Nicht nur als Statue noch präsent: Diego Maradona - Bildquelle: AFPSIDAgustin MARCARIANNicht nur als Statue noch präsent: Diego Maradona © AFPSIDAgustin MARCARIAN

Buenos Aires (SID) - Über ein halbes Jahr nach dem Tod von Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona treten die Ermittlungen der Justiz wegen des Verdachts des Totschlags in ihre entscheidende Phase. Die Staatsanwaltschaft beginnt die Einzelverhöre von sieben Beschuldigten, ehe nach Auswertung der Ergebnisse ein Gericht über die Eröffnung eines Strafprozesses entscheiden wird.

Die Befragungen hatten ursprünglich bereits im Mai stattfinden sollen. Wegen der Verschärfung der Corona-Krise in Argentinien allerdings wurden die Verhöre zunächst verschoben. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP ist nunmehr Maradonas Neurochirurg Leopoldo Luque für die letzte Einvernahme der Reihe am 28. Juni geladen. Im Falle einer Anklageerhebung drohen den Beschuldigten in einem Prozess, der monate- oder sogar jahrelang dauern könnte, zwischen acht bis zu 25 Jahre Haft.

Der Tatverdacht basiert auf den Rechercheergebnissen eines medizinischen Expertengremiums. Nach der Untersuchung von Maradonas Tod durch einen Herzinfarkt kam der Abschlussbericht zu dem Schluss, dass der Ende November mit 60 Jahren verstorbene Weltmeister von 1986 unzureichend medizinisch versorgt und seinem Schicksal über einen "langen, qualvollen Zeitraum" überlassen wurde. Der Sterbeprozess habe schon "mindestens zwölf Stunden" vor Maradonas Tod eingesetzt.

Die Ermittlungen waren durch eine Anzeige von zwei der fünf Töchter Maradonas gegen Luque ausgelöst worden. Die Maradona-Kinder machen Luque für den sich verschlechternden Zustand ihres Vaters nach einer Gehirnoperation im vergangenen Oktober verantwortlich.

Die Staatsanwälte glauben, dass Maradonas Tod nicht das Ergebnis von Kunstfehlern oder fahrlässigen Handlungen seiner Ärzte war, sondern dass die Mediziner wussten, dass der ehemalige Fußballstar sterben würde und nichts unternahmen, um seinen Tod zu verhindern. Angeblich erhielten die Ankläger eine Reihe von Nachrichten und Tonaufnahmen, die zeigen, dass dem Ärzteteam klar gewesen sei, dass Maradona in den letzten Monaten seines Lebens Alkohol, Psychopharmaka und Marihuana konsumierte.

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