München - Man stelle sich vor nach Jahren der Dominanz, nach zig Meistertiteln in Folge, würde der FC Bayern München eine Saison nur auf dem vierten Platz beenden. Und noch schlimmer: In der darauffolgenden Saison wird es nicht besser, sondern schlechter. Genau das passiert gerade Juventus Turin. Negativer Höhepunkt: In der Champions League kassieren die Turiner ein 4:0-Klatsche gegen den FC Chelsea. Un auch in der Liga läuft es nicht besser.

Ohne Cristiano Ronaldo nix los?

Nach 14 Spielen rangiert der italienische Rekordmeister auf Platz acht. Bereits fünf Niederlagen musste die "alte Dame" in dieser Spielzeit hinnehmen. Die Mannschaften an der Spitze, der SSC Neapel, sowie beide Mailänder Klubs, sind schon längst ereilt. Das gab Trainer Massimiliano Allegri nach der Niederlage gegen Atalanta Bergamo schonungslos zu: "Wir können nur noch um einen Platz unter den ersten Vier kämpfen. Und wir müssen arbeiten und versuchen, ein Spiel zu gewinnen."

Kurz vor dem Ende der Transferphase im vergangenen Sommer verließ Cristiano Ronaldo Juventus Turin und wechselte zurück in seine "alte Heimat" nach Manchester. Diesen Abgang konnten die Turiner, so scheint es, nicht kompensieren. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Die, die den Abgang des fünfmaligen Weltfußballers kompensieren sollten, laufen hinter ihren Erwartungen her. Alvaro Morata ist nie der Weltklasse-Stürmer geworden, den man vor einigen Jahren noch in ihm gesehen hat. Auch Paulo Dybala läuft seiner Form, vor allem in der heimischen Liga, hinterher. Der Argentinier sollte eigentlich einer der Profiteure des Abgangs von Ronaldo werden. Bisher war dies noch nicht der Fall. In der Liga kommt er nach zehn Spielen nur auf sechs Scorerpunkte. Und noch wurde der Name Matthijs de Ligt noch gar nicht erwähnt. Der Niederländer, als kommender Star in der Innenverteidigung gekommen, konnte ebenfalls noch nicht das zeigen, was in bei Ajax Amsterdam gezeigt hat.

Chiesa, Verletzungen, Ermittlungen: Chaos bei Juve

Die größte Enttäuschung ist aber ein anderer. Von Federico Chiesa wurde der nächste Schritt erwartet, erst Recht nachdem er einer der wichtigsten Spieler beim EM-Triumph der Italiener war. Erst ein mickriges tor gelang dem 24-Jährigen in dieser Saison. Zu allem Überfluss fällt Chiesa nun erstmal aus. Ein Auftritt noch in diesem Jahr scheint mit einer Oberschenkelverletzung eher unwahrscheinlich. Die Verantwortlichen werden hoffen, dass er nach seiner Zwangspause ausgeruht und motiviert zurück kommt und endlich an seine EM-Leistungen anknüpfen kann.

Das leidige Thema "Verletzungen" begleitet den italienischen Rekordmeister schon die gesamte Saison. Neben Chiesa verpassten auch andere wichtige Spieler schon Partien. Einspielen konnte sich eine "Stammelf" in dieser Saison nicht. Natürlich ist auch dies ein Grund für den komplett verkorksten Start. Natürlich sind nicht einzelne Spieler für die momentane Misere verantwortlich. Sollten die genannten Spieler wieder ihre Form finden, wird es direkt besser laufen. Aktuell befindet sich Juve allerdings in einer schwierigen Situation, die sich auch nicht innerhalb von ein, zwei Wochen zum Guten wenden wird.

Besonders interessant: Leonardo Bonucci ist sich sicher, warum es momentan nicht läuft. Laut ihm muss sich das Team erst wieder daran gewöhnen ohne Cristiano Ronaldo zu spielen, da man sich in den letzten zwei Jahren zu sehr auf den Portugiesen verlassen habe.

Und auch abseits des Feldes scheinen die Probleme nicht zu verschwinden. Wegen möglicher Bilanz-Unregelmäßigkeiten leitete die Turiner Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen gegen den Verein ein. Aber hey - Das kennt man ja bei Juventus.

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