- Bildquelle: imago images/NurPhoto © imago images/NurPhoto

München - Es ist der große Traum der Verantwortlichen beim FC Barcelona: Robert Lewandowski soll kommen. Dafür verlangt der FC Bayern München allerdings mindestens 50 Millionen Euro. Eine Summe, die die Katalanen offenbar bereit sind, zu zahlen.

Aber wie kann sich der wirtschaftlich immens angeschlagene Klub das überhaupt leisten? Zur Erinnerung: Der FC Barcelona soll rund 1,2 Milliarden Euro Schulden haben! Wie passt das zusammen mit dem Wunsch, neue Top-Spieler zu verpflichten?

Ganz einfach: Der Klub versucht, momentan so viel Geld zu generieren wie nur irgendwie möglich. Dafür gehen die Katalanen durchaus kreative Wege, müssen aber auch aufpassen. Die Sorge vieler Anhänger. Der Klub verkauft seine Zukunft, um jetzt neue Spieler präsentieren zu können.

Kein Weitblick in die Zukunft?

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Barcelona zehn Prozent seiner Fernsehrechte bis 2047 an die amerikanische Investmentfirma Sixth Street verkauft hat. Dafür flossen rund 207,5 Millionen Euro auf das Konto des 26-maligen spanischen Meisters. Dass dies zugleich bedeutet, dass in den kommenden Jahren pro Jahr weniger Geld in die Kassen des Vereins fließt, ist in der aktuellen Phase zweitrangig.

Mit diesen Einnahmen schließt der Verein das Geschäftsjahr mit einer positiven Bilanz ab. Hätte Barcelona das Jahr mit einem Minus beendet, wäre die Gehaltsobergrenze des Klubs von der Liga nach unten versetzt worden. Dies hätte es noch schwerer gemacht, neue Spieler zu verpflichten

Doch damit nicht genug: Laut der spanischen "Mundo Deportivo" erwägen die Katalanen, weitere Anteile (rund 15 Prozent) ihrer Fernsehrechte zu verkaufen. Damit sollen zusätzliche 400 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

Spotify als neuer Trikotsponsor

Schon länger bekannt ist, dass der Musikstreaming-Dienst "Spotify" neuer Trikotsponsor wird. Auch das Stadion trägt seit dem 1. Juli den Namen "Spotify Camp Nou". Diese Deals lässt sich der FC Barcelona natürlich gut bezahlen. Rund 435 Millionen Euro fließen bis 2034 aus Schweden nach Spanien.

Zudem verkaufte der Verein 49,9 Prozent an der Barca Licensing and Merchandising (BLM). Sowohl für diesen Deal, als auch für den TV-Rechte-Deal, sicherten sich die Verantwortlichen von Barcelona eine Rückkaufklausel. In "finanziell besseren Zeiten" könne sich der Klub somit alle Rechte zurückholen, erklärte Präsident Joan Laporta. Wenn diese dann auch wirklich kommen.

Dies soll die Angst der Fans, der Klub würde seine Zukunft verkaufen, eindämmen. Allerdings sorgte schon die Umbenennung des traditionsrechen "Camp Nou" für Unbehagen bei den Anhängern.

Hochzeiten im Stadion? Ein weiterer Weg, um Geld zu verdienen

Sollten es die Barca-Obersten mit diesen Schritten jedoch schaffen, Stars wie einen Robert Lewandowski zu verpflichten und den Klub wieder in eine stabilere Zukunft zu führen, dürften auch die Fans zufrieden sein.

Trotzdem wird es eine Herkules-Aufgabe, die kolportierten 1,2 Milliarden Euro Schulden abzubauen und gleichzeitig erfolgreich zu sein. Doch genau dafür geht der FC Barcelona eben kreative Wege. Auch wenn das heißt, dass man das Stadion für private Hochzeiten vermietet. Bis zu 14.000 Euro pro Trauung verspricht sich Barca von dieser Idee.

Der Klub spielt insgesamt ein durchaus gefährliches Spiel mit der eigenen Zukunft, ganz nach dem Motto: High risk, high reward - hohes Risiko, hohe Belohnung. Ob sich das tatsächlich auszahlt, bleibt abzuwarten.

Du willst die wichtigsten Fußball-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.

News-Ticker

Video-Tipps

Aktuelle Galerien