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München - James Rodriguez verlässt die europäische Fußballbühne und wechselt zu Al-Rayyan nach Katar. Mit erst 30 Jahren scheint die Karriere des Kolumbianers, zumindest in Europa, vorbei.

Erste Schritte in Europa

2010 wechselte Rodriguez nach Europa. Von CA Banfield zog es ihn nach Portugal, genauer gesagt, nach Porto. 

Knapp elf Jahre später lesen sich die Namen des damaligen Kaders nicht schlecht. Die Pässe von James Rodriguez und Joao Moutinho wandelten Hulk und Falcao in Tore um. Ein gutes Umfeld für einen jungen, technisch starken Mann wie James, um die ersten Schritte im Profifußball zu gehen.

Bei Porto gewann Rodriguez in jeder seiner drei Saisons den Meistertitel, einmal den Pokal und war mit 73 Torbeteiligungen in 108 Spielen maßgeblich an diesen Erfolgen beteiligt. Folgerichtig stand für James im Sommer 2013 eine Veränderung an.

Wechsel ins Fürstentum

45 Millionen Euro legte die AS Monaco für ihn auf den Tisch. Auch in Monaco überzeugte der Kolumbianer, stand in 34 Ligaspielen auf dem Platz und sammelte 22 Scorerpunkte.

Die Saison beendete Monaco hinter Paris St. Germain auf dem zweiten Platz. Somit qualifizierten sich die Monegassen für die Champions League.

Eine weitere Saison verbrachte Rodriguez jedoch nicht mehr in Monaco. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ging der Stern des Edeltechnikers endgültig auf. Spätestens jetzt waren Europas große Klubs auf James aufmerksam geworden.

Ein Tor für die Ewigkeit

Bis heute bleibt sein Tor im Achtelfinale gegen Uruguay eins für die Ewigkeit. Mit dem Rücken zum Tor bekommt die Nummer zehn der Kolumbianer den Ball, nimmt ihn mit der Brust an und ballert den Ball in einer fließenden Bewegung unter die Latte des uruguayischen Tores. Zurecht wird der Treffer später mit dem "Puskas-Award" für das schönste Tor des Jahres ausgezeichnet.

Mit insgesamt sechs Toren wurde der damals 23-jährige Torschützenkönig, führte sein Land nach 16 Jahren WM-Abstinenz ins Viertelfinale und wechselte kurz darauf für 75 Millionen Euro zu Real Madrid.

Unter Carlo Ancelotti, der in der Karriere von Rodriguez noch eine große Rolle spielen sollte, erlebte er seine fußballerisch womöglich beste Zeit.

Titelsammler in Madrid

In Madrid übernahm er die glorreiche "Nummer zehn", die zuvor Mesut Özil getragen hatte. Während seiner Zeit in Spanien gewann er zahlreiche Titel (u.a. zweimal die Champions League und zweimal die spanische Meisterschaft) und wurde in seiner ersten Saison als bester Mittelfeldspieler der Saison ausgezeichnet. 

Im Sommer 2016 übernahm Real-Legende Zinedine Zidane den Trainerposten von Carlo Ancelotti. Und mit ihm die ersten Probleme in der Karriere des Kolumbianers. Rodriguez kam zu deutlich weniger Einsätzen als noch in den Spielzeiten zuvor. 

2017 folgte er seinem ehemaligen Trainer nach München. Carlo Ancelotti übernahm nach seiner Entlassung bei Real Madrid den deutschen Rekordmeister und holte seinen Schützling ein Jahr später aus Madrid in die Bundesliga.

Auf und Ab in München

Zwei Jahre verbrachte der Kolumbianer in der bayerischen Landeshauptstadt. Zu 100% angekommen schien er nie, auch weil Ancelotti ein paar Wochen nach Saisonbeginn entlassen wurde. Unter Jupp Heynckes und Niko Kovac kam Rodriguez zu deutlich weniger Einsatzzeiten und fungierte zumeist als Einwechselspieler. Auch deshalb bat er die Verantwortlichen im Sommer 2019 darum, die im Vertrag verankerte Kaufoption nicht zu ziehen. Der Verein entsprach diesem Wunsch und Rodriguez kehrte nach Madrid zurück.

In zwei Saisons beim FC Bayern ließ der Kolumbianer seine Klasse durchaus aufblitzen, die Konstanz aber fehlte seiner Leistung.

Zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg sowie 15 Tore und 20 Assists standen am Ende seiner Zeit in der Bundesliga in seiner Vita.

Über Madrid und Everton nach Katar

Aufgrund einer Verletzung von Marco Asensio durfte Rodriguez Real Madrid im Sommer 2019 nicht verlassen. In der folgenden Saison stand er in der spanischen Liga nur acht Mal auf dem Platz, auch weil er selbst immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Schnell wurde klar, dass er unter Zinedine Zidane keine Zukunft in Madrid haben würde. 

Also ging er zurück zu dem Trainer, der ihm zu seiner besten Zeit im Profifußball verhalf. Ancelotti trainierte mittlerweile den FC Everton. Dort stand er wieder regelmäßig in der Startelf, konnte aber auch in England nicht die Leistungen zeigen, die man von ihm erwartete.

In diesem Sommer verließ Carlo Ancelotti die "Toffees", um zum zweiten Mal bei Real Madrid anzuheuern. Diesmal folgte ihm Rodriguez nicht. An den ersten fünf Spieltagen der Premier League spielte der Kolumbianer unter seinem neuen Trainer Rafa Benitez keine Rolle mehr und wechselte schlussendlich zu Al-Rayyan nach Katar.

Ob man den 30-jährigen noch einmal im europäischen Spitzenfußball sehen wird, darf bezweifelt werden. Sein Tor im WM-Achtelfinale gegen Uruguay und seine Leistung bei der WM wird jedoch jedem Fußball-Fan in guter Erinnerung bleiben. Das angedeutete Potenzial konnte er leider nie konstant auf den Platz bringen.

Philipp Schmalz

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