Julian Draxler spielt seit 2017 in Paris. - Bildquelle: imago images/PanoramiCJulian Draxler spielt seit 2017 in Paris. © imago images/PanoramiC

Paris/München - Ein wenig fliegt Julian Draxler in Deutschland unter dem Radar. Und das hat gleich mehrere Gründe. Bereits im Sommer 2017 verabschiedete sich der Offensivspieler aus Wolfsburg und wechselte zu Paris St. Germain in Ligue 1, die in Deutschland weitaus weniger im Fokus steht als etwa die Premier League oder La Liga.

Außerdem bleibt Draxler in Paris meistens nur die Joker-Rolle. Was allerdings auch nicht besonders verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenten in der PSG-Offensive unter anderem Neymar, Kylian Mbappe und Angel di Maria sind. Auch im DFB-Team sind die Außenbahnen und das zentrale Mittelfeld hochkarätig besetzt, weshalb auch gar nicht groß auffiel, dass der Weltmeister von 2014 für die letzten Länderspiele nicht mehr nominiert wurde.

Julian Draxler verlängert bis 2024

Daraus zu schließen, dass es für Draxler schlecht läuft, wäre aber ein Fehler. Der gebürtige Gladbecker weiß, was er an PSG hat und auch der Klub scheint ihn zu schätzen, wie die am Montag unterzeichnete Vertragsverlängerung bis 2024 belegt.

"Das ist eine große Quelle des Stolzes für mich", erklärte er strahlend und in fließendem Französisch im Interview auf der Klub-Homepage: "Ich liebe den Klub und Paris als Stadt. Es ist großartig, in der Lage zu sein, mit Top-Spielern zusammenzuspielen für eine solche Mannschaft. Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Vertrag hier verlängern konnte."

34 Pflichtspiele bestritt Draxler in dieser Saison für PSG, zwölfmal stand er in der Startelf, wurde oft ein- oder ausgewechselt. Dabei erzielte er vier Tore in der Liga und bereitete sieben Treffer wettbewerbsübergreifend vor.

Mehr Einsatzzeit unter Pochettino

Zuletzt erhielt Draxler mehr Einsatzzeit, der neue Trainer Mauricio Pochettino baut offensichtlich mehr auf den gebürtigen Gladbecker als sein Vorgänger Thomas Tuchel. "Ich habe viel mehr gespielt in den letzten Wochen, es ist wichtig für mich, um meinen Rhythmus zu behalten. Ich fühle mich sehr gut, das konnte man in den letzten Wochen auch sehen", erklärte Draxler.

Mit seinen Leistungen zog er auch das Interesse anderer Teams auf sich. Klubs aus der Premier League und der Serie A sollen für Draxler geboten haben, der FC Bayern soll mit seinem Angebot sogar das von PSG getoppt haben. Doch der Rechtsfuß, der in der Schalker Jugend groß wurde, entschied sich für den Hauptstadtklub und die Rolle des Edel-Jokers. "Wir werden in diesem Jahr eine bessere Vorbereitung haben als letztes Jahr", sagte Draxler: "Wir hoffen, dass alle bereit sind und das Paris den besten Draxler aller Zeiten sehen wird."

Draxler wäre eine gute Option für die EM

Ein solcher Rollenspieler könnte mit Sicherheit auch der Nationalmannschaft bei der anstehenden Europameisterschaft nicht schaden. Nachdem Bundestrainer Joachim Löw Draxler zuletzt nicht mehr nominiert hatte, wird sich zeigen, ob er ihn für sein EM-Aufgebot berücksichtigt. 26 Spieler darf Löw nominieren, auch wenn Draxler sicherlich bei der EM kein Stammspieler wäre, so ist der doch zumindest eine gute Option - auch weil Marco Reus gerade seinen Verzicht auf eine Turnierteilnahme erklärt hat. Ein erfahrener Spieler, der ohne zu Murren von der Bank kommen kann und die nötige Klasse, Geschwindigkeit und Technik mitbringt, kann keiner Mannschaft schaden.

Julian Draxler wurde Weltmeister, DFB-Pokalsieger, dreimal französischer Meister und dreimal französischer Pokalsieger. Die EM-Trophäe ist eine der wenigen, die Julian Draxler noch fehlt. Mit etwas Glück könnte er diese Lücke in diesem Sommer schließen. Dann wären die Zeiten, in denen Draxler in Deutschland ein wenig unter dem Radar fliegt, sicher erstmal vorbei.

Christian Stüwe

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