Neu trifft auf Alt: Die italienische Nationalmannschaft trifft auf die "Rote... - Bildquelle: Getty ImagesNeu trifft auf Alt: Die italienische Nationalmannschaft trifft auf die "Roten Teufel" aus Belgien. © Getty Images

München - Die Belgier träumen vom ersten Titel, die Italiener vom Ende einer langen Durststrecke: Doch für einen der beiden großen EM-Favoriten wird es in München schon im Viertelfinale ein böses und frühes Erwachen geben.

 

Erwischt es die goldene, aber schon alternde Generation der "Roten Teufel" um Superstar Kevin de Bruyne? Oder kommt das plötzliche Aus für die neue und bislang gefeierte Squadra Azzurra von Maestro Roberto Mancini?

Beide Teams glauben ans Weiterkommen

So oder so: Das Duell am Freitag (ab 21:00 Uhr im Liveticker) ist ein echter Kracher, ein vorweggenommenes Finale - ohne einen klaren Favoriten. Und der Glaube, dass die wunderbare Reise über München zum Halbfinale und Endspiel nach Wembley weitergeht, ist bei beiden Teams riesig.

"Italien ist eine wahre Mannschaft. Die Azzurri sind alle gefährlich. Aber wir können sie stoppen", sagt Belgiens Dries Mertens, der beim SSC Neapel unter Vertrag steht.

Jede Mannschaft habe "Schwachpunkte", auch Belgien, kontert der Italiener Jorginho: "Wir müssen sie entdecken und sie zu unseren Gunsten nutzen."

Verletzungssorgen bei Belgien, Zuversicht bei Italien

Profitieren könnte die seit 31 Spielen ungeschlagene Squadra Azzurra von einem Ausfall der Offensivkünstler De Bruyne (Knöchel) und Eden Hazard (Muskelprobleme), der Belgien schwer treffen würde. Gerade vor De Bruyne ist der Respekt bei Jorginho groß. Der 30-Jährige sei "ein Spieler, der den Unterschied macht. Er kann wirklich gefährlich werden".

Ein Einsatz des angeschlagenen belgischen Duos soll sich kurzfristig entscheiden. Trainer Roberto Martinez baute aber schon einmal vor: De Bruyne und Hazard könnten nicht bei 100 Prozent sein, sagte er nach dem 1:0 im Achtelfinale gegen Europameister Portugal.

Italiens Seriensieger freuen sich dagegen auf die Rückkehr des angeschlagenen Kapitäns Giorgio Chiellini.

Dem 36-Jährigen steht gleich eine besondere Herausforderung bevor: Der Juve-Routinier soll Belgiens Ausnahmestürmer Romelu Lukaku von Inter Mailand stoppen. In der Serie A gelang dies Chiellini bereits einige Male - im Verbund mit Leonardo Bonucci (34). Auch bei der Nazionale bilden beide Haudegen die Innenverteidigung einer Viererkette.

Gegensätzliche Philosophien

Belgien spielt mit Dreierkette - doch auch die ist in die Jahre gekommen. Thomas Vermaelen, Toby Alderweireld und Jan Vertonghen sind zusammen 101 Jahre alt.

Überhaupt wird es für das belgische Team, dem seit Jahren der große Wurf zugetraut wird, langsam Zeit, das große Versprechen einzulösen. In De Bruyne (30), Mertens (34), Axel Witsel (32), Nacer Chadli (31) und Christian Benteke (30) sind weitere fünf Profis 30 oder älter.

Mancini baut dagegen nach dem Desaster von 2018, als sich die Squadra Azurra nicht für die WM qualifiziert hatte, ein neues Italien auf - weiterhin stabil in der Defensive, aber inzwischen auch versiert im Ballbesitz und druckvoll in der Offensive.

Gehörte Belgien schon vor der EURO zum engsten Favoritenkreis, haben sich die Italiener im Turnierverlauf große Anerkennung erspielt.

Österreich als Warnschuss

Das knappe 2:1 n.V. im Achtelfinale gegen Österreich soll nur ein Warnschuss zur rechten Zeit gewesen sein. "Ich bin sicher, dass uns der Sieg dabei helfen wird, das Viertelfinale fokussierter anzugehen", sagt Torwart Gianluigi Donnarumma. Auch Mancini betont: "Dieses Leiden wird uns noch nützlich sein." Nützlich auf dem Weg zum Titel.

In Italien, behauptet Jorginho, "erkenne ich mein Chelsea wieder". Das gewann die Champions League - gegen De Bruyne und Manchester City.

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