

 

Mario Gomez: Natürlich war mein Empfang in Florenz im letzten Sommer etwas ganz Besonderes, doch es ist überhaupt nicht der Fall, dass mir in München zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wurde. Es ist aber für einen ausländischen Spieler in der jeweiligen Liga auch immer einfacher, weil er meist eine höhere Anerkennung erhält. Und davon abgesehen bin ich jetzt froh, dass ich wieder auf dem Platz stehen und meiner Mannschaft helfen kann.

ran.de: Ihre Verletzung hat Sie auch in Sachen WM-Kader ein wenig zurückgeworfen. Wie sah die Kommunikation mit Bundestrainer Joachim Löw in den vergangenen Monaten aus und wie schätzen Sie selbst Ihre Chancen ein, bei der WM in Brasilien dabei zu sein?

Mario Gomez: Ich war in ständigem Austausch mit Joachim Löw, aber auch mit Hansi Flick und Oliver Bierhoff. Nach dieser fünfmonatigen Verletzungspause ist es für mich nun entscheidend, dass ich wieder in den Spielrhythmus komme. Ich bin schmerzfrei, aber natürlich brauche ich nach der langen Zeit auch noch etwas Geduld und viele Minuten. Die WM in Brasilien ist das Größte, was du als Fußballer spielen kannst. Da will ich in starker Form dabei sein! Aber vorher die mit Florenz gesetzten Ziele erreichen. Nur so kann ich in Form kommen.

ran.de: Wie gut sprechen Sie bereits die italienische Sprache und wie muss man sich Ihr "neues" Leben in Florenz vorstellen?

Mario Gomez: Das mit der Sprache klappt mittlerweile schon ganz gut. Ansonsten habe ich mich in dieser wunderschönen Stadt sehr gut eingelebt und fühle mich richtig wohl. Und im Endeffekt hat sich mein Leben im Vergleich zu München auch nicht wirklich verändert, lediglich meine Familie und Freunde sind jetzt etwas weiter entfernt.

ran.de: Sie gelten durchaus auch als "Fashion-Victim" – da sind Sie in der Modestadt Florenz ja genau richtig. Kann man Sie also öfter auch mal auf der Shopping-Meile von Florenz antreffen?

Mario Gomez: Ich bin in erster Linie Fußballer, und von daher nach wie vor auf dem Trainingsplatz und im Stadion anzutreffen. Ich weiß, dass Florenz eine Modestadt ist, aber deswegen bin ich jetzt nicht öfter zum Shoppen unterwegs.

ran.de: Wo liegen für Sie nach gut einem halben Jahr in Florenz die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Italien?

Mario Gomez: Fußballerisch kann ich noch nicht ganz so viel sagen, da meine Einsätze ja bisher verletzungsbedingt überschaubar waren. Dennoch ist das technisch-taktische Niveau in der Serie A sehr hoch und es ist viel auf eigenen Ballbesitz ausgerichtet. Das Tempo ist nicht vergleichbar mit dem der Bundesliga, da wird gerade im Umschaltspiel noch deutlich schneller agiert und es geht nach Ballgewinn mit höchster Geschwindigkeit direkt und zielstrebig nach vorne. 
Und die üblichen Klischees kann ich auch nicht bedienen, denn die gewisse italienische Unpünktlichkeit konnte ich bei uns im Verein bislang noch nicht feststellen: Seitdem ich hier bin, kam noch nie jemand zu spät.

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